13.11.12

Hamburger Hafen

Weniger Container-Umschlag bei Hafenbetreiber HHLA

Umschlagwachstum in den ersten drei Quartalen schwächt sich ab. Vorstand hält trotz Umsatzrückgang an Planungen für das Gesamtjahr fest.

Foto: dapd
Hamburger Hafen und Logistik AG
Die Abkühlung der Weltkonjunktur hat das Wachstum des größten deutschen Hafenbetreibers HHLA gebremst

Hamburg. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) spürt die konjunkturelle Eintrübung: In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sich der Containerumschlag abgeschwächt. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des dritten Quartals 2012 wie von uns erwartet weiter eingetrübt", erklärte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters am Dienstag.

Deswegen hat das Unternehmen auch seine für dieses Jahr geplanten Investitionen um 50 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro verringert.

5,4 Millionen Standardcontainer bedeuten zwar noch ein Plus von 1,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Zum Halbjahr hatte das Unternehmen aber noch eine Steigerung von 3,0 Prozent verzeichnet.

Trotz Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis in den ersten neun Monaten hielt der Vorstand an seinen Planungen für das Gesamtjahr fest. "Wir erwarten weiterhin einen Containerumschlag auf dem Niveau des Vorjahres und streben auf dieser Basis ein Umsatzvolumen im Bereich von 1,1 Milliarden Euro sowie ein Betriebsergebnis in einem Zielkorridor von 170 bis 190 Millionen Euro an", sagte Peters.

Die Erlöse gingen von Januar bis September um 7,2 Prozent auf 847,2 Millionen Euro zurück. Die HHLA hatte im Oktober seinen polnischen Bahn-Ableger Polzug komplett übernommen und zuvor andere Bahnbeteiligungen neu geordnet.

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich im Berichtszeitraum um 12,6 Prozent auf 143,8 Millionen Euro. Das Unternehmen habe im Jahresverlauf Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung auf den Terminals ergriffen, teilte die HHLA mit. Dies stärke angesichts des sich verzögernden Fahrrinnenausbaus der Unterelbe auch die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens.

Die Bestätigung der Prognose hat den HHLA-Aktien am Dienstag ins Plus verholfen. Die Papiere legten im MDax um 2,4 Prozent auf 18,25 Euro zu. Stefan Kick, Analyst bei Silvia Quandt Research, äußerte sich allerdings skeptisch: Der konjunkturelle Gegenwind könnte die Aktien mittelfristig belasten, schrieb er in einem Kommentar. Er bewertet die Papiere mit "Neutral" und einem Kursziel von 20 Euro.

Das ist der HHLA
Die Geschichte von Hamburgs größtem Hafenunternehmen

Ob Gewürzlager in der Speicherstadt, Stückgutverladung am Burchardkai oder der vollautomatische Containerumschlag in Altenwerder: Seit 126 Jahren ist die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wie kein anderes Unternehmen mit der Entwicklung des Hafens und der gesamten Hafenstadt verbunden.

Um die Speicherstadt im Freihafen bauen und betreiben zu können gründen Hamburger Kaufleute am 7. März 1885 die "Hamburger Freihafen- Lagerhaus-Gesellschaft" (HFLG) – das direkte Vorgängerunternehmen der HHLA.

Knapp 30 Jahre wird an der Speicherstadt gebaut, bis sie schließlich 1912 eröffnet wird. Lange Zeit ist sie der modernste und größte Lager-Komplex der Welt.

Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, beginnt auch im Hamburger Hafen ein dunkles Kapitel. KZ-Häftlinge, vornehmlich aus dem nahe gelegenen Lager Neuengamme, müssen für die HHLA im Hafen arbeiten. Bei Luftangriffen werden im Zweiten Weltkrieg große Teile des Hafens zerstört. Doch der Hafen und die HHLA erholen sich wieder. Die britischen Besatzer vertrauen die Logistik des Hafens schnell wieder der HHLA an.

Das Wirtschaftswunder sorgt im Hafen für viel Veränderung: Die Sackkarre wird als allgegenwärtiges Transportmittel vom ersten Gabelstapler abgelöst. Mit dem Hafen wächst auch die HHLA. In den sechziger Jahren baut das Unternehmen den modernsten Bananenschuppen Europas und mit dem Überseezentrum das größte Verteilerschuppen.

Am Burchardkai schlägt die HHLA 1967 den ersten Container um. Die Ära des neuen Transportmittels bricht an. Die erste moderne Containerbrücke wird gebaut. Aus 45 Metern Höhe wird das erste Vollcontainerschiff von der HHLA abfertigt.

Technische Fortschritte bleiben wichtig um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Bereits 1984 setzt die HHLA ein neuartiges Funksystem ein, um Daten zu verschicken. Mittlerweile transportieren die spinnenartigen Van-Carrier die Container durch den Hafen.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs gewinnt der Hamburg Hafen wieder an Bedeutung für den Handel mit Osteuropa. Der Hafen wächst weiter. Doch die Flächen werden knapp. Der Stadtteil Altenwerder muss der Expansion weichen.

1998 verlassen die letzten Einwohner ihre Häuser. Vier Jahre später nimmt die HHLA den Container-Terminal Altenwerder in Betrieb. Alleine die Kaimauer ist 1,4 Kilometer lang.

Nach langen Diskussionen wird das Unternehmen 2007 teilprivatisiert und geht als Aktiengesellschaft an die Börse. Mit insgesamt 5000 Mitarbeitern in den vier Segmenten Container, Intermodaler Verkehr, Logistik und Immobilien ist das Unternehmen heute weltweit aufgestellt.

Die Wirtschaftskrise 2009 trifft auch die HHLA als größtes Unternehmen im Hafen. Der Umsatz sinkt um 339 Millionen Euro auf insgesamt 988 Millionen Euro; der Containerumschlag geht um rund 33 Prozent zurück.

Quelle: dpa

dpa/rtr/ha
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