Ein Symbol, das tiefer berührt als Worte

Der Verein "Andere Zeiten" begleitet das Kirchenjahr mit Material und Aktionen wie "Sieben Wochen ohne" und erreicht damit ein riesiges Publikum. Der Star aber ist ein kleiner Bronze-Engel.

Der kleine Engel ist nur sieben mal drei Zentimeter groß, auch eine kleine Hand kann ihn gut umschließen, und bei der Berührung spürt man, wie sich seine rundlichen Formen allmählich erwärmen. "Geboren" wurde er zum Jahrtausendwechsel, seine "Eltern" sind der Verein Andere Zeiten in Hamburg und der Bildhauer Christoph Fischbach, der ihn formte. Seither hat dieser kleine Engel still und leise die Herzen erobert.

Er ist mit Bundeswehrsoldaten in Einsatzorte am Hindukusch oder im Kosovo gereist. Er liegt in Büroschubladen und auf Nachttischen, begleitet Klinikpatienten, Kitakinder, Schüler im Ausland, Sterbende in ihren letzten Stunden. Er wurde so oft bestellt, dass schon "knapp 500 000 Engel irgendwo auf der Welt ihre Besitzer gefunden haben", sagt Hinrich C.G. Westphal von Andere Zeiten .

Der Verein, 1995 gegründet, begleitet das Kirchenjahr mit Material und Aktionen (z. B. vor Ostern die Fastenaktion "Sieben Wochen ohne"). Anfangs bestellten 4000 Menschen den Adventskalender, 2003 waren es schon 170 000. Meditationshilfen und das Vereinsmagazin finden 60 000 feste Abnehmer.

Mit dem Engel verbinden aber weit mehr Menschen eine besondere Bedeutung, sagt Westphal. "Er ist kein Talisman und wird nicht angebetet, als Symbol weist er immer über sich hinaus. Aber er ist für viele offenbar einfacher ,ansprechbar' als Gott, von dem wir uns kein Bild machen können."

In dem liebevoll illustrierten Buch "Ich geb dir einen Engel mit" schildern jetzt Engelbesitzer ihre Erlebnisse mit der kleinen Bronzefigur: Familien, Berufstätige, Krankenhausseelsorger, Autofahrer.

  • Ich geb dir einen Engel mit, 95 S., zu bestellen bei "Andere Zeiten", mit Engel 16, ohne Engel 10 Euro; Heimhuder Str. 92, 20148 Hamburg; E-Mail: info@anderezeiten.de

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