Wasser im Norden steigt gespenstisch

Schnackenburg. Schneller als erwartet hat die Elbe-Flut Norddeutschland erreicht. Von Schnackenburg bis Geesthacht sind die Pegel gespenstisch gestiegen. Schon morgen Nachmittag wird der Scheitelpunkt der Flutwelle in Niedersachsen erwartet. Der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) rechnet mit "dramatischen, nicht kalkulierbaren Ausmaßen". Der Landkreis Harburg hat Katastrophenalarm für die Elbmarsch ausgerufen. Der Zugverkehr zwischen Lüneburg und Büchen ist eingestellt worden. Bei Boizenburg wurden zwei, bei Gartow ein Polder geflutet. In Sachsen ist die Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen. Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust kommt heute in Lüneburg mit den Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens zur Krisensitzung zusammen, um Schutzmaßnahmen zu koordinieren. Die Hamburger müssen sich offenbar keine Sorgen machen. Bei Geesthacht beginnen besonders hohe Deichanlagen für Hamburg. "Die Pegelstände werden unterhalb der Belastungswerte dort bleiben", versicherte Peter Haake vom Wasserwirtschaftsamt. Auch das breitere Flussbett ab Zollenspieker und die Hafenbecken verringerten die Gefahr. Die Aktien der Baubranche steigen in Erwartung auf Wiederaufbauprojekte massiv.