03.01.13

Syrien

60.000 Kriegstote in Syrien – US-Journalist entführt

Viele Tote bei Luftangriff nahe Damaskus. Uno beziffert die Zahl der Opfer seit Beginn des Aufstands auf mindestens 60.000.

Foto: dapd
Der Journalist James Foley wurde in Syrien von Bewaffneten verschleppt
Der Journalist James Foley wurde in Syrien von Bewaffneten verschleppt

Damaskus/Genf. Der Bürgerkrieg in Syrien hat nach Uno-Angaben schon mindestens 60.000 Menschen das Leben gekostet. Dies hätten Erhebungen von Experten ergeben, teilte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Mittwoch in Genf mit. "Das ist wahrhaft schockierend", sagte sie bei der Vorlage der Datensammlung.

Unterdessen wurde bekannt, dass der freiberuflich arbeitende US-Journalist James Foley in Syrien entführt worden ist. Wie seine Familie nach Angaben des US-Senders CNN erst am Mittwoch mitteilte, wurde Foley bereits am 22. November im Nordwesten Syriens von Bewaffneten verschleppt. Foley war 2011 in Libyen entführt worden und wurde im Mai 2011 mit drei anderen Journalisten wieder freigelassen.

Die Uno-Hochkommissarin machte vor allem das Assad-Regime, aber auch die Rebellen für das Töten verantwortlich. "Dieser gewaltige Verlust an Menschenleben hätte vermieden werden können, wenn die syrische Regierung einen anderen Weg eingeschlagen hätte als den der skrupellosen Unterdrückung der anfangs friedlichen und legitimen Proteste unbewaffneter Zivilisten", erklärte Pillay.

Später seien auch immer mehr Menschen durch regierungsfeindliche bewaffnete Gruppen getötet worden. "Schwerste Verbrechen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden von beiden Seiten verübt." Weitere Ermittlungen seien erforderlich, um später die jeweils Schuldigen zur Rechenschaft ziehen zu können.

Die vom Uno-Kommissariat für Menschenrechte beauftragten Experten ermittelten für den Zeitraum zwischen dem 15. März 2011 und dem 30. November 2012 aus sieben verschiedenen Quellen 59.648 Menschen, die durch den Krieg umgekommen seien. "Da die Kämpfe seit Ende November nicht nachgelassen haben, können wir davon ausgehen, dass die Zahl der Opfer noch viel höher ist", sagte Pillay. Am Mittwoch zählten Regimegegner 207 Tote.

Zudem wurden in die Liste nur Opfer aufgenommen, die nach als glaubwürdig eingestuften Berichten mit Namen sowie mit Datum und Ort ihres Sterbens erfasst werden konnten.

"Obwohl dies nun die bislang detaillierteste und umfassendste Analyse ist, handelt es sich nicht um eine definitive Zahl", erklärte Pillay. Man habe nicht immer die konkreten Todesumstände ermitteln können – teils wegen der komplizierten Lage in Kriegsgebieten, aber auch weil die Regierung den UN-Experten keinen Zutritt gewährt.

Die Gewalt in Syrien hatte im März 2011 mit Schüssen auf Demonstranten in der Provinz Daraa begonnen. Im Sommer 2011 formierten sich erste bewaffnete Verbände von Aufständischen.

Je größer die militärische Schlagkraft der syrischen Rebellen wird, desto brutaler geht die reguläre Armee vor. Am Mittwoch meldeten die Regimegegner Luftangriffe auf mehrere Vororte der Hauptstadt Damaskus mit zahlreichen zivilen Opfern.

In der Ortschaft Moadhamijat al-Scham sollen bei einem Angriff auf eine Bäckerei elf Angehörige einer Familie und ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern seien neun Kinder, hieß es. In Al-Ghuta Al-Scharkija wurde eine Tankstelle getroffen. Die Regimegegner stellten ein Video ins Internet, das die brennende Tankstelle zeigt.

Die Rebellen attackierten unterdessen zwei Stützpunkte der Armee in der Provinz Daraa sowie den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib – eine der letzten Bastionen der Regierungstruppen in der Provinz. Aktivisten in Idlib berichteten, während der Kämpfe in der Nähe des Flughafens seien mehrere Soldaten am Mittwoch mit einem Panzer zu den Rebellen übergelaufen. Nach Angaben der Regimegegner war an den Kämpfen die radikalislamische Al-Nusra-Front beteiligt.

Ein General und sieben weitere Offiziere setzten sich unterdessen nach Jordanien ab. Fahnenflucht wird in Syrien mit dem Tode geahndet.

dpa
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