Do, 17.01.13, 10.40

Nach Pannenserie Dreamliner darf auch in Europa nicht mehr fliegen

Boeing 787 Dreamliner

Foto: dpa

Boeing 787 Dreamliner

Prestigeflieger von Boeing muss weltweit am Boden bleiben. Nach den USA, Japan, Indien und Chile gilt auch Europa ein Flugverbot.

Köln. Nach diversen Pannen beim Prestigeflieger von Airbus-Rivalen darf das Modell Boeing 787 Dreamliner auch in Europa nicht mehr abheben.

Die Europäische Agentur für Luftsicherheit EASA in Köln folgte am Donnerstag der Direktive der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde FAA. Außerdem hatten Japan, Indien und Chile ein Startverbot für das neue Flugzeug des amerikanischen Herstellers erteilt. In Europa hat bisher nur die polnische Fluggesellschaft LOT zwei Dreamliner im Einsatz.

Dem vorausgegangen waren Probleme mit dem Batteriesystem, die eine Maschine von All Nippon Airways am Mittwoch wegen Rauchentwicklung an Bord zur einer Notlandung in Japan gezwungen hatte. Vor weiteren Starts müssten das Batteriesystem modifiziert oder andere Maßnahmen ergriffen werden. In Europa hat bislang nur die polnische Fluggesellschaft LOT "Dreamliner" in Betrieb. Am Mittwoch hatte die Gesellschaft eine der Maschinen erstmals auf einen Langstreckenflug geschickt.

Jim McNerney, Präsident des US-Flugzeugbauers, hatte erklärt, Boeing arbeite rund um die Uhr mit den zuständigen Behörden zusammen: "Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist."

Der Boeing-Aktie half dies wenig. Sie gab nachbörslich zwei Prozent nach. Moody's teilte bereits mit, die Vorfälle seien negativ für die Kreditwürdigkeit des US-Unternehmens, würden aber noch keine Herabstufung auslösen.

Die Probleme bei Boeing könnten den Wettbewerb mit Airbus beeinflussen. Die EADS-Tochter hatte vor rund einem Jahr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Damals ließen ein Triebwerksbrand sowie Haarrisse in den Tragflächen das Vertrauen in den Riesen-Flieger A380 schwinden.