28.01.13

Raumfahrtprogramm

Iran schickt einen Affen in den Weltraum

Das staatliche Fernsehen meldet, der Iran habe am Dienstag erfolgreich einen lebenden Affen in einer Raumkapsel in den Weltraum gesandt.

Foto: AFP
Im Februar 2012 schickte der Iran den Überwachungs-Satelliten "Navid" ins All
Im Februar 2012 schickte der Iran den Überwachungs-Satelliten "Navid" ins All

Hamburg/Dubai. Der Iran hat laut eigenen Angaben erfolgreich einen lebenden Affen in den Weltraum geschickt. Das meldet der staatliche Auslandssender "Press TV". Die im Iran angefertigte Raumkapsel "Pionier" sei am vergangenen Dienstag auf einer Trägerrakete gestartet - am Geburtstag des Propheten Mohammed. Sie habe eine Höhe von mehr als 120 Kilometern erreicht und anschließend "ihre Ladung intakt zurückgebracht", meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna am Montag unter Berufung auf eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Laut Sender sei der Affe lebend geborgen worden.

Die Raumfahrtmission sei eine Vorbereitung für das bemannte Raumfahrtprogramm des islamischen Staates, zitiert "Press TV" den Direktor der iranischen Raumfahrtagentur, Hamid Fazeli. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will Teheran auch Menschen ins All schicken, sagte Fazeli.

Unterdessen hat der Iran hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach es in der unterirdischen Atomanlage Fordow zu einer großen Explosion gekommen ist. Bei diesen Meldungen handele es sich um "westliche Propaganda", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag den Vize-Chef der iranischen Atom-Energiebehörde, Said Schamseddin Bar Brudi. Auch der Chef des Sicherheitskomitees des Parlaments, Alaeddin Borudscherdi, dementierte die Berichte.

Einige israelische und westliche Medien hatten am Freitag eine Explosion in Fordow gemeldet, die erheblichen Schaden angerichtet haben soll. Das US-Nachrichtenportal WND hatte unter Berufung auf einen ehemaligen Offizier des iranischen Geheimdienstes berichtet, bei der Explosion seien 240 Mitarbeiter in dem Berg, in dem sich die Anlage befindet, eingeschlossen worden. Auch die "Welt am Sonntag" berichtete von dem Vorfall und berief sich dabei auf einen Iran-Experten mit Geheimdienstkontakten.

Fordow befindet sich in der Nähe der Stadt Kom. Ende 2011 begann der Iran, in dieser Stätte Uran auf 20 Prozent anzureichern. Der Iran steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet dies, räumt die Verdachtsmomente aber nicht aus. Die USA und Israel haben einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Derweil sind elf Journalisten im Iran wegen angeblicher Verbindungen zu persischsprachigen Auslandssendern festgenommen worden. Es handele sich um Reporter von vier Teheraner Tageszeitungen, einem Wochenblatt und der Nachrichtenagentur Ilna, wie iranische Medien am Montag berichteten. Ihnen werde Kooperation mit den oppositionellen "persischsprachigen anti-revolutionären Medien" vorgeworfen.

Diesen Begriff verwendet Teheran vor allem für die britische BBC und den amerikanischen Sender "Voice of America" (VOA), die im Iran in der Landessprache senden. Teheran wirft ihnen vor, der islamischen Revolution Schaden zufügen zu wollen. Die Sender sind daher verboten. Jede Zusammenarbeit akkreditierter Journalisten mit ihnen gilt als Verstoß. Die Sender können im Iran über Satellit empfangen werden.

(br/rtr/dpa)
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