Fussball-WM 2010 in Südafrika

WM-Splitter, Tag 25: DFB-Elf bei Wettanbietern vorne

Foto: dpa / dpa/DPA

Wer ist verletzt? Wer in Höchstform? In welchem Kader brodelt es? Lesen Sie Aktuelles aus allen WM-Mannschaftslagern im Splitter-Ticker.

Montag, 05. Juli 2010

22.59 Uhr: Die Zukunft von Gerardo Martino als Trainer Paraguays ist weiter offen. Nachdem erste Gerüchte über einen Rücktritt die Runde machten, kam am Montagabend postwendend das Dementi aus der Hauptstadt Asuncion. „Ich habe Angebote aus Argentinien, Saudi-Arabien und Mexiko, aber ich würde gerne mit der Nationalmannschaft weitermachen. Das hat Priorität“, sagte Martino, dessen Vierjahres-Vertrag ausläuft, der Zeitung La Nacion. Bevor er eine Entscheidung treffe, werde er auch mit allen Verantwortlichen des Verbandes reden, sagte Martino weiter. Die Fußball-Funktionäre des Landes wollen den Trainer unbedingt halten. „Er reist jetzt erstmal in seine Heimatstadt Rosario, wo er Urlaub macht. Bei seiner Rückkehr nach Paraguay im August wird er seine Entscheidung bekannt geben“, sagte Marcos Caner, Vizedirektor für Nationalmannschaften in Paraguay, der Zeitung ABC. Er hoffe zum Wohl der Mannschaft, dass Martino bleibe, sagte Caner weiter und versprach: „Wir werden ihm alle notwendigen Garantien und Bedingungen für seine Arbeit geben.“

21.28 Uhr: Deutschlands Halbfinalgegner Spanien führt die Fairplay-Liste bei der WM in Südafrika an. Die Spanier, die im Gegensatz zu den Deutschen die komplette Vorrunde ohne eine einzige Gelbe Karte überstanden, kommen in der FIFA-Wertung auf 925 Punkte. Dahinter folgen die bereits ausgeschiedenen Südkoreaner und Argentinier. Auf dem letzten Platz der 16 Teams, die das Achtelfinale erreicht hatten, liegt Mexiko.

20.31 Uhr: Nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen Argentinien sieht der Wettanbieter „bwin“ die DFB-Elf im Halbfinale in Durban gegen Spanien im Vorteil. Deutschland wird mit der Sieg-Quote 24,5:10 geführt , Spanien mit der Quote 27:10. Im ersten Halbfinale in Kapstadt notiert das Wettbüro die Niederlande mit der Sieg-Quote 15:10 deutlich vor Gegner Uruguay (70:10). Sollte Deutschland seinen vierten WM-Titel holen, zahlt das Unternehmen das 2,75-Fache des Einsatzes zurück. Dahinter folgen Spanien (30:10), die Niederlande (32:10) und Uruguay (140:10). Zur Erinnerung: Vor der WM lag die Quote für einen Erfolg Deutschlands noch bei 150:10. Favorit auf die Torschützenkrone ist hingegen Spaniens Stürmer David Villa mit der Torjäger-Quote 15,5:10, gefolgt von Miroslav Klose (40:10) und Wesley Sneijder (110:10). Die „Castrol-WM-Prognose“, für die die Endrunde mehr als 100.000 Mal simuliert wurde, räumt Deutschland im Duell gegen Europameister Spanien derweil nur eine Siegwahrscheinlichkeit von 40 Prozent ein. Der errechnete Sieger im zweiten Halbfinale: Die Niederlande (65 Prozent) schlägt Uruguay (35 Prozent).

20.16 Uhr: Der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau, Prinzessin Maxima, fliegen am Dienstag zum WM-Halbfinale der Fußball-Nationalmannschaft der Niederlande gegen Uruguay nach Kapstadt. IOC-Mitglied Willem-Alexander wirbt vor Ort für die niederländisch-belgische Bewerbung um die Fußball-WM 2018 oder 2022.

19.58 Uhr: Die Niederlande können für das Halbfinale gegen Uruguay mit Joris Mathijsen und Robin van Persie planen. „Alle haben trainiert, alle sind fit“, sagte Trainer Bert van Marwijk nach dem Abschlusstraining der „Elftal“ am Vorabend der Partie. Damit beseitigte der Bondscoach die letzten Zweifel an einem Einsatz der beiden Profis. Mathijsen war beim 2:1-Erfolg gegen Brasilien im Viertelfinale aufgrund von Kniebeschwerden ausgefallen. Van Persie hatte zuletzt wegen einer Ellbogenverletzung pausiert.

19.32 Uhr: Uruguays Trainer Oscar Tabárez hat offen gelassen, ob Kapitän Diego Lugano und Mittelfeldspieler Nicolás Lodeiro im Halbfinale gegen die Niederlande spielen können. „Ich werde nicht über die Mannschaft sprechen, die sehr gut trainiert hat“, sagte Tabárez vor der Partie an diesem Dienstag (20.30 Uhr) in Kapstadt und verwies darauf, dass das Abschlusstraining unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Abwehrakteur Lugano hat Kniebeschwerden, Lodeiro eine Verletzung am Zeh. „Wir können verlieren, aber auch sehr viel gewinnen“, meinte der Coach des letzten verbleibenden lateinamerikanischen WM-Teilnehmers. Auf die Frage, ob das Spiel das wichtigste seiner Karriere sei, antwortete der 63-Jährige: „Wenn wir nicht verlieren, dann wird es das nächste sein.“ Gegen das „Oranje“-Team fehlen Tabárez die gesperrten Luis Suárez und Jorge Fucile.

18.25 Uhr: Zwei Tage nach dem 0:4-Debakel gegen Deutschland hat der argentinische Fußball-Nationaltrainer Diego Maradona offenbar seinen Rücktritt erklärt. „Das war es, meine Zeit ist vorüber. Ich habe alles gegeben, was ich konnte“, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit dem TV-Sender Station Cronica. Unmittelbar nach der Niederlage gegen Deutschland hatte er seine Zukunft noch offen gelassen. „Das ist die härteste Niederlage meines Lebens. Aber ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, als Nationaltrainer aufzuhören. Ich muss erst mit meiner Familie und den Spielern sprechen. Es gibt einige Dinge, die ich zunächst noch klären muss“, hatte Maradona nach dem WM-Aus in Kapstadt erklärt. Bei der Ankunft in Argentinien war „Dieguito“ ein begeisterter Empfang der Fans zuteil geworden. Diese hatten ihn aufgefordert, als Nationalcoach des zweimaligen Weltmeisters weiterzumachen.

18.01 Uhr: Der uruguayische Schiedsrichter-Assistent Mauricio Espinosa weist einen Fehler in Zusammenhang mit dem nicht gegebenen Tor des Engländers Frank Lampard gegen Deutschland in Bloemfontein von sich. „Man kann nicht über einen Fehler reden, weil es kein technischer Fehler war. Es war einfach Pech, dass der Ball mit großer Geschwindigkeit flog und wir nicht sehen konnten, dass er hinter der Torlinie aufgekommen ist. Und das, obwohl ich entsprechend postiert war“, sagte der Assistent von Schiedrichter Jorge Larrionda (ebenfalls Uruguay) der Zeitung El Pais in seiner Heimat. Der Schuss von Lampard hätte in der ersten Halbzeit des Achtelfinales das 2:2 für die Three Lions gegen die deutsche Elf bedeutet. Espinosa ergänzte: „Solche Dinge passieren im Fußball, sie sind zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort passiert.“ Erst beim Studium der Fernsehaufzeichnung hätten die Referees gesehen, dass ihnen ein krasses Fehlurteil unterlaufen war. Aufgrund der falschen Entscheidung des Schiedsrichtergespanns aus Uruguay nimmt der Weltverband die Diskussion über die Einführung von technischen Hilfsmitteln wie Torkamera oder Chip im Ball wieder auf. Die Regelhüter des Internationale Football Association Board (IFAB) beraten im Juli in Cardiff/Wales darüber.

17.01 Uhr: Die nigerianische Regierung hat am Montagnachmittag, gut eine Stunde vor dem Ablauf eines Ultimatums des Fußball-Weltverbandes Fifa um 18 Uhr, den Bannstrahl für die Nationalmannschaft aufgehoben. Nigerias Staatspräsident Goodluck Jonathan hatte in der vergangenen Woche die Auswahl der „Super Eagles“ aufgrund des enttäuschenden Abschneidens bei der WM in Südafrika für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben zurückgezogen und eine Neuorganisation des nigerianischen Fußballs angeordnet. Die Regeln der Fifa untersagen aber ausdrücklich staatliche Einmischung in die Belange der autonomen Fußball-Verbände. Hätte die nigerianische Regierung nicht eingelenkt, wäre eine Suspendierung des nigerianischen Verbandes durch die Fifa unvermeidbar gewesen.

15.57 Uhr: Für Bundesliga-Schiedsrichter Wolfgang Stark ist die Fußball-WM 2010 vorzeitig beendet: Trotz seiner drei guten Auftritte wurde der 40 Jahre alte Referee aus Ergolding für die abschließenden vier WM-Spiele nicht mehr berücksichtigt und kann somit nicht länger von einem Einsatz im Finale träumen. Stark und seine Assistenten Jan-Hendrik Salver (Stuttgart) und Mike Pickel (Mendig) zählen wohl auch wegen des Halbfinal-Einzugs der deutschen Nationalmannschaft nicht zu den zehn Gespannen, die für das Spiel um Platz drei oder das Endspiel infrage kommen.

15.31 Uhr: Der Ungar Viktor Kassai pfeift am Mittwoch das WM-Halbfinale in Durban zwischen dem dreimaligen WM-Champion Deutschland und Fußball-Europameister Spanien. Dies gab die Fifa am Montag bekannt. Das zweite Vorschlussrundenduell am Dienstag zwischen Uruguay und den Niederlanden leitet Rawschan Irmatow (Usbekistan). Dieser war zuletzt im Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien (4:0) im Einsatz. Wolfgang Stark (Ergolding) wurde vom Weltverband nicht für das Semifinale Uruguay-Niederlande berücksichtigt.

15.05 Uhr: Auch gegen Spanien wird Joachim Löw wieder seinen blauen Glücks-Pulli tragen. Denn auch Aberglaube gehört zum Fußball dazu. „Der blaue Pullover hat uns bislang immer vier Tore beschert“, erinnerte der Bundestrainer am Montag selbst an die WM-Siege gegen Australien (4:0), England (4:1) und Argentinien (4:0). Löw verriet, dass ihn Teammanager Oliver Bierhoff , Assistent Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke inzwischen zwingen würden, den Vier-Tore-Pulli auch im Halbfinale am Mittwoch in Durban zu tragen. Und noch eines verriet der modebewusste und auf gutes Aussehen bedachte Bundestrainer: „Ich darf ihn nicht mal mehr waschen.“

13.40 Uhr: Der Einsatz von Stürmer Cacau im WM-Halbfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf abendblatt.de) in Durban gegen Europameister Spanien ist weiter fraglich. Dagegen konnte Bundestrainer Joachim Löw bei Sami Khedira Entwarnung geben. „Die leichten Blessuren haben sich verbessert. Es sieht so aus, als ob bis auf Cacau alle Spieler zur Verfügung stehen würden. Cacau hat wieder leichte Probleme. Da muss man abwarten“, sagte Löw am Montag. Khedira hatte am Sonntag nach dem 4:0 gegen Argentinien über eine Muskelverhärtung im Oberschenkel geklagt und musste deshalb pausieren. Er stieg am Montag aber wieder ins Training ein. Cacau hatte die Einheit am Sonntag wegen einer Blockade im Lendenwirbelbereich abbrechen müssen. Der Profi vom VfB Stuttgart war bereits im WM-Achtel- und Viertelfinale wegen einer Bauchmuskelzerrung verletzt ausgefallen.

12.17 Uhr: Der neue deutsche Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger ist von „Kaiser“ Franz Beckenbauer geadelt worden. „Wenn man alle fünf Partien betrachtet, ist er für mich der beste Spieler des Turniers“, sagte Beckenbauer am Montag bei einem Sponsorentermin in Johannesburg. Die Erfolge und vor allem die Spielweise der jungen deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika haben auch den Weltmeister-Coach von 1990 „überrascht“. Dem Team von Bundestrainer Joachim Löw traut Beckenbauer nun den ganz großen Coup zu. „Das Ziel ist, Weltmeister zu werden“, sagte der 64-Jährige. Ein Finale gegen die Niederlande sei das „Maximum“.

11.52 Uhr: Für das WM-Halbfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien gibt es noch 700 Eintrittskarten der teuren Premier Kategorie. Das teilte die Fifa am Montag mit. Der Weltverband rechnet am Mittwoch (20.30 Uhr) in Durban mit einer ausverkauften Arena. Das neu gebaute und direkt am Indischen Ozean gelegene Moses-Mabidha-Stadion fasst bei der WM 62 760 Besucher. Dort hatte die DFB-Elf auch ihr Auftaktspiel gegen Australien (4:0) bestritten. Ebenfalls 700 VIP-Tickets waren am Montag laut FIFA noch für das andere Halbfinale zwischen den Niederlanden und Uruguay am Dienstag (20.30 Uhr) in Kapstadt zu haben.

11.24 Uhr: Der italienische Fußball-Nationaltorhüter Gianluigi Buffon hat sich am Sonntagabend in Mailand einer Rückenoperation unterzogen. Der 32-Jährige muss eine viermonatige Pause einlegen, die einstündige Operation sei allerdings gut verlaufen. Der Routinier von Juventus Turin hatte sich zur Operation entschlossen, nachdem er im ersten WM-Vorrundenspiel beim 1:1 gegen Paraguay einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte. Juve hatte bereits in Marco Storari von AC Mailand einen Schlussmann verpflichtet. Buffon soll in der Squadra Azzurra, die jetzt von Cesare Prandelli betreut wird, den zurückgetretenen Kapitän Fabio Cannavaro ersetzen.

10.49 Uhr: Nach seinen bisher schwachen Leistungen bei der Fußball-WM in Südafrika muss Spaniens Stürmerstar Fernando Torres im Halbfinale am Mittwoch in Durban gegen Deutschland (20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf abendblatt.de) womöglich zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen. „Mit seinem Einsatz und seiner Persönlichkeit ist Fernando sehr wichtig für unsere Mannschaft. Wir haben volles Vertrauen in ihn. Das heißt aber nicht, dass er gegen Deutschland sicher in der Startelf stehen wird“, sagte Spaniens Nationaltrainer Vicente Del Bosque . Torres hatte im EM-Finale vor zwei Jahren gegen die DFB-Elf das entscheidende 1:0 für die Iberer erzielt, ist nach einer Knieoperation im vergangenen April derzeit aber weit von seiner Topform entfernt. Del Bosque hatte zuletzt dennoch konsequent an dem Angreifer des englischen Rekordmeisters FC Liverpool festgehalten und ihn nur im WM-Auftaktspiel gegen die Schweiz (0:1) nicht von Beginn an eingesetzt. Torres zahlte das Vertrauen aber nicht zurück und wartet noch immer auf sein erstes Turniertor.

0.03 Uhr : Trotz der bitteren Niederlage gegen Deutschland ist die argentinische Nationalmannschaft unter Leitung von Trainer Diego Maradona am Sonntag jubelnd in der Heimat empfangen worden. Tausende Fans hatten sich am Flughafen und vor allem vor dem nahe gelegenen Trainingszentrum des nationalen Fußballverbandes AFA versammelt. Die Spieler wurden in einem Bus direkt zum AFA-Gelände gebracht. Die Fans - alle in den Nationalfarben Hellblau-Weiß - bekamen ihre Idole jedoch kaum zu Gesicht, da der Bus gut abgeschirmt den Flughafen verließ. Viele hielten Plakate hoch, auf denen Maradona zum Durchhalten aufgefordert wurde. Maradona selbst hatte sich bisher nicht eindeutig zu der Frage geäußert, ob er vom Posten des Trainers zurücktreten werde. In dieser Frage hat AFA-Präsident Julio Grondona dem Vernehmen nach das letzte Wort. Sollte er Maradona kündigen, würde nach unbestätigten Informationen allerdings eine große Abfindungssumme fällig. Kenner der Szene schlossen deshalb nicht aus, dass Maradona zunächst Trainer bleiben könnte. Die Nationalelf habe in den kommenden zwei Jahren ohnehin keine wichtigen Spiele zu bestreiten, und Maradona wäre deshalb ohnehin nur ein „virtueller“ Trainer, hieß es.