02.01.13

Syrien

Schwere Gefechte - Rebellen greifen Militärflughafen an

Auch 2013 nimmt die Gewalt in Syrien nicht ab. Rebellen greifen letzte Bastion der Armee in Idlib an - Gefechte in Damaskus und Aleppo.

Foto: REUTERS
Residents walk past a damaged emergency vehicle in Aleppo
Ein zerstörtes Rettungsfahrzeug in der umkämpften Stadt Aleppo

Beirut/Damaskus. Der Jahreswechsel in Syrien steht im Zeichen neuer Gewalt: Aufständische und Regierungstruppen lieferten sich Berichten zufolge am Dienstag schwere Gefechte in den Außenbezirken der Hauptstadt Damaskus und nahe der Wirtschaftsmetropole Aleppo. Die Streitkräfte hätten "Dutzende Terroristen" im Damaszener Viertel Daraja und dessen Umgebung getötet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA. Die Regierung in Damaskus bezeichnet die Rebellen üblicherweise als Terroristen.

Regierungskritische Aktivisten berichteten von schweren Gewalttaten in Damaskus. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, in Damaskus seien am Montag Dutzende Tote gefunden worden. "30 Leichen wurden in dem Bezirk Barse entdeckt", zitierte der arabische Fernsehsender Al Dschasira die Aktivisten auf seiner Internetseite. "Sie tragen Folterspuren und wurden bislang nicht identifiziert."

Zuvor war dem Bericht zufolge im Internet ein Video aufgetaucht, das zeigen sollte, wie in dem Damaszener Stadtteil Dschobar drei Kindern die Kehlen durchgeschnitten wurden. Wegen der Medienblockade der syrischen Regierung konnte die Authentizität der Aufnahme nicht unabhängig überprüft werden.

Syrische Rebellen greifen letzte Bastionen der Armee in Idlib an

Weitere Kämpfe gab es rund um den Militärflughafen Taftanas in Idlib. Die syrischen Rebellen haben den Militärflughafen – eine der letzten Bastionen der Regierungstruppen in der Provinz - angegriffen. Ein Rebellensprecher sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija am Mittwoch, die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten den Flughafen zuletzt vor allem benutzt, um Helikopter mit Fässern voller Sprengstoff zu bestücken. Diese Fässer waren in den vergangenen Monaten von der Armee wie Bomben über mutmaßlichen Rebellenstützpunkten abgeworfen worden. Die Provinz Idlib grenzt an die Türkei.

Am Mittwochmorgen zählten die Regimegegner auf ihrer Seite fünf Tote. Am Dienstag waren nach Informationen der in London ansässigen Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 90 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 27 Angehörige der Regierungstruppen.

Flughafen von Aleppo wegen schwerer Gefechte gesperrt

Am Dienstag flog die Luftwaffen nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte schwere Angriffe auf Daraja. Die Kämpfe seien ein Zeichen dafür, dass die Rebellen im Hauptstadtgebiet gegenüber den Truppen von Präsident Baschar al Assad weiter Boden gut gemacht hätten.

Wegen der Gefechte um den Stützpunkt der Brigade 80 nahe dem Flughafen von Aleppo sei der Airport am Montag geschlossen worden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Zuvor hatten die Rebellen gedroht, sowohl zivile als auch militärische Maschinen anzugreifen, die Aleppo anfliegen. Sie warfen der Regierung vor, Waffen auch in Zivilflugzeugen ins Land zu bringen.

Bereits am Montag hatten die Aufständischen staatlichen Medienberichten zufolge im ölreichen Osten des Landes eine Gaspipeline in die Luft gesprengt. Die Explosion habe sich rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Deir el Sur ereignet, meldete SANA. Die Pipeline versorgte Elektrizitätswerke und eine Düngemittelfabrik, wie ein Sprecher des Ölministeriums sagte. Um der Regierung finanziell zu schaden, greifen die Rebellen häufiger Öl- und Gasanlagen an.

Erdogan ruft Assad erneut zum Rückzug auf

Unterdessen erhöht die Türkei abermals den politischen Druck auf das Nachbarland. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte den syrischen Staatschef Assad erneut zum Rücktritt auf. Mehr als 100 Länder hätten bereits die oppositionelle Syrische Nationalkoalition als legitime Vertreter des syrischen Volkes anerkannt, sagte Erdogan in einer Rede in dem Grenzort Akcakale. "Das bedeutet, dass mehr als 100 Staaten Assad nicht länger anerkennen. Das bedeutet, dass Assad gehen muss", zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef. "Führer, die von ihrem Volk nicht mehr akzeptiert werden, können nicht an der Macht bleiben."

Nach Gesprächen mit Assad und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow warnte der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi vor einem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Syrien. Im kommenden Jahr drohe eine Herrschaft der Kriegsfürsten mit bis zu 100.000 weiteren Toten, sagte Brahimi. "Wenn es in den kommenden Monaten keine Lösung gibt, werden Frieden und Sicherheit in der Welt von Syrien direkt bedroht. Die Alternativen sind: Eine politische Lösung oder der vollständige Zusammenbruch des syrischen Staates."

(abendblatt.de/dapd/dpa)
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