25.01.13

Boeing-Desaster

Hinweise auf Kurzschluss in Dreamliner-Batterie entdeckt

Bei ihrer Ursachenforschung für den Brand im 787-Pannenflieger macht die US-Behörde erste Fortschritte. Flugverbot gilt aber weiter.

Foto: dapd/AP
Boeing 787 Dreamliner
Die Prestigeflieger von Boeing, 787 Dreamliner, müssen nach diversen Pannen am Boden bleiben

Washington. Die Behörden machen Fortschritte bei der Aufklärung einer Pannenserie der modernen Dreamliner-Passagierflugzeuge vom US-Hersteller Boeing.

In einer in Flammen aufgegangenen Batterie einer Boeing 787 Dreamliner fand die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB Spuren eines Kurzschlusses und einer gefährlichen chemischen Reaktion, die zum Durchbrennen der Batterie führt.

Allerdings sei nicht klar, welcher Defekt zuerst vorlag und wodurch er ausgelöst wurde, sagte Behördenchefin Deborah Hersman in Washington.

Auslöser der Ermittlungen war ein Batterie-Feuer an Bord einer 787 am 7. Januar auf dem Flughafen von Boston. Eine Woche später musste eine weitere 787 in Japan wegen Rauch aus der überhitzten Batterie notlanden.

Kurz danach wurden alle bisher ausgelieferten 787 mit einem Startverbot belegt. Zudem hat Boeing bis zur Klärung des Problems die Auslieferung weiterer Flugzeuge gestoppt.

Der erst 2011 in Dienst gestellte Dreamliner ist das prestigeträchtigste Projekt des Airbus-Konkurrenten aus den USA. Das Flugzeug gilt als deutlich sparsamer im Vergleich zu älteren Jets.

Um das Flugzeug leichter zu machen, hatte sich Boeing für moderne Lithium-Ionen-Batterien an Bord entschieden, statt die herkömmliche Batterietechnik zu nutzen. Bei dem Jet kam es schon vor dem Jungfernflug immer wieder zu technischen Problemen.

Dennoch dürften die Langstreckenflugzeuge von Boeing noch eine Weile am Boden bleiben. Die US-Behörden machten klar, dass ihre Untersuchung der jüngsten Pannenserie noch längst nicht abgeschlossen sei.

"Das ist ein bislang nie dagewesener Vorfall. Wir sind sehr besorgt", sagte die Vorsitzende der Unfalluntersuchungsbehörde NTSB, Deborah Hersman.

Luftfahrt-Experten werteten ihre Äußerungen als Anzeichen dafür, dass dies Wochen dauern könnte. Grünes Licht muss die US-Luftverkehrsbehörde FAA geben. Sie hatte in der vergangenen Woche angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursachen für die Batterieprobleme geklärt sind.

Boeing 787 Dreamliner im Überblick

Bestellungen: 58 Kunden von sechs Kontinenten haben mehr als 800 Dreamliner bestellt

Listenpreis: 185 bis 218 Millionen Euro (137 bis 162 Millionen Euro)

Kosten: nach einer Schätzung der "Seattle Times" investierte Boeing 32 Milliarden Dollar (23,8 Milliarden Euro) in den Dreamliner

Tragenflächenspannweite: 60 Meter

Länge: 57 Meter (787-8), 63 Meter (787-9)

Höhe: 17 Meter

maximales Startgewicht: 227.930 Kilogramm (787-8), 247.208 (787-9)

Reisegeschwindigkeit: Mach 0,85 – 917,39 Kilometer pro Stunde

Passagierzahl: 210 bis 250 (787-8), 250 bis 290 (787-9)

statt Aluminium besteht die Hülle des Dreamliners zu mehr als 50 Prozent aus deutlich leichteren Verbundstoffenc

Triebwerke: Wahlweise von Rolls Royce oder General Electric (dapd)

Die Pannenserie beim Boeing 787 "Dreamliner"

Boeings Langstreckenjet 787 ist das Prestigeprojekt des US-Konzerns.

Doch der Dreamliner hatte schon in der Entwicklungsphase mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, so dass sich die Auslieferung der ersten Maschinen um dreieinhalb Jahre verzögerte.

In den vergangenen Monaten warf eine Pannenserie immer neue Fragen zur Sicherheit auf. Es folgt eine Liste der Zwischenfälle beim Airbus -Konkurrenten:

Juli 2012: Bei einem Test einer 787-Maschine in South Carolina wird ein von General Electric hergestelltes Triebwerk bei einem Ausfall teilweise zerstört. GE leitet eine Überprüfung der Turbinen in die Wege.

4. Dezember 2012: Eine United Airlines -787 mit 184 Menschen an Bord muss in New Orleans wegen Problemen mit der Elektrik notlanden.

5. Dezember 2012: Die US-Behörden ordnen wegen möglicher Lecks in den Treibstoffleitungen die Inspektion der Langstreckenflugzeuge an.

Dezember 2013: Die arabische Qatar Airways und die US-Gesellschaft United entdecken erneut Probleme mit der Elektrik.

7. Januar 2013: Am Bostoner Flughafen bricht nach einer Batterie-Explosion ein Brand in einer geparkten 787 von Japan Airlines (JAL) aus.

8. Januar 2013: Eine weitere 787 von Japan Airlines muss wegen eines Lecks am Treibstofftank in Boston den Start abbrechen.

9. Januar 2013: All Nippon Airways (ANA) streicht einen Flug mit dem Dreamliner wegen Problemen mit den Bremsen.

11. Januar 2013: ANA meldet neue Probleme bei zwei 787-Maschinen. Einen Riss im Cockpit-Fenster sowie ein Ölleck im Triebwerk. Die US-Luftfahrtbehörde FAA leitet eine umfassende Untersuchung ein.

15. Januar 2013: Eine 787-Maschine der ANA muss in Japan wegen Rauchentwicklung im Cockpit notlanden. ANA und JAL entscheiden, vorerst alle Dreamliner am Boden zu lassen und zu überprüfen.

16. Januar 2013: Die US-Luftfahrtbehörde FAA ordnet an, alle 787-Maschinen am Boden zu halten.

17. Januar 2013: Europa, Japan und Indien schließen sich der FAA an: Nun müssen die meisten bisher ausgelieferten 787-Maschinen am Boden bleiben.

17. Januar 2013: Als erste Fluggesellschaft prüft die staatliche polnische Fluggesellschaft LOT Schadensersatzforderungen wegen der Pannen. (rtr)

(dapd/rtr/abendblatt.de)
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