22.11.12

5. Zukunftskonferenz

Trotz Krise: Maritime Branche mit positiven Aussichten

Maritimer Ausschuss der Industrie-und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommern blickt positiv in die Zukunft der Branche.

Foto: dapd
5. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft e.V.
Die 5. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft e.V. fand am Donnerstag in Rostock statt

Rostock. Trotz der P+S-Werftenkrise in Wolgast und Stralsund sieht der maritime Ausschuss der drei Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern eine positive Zukunft für die gesamte Branche im Land. Möglicherweise würden künftig weniger Schiffe gebaut, doch die notwendigen Umstrukturierungen etwa in Richtung des Offshore-Zulieferbereichs liefen bereits mit Hochdruck, sagte der Rostocker IHK-Präsident Wolfgang Hering am Donnerstag bei der 5. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft des Landes. Es habe sich in der Vergangenheit stets gezeigt, dass wegfallende Jobs im Schiffbau von anderen Bereichen der Branche aufgefangen werden könnten.

Um dem drohenden Nachwuchsproblemen Herr zu werden, unterstützt das Wirtschaftsministerium befristet die Einstellung von ingenieurtechnischem Personal bei maritimen Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Zulieferer durch die Entwicklung marktfähiger Produkte zu erhalten und weiter auszubauen, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Die Dauer der Förderung betrage 24 Monate, der maximale Zuschuss ist auf 20.000 Euro jährlich je geschaffenem Arbeitsplatz begrenzt.

Das Wissen um die Bedeutung der maritimen Wirtschaft hat sich nach Herings Worten noch nicht in ganz Deutschland herumgesprochen. Dies zeige sich auch an der unterschiedlichen Behandlung in Krisensituationen. Als vor wenigen Jahre die Automobilbranche in der Krise war, sei sehr schnell die Abwrackprämie beschlossen worden. Wenn es aber etwa um Schiffbauhilfen gehe – so unterstütze etwa die Konkurrenz aus Asien ihre Werften massiv -, sei es sehr schwierig, praktische Hilfe zu bekommen.

Hintergrund sei wohl, dass viele der einflussreichen Politiker aus dem Süden kämen. Es fehle am Verständnis, dass ein Großteil des internationalen Handels über Schiffe abgefertigt werde.

dpa/mv
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