28.01.13

Atomprogramm

Iran weist Berichte über Explosion in Atomanlage zurück

Mehrere israelische und westliche Medien hatten von einer Explosion in der iranischen Atomanlage Fordow in der Nähe von Kom berichtet.

Foto: dpa
IAEA legt Iran-Bericht vor
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in der Atomfabrik in Natans

Dubai. Der Iran hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach es in der unterirdischen Atomanlage Fordow zu einer großen Explosion gekommen ist. Bei diesen Meldungen handele es sich um "westliche Propaganda", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag den Vize-Chef der iranischen Atom-Energiebehörde, Said Schamseddin Bar Brudi. Auch der Chef des Sicherheitskomitees des Parlaments, Alaeddin Borudscherdi, dementierte die Berichte.

Einige israelische und westliche Medien hatten am Freitag eine Explosion in Fordow gemeldet, die erheblichen Schaden angerichtet haben soll. Das US-Nachrichtenportal WND hatte unter Berufung auf einen ehemaligen Offizier des iranischen Geheimdienstes berichtet, bei der Explosion seien 240 Mitarbeiter in dem Berg, in dem sich die Anlage befindet, eingeschlossen worden. Auch die "Welt am Sonntag" berichtete von dem Vorfall und berief sich dabei auf einen Iran-Experten mit Geheimdienstkontakten.

Fordow befindet sich in der Nähe der Stadt Kom. Ende 2011 begann der Iran, in dieser Stätte Uran auf 20 Prozent anzureichern. Der Iran steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet dies, räumt die Verdachtsmomente aber nicht aus. Die USA und Israel haben einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Unterdessen sind elf Journalisten im Iran wegen angeblicher Verbindungen zu persischsprachigen Auslandssendern festgenommen worden. Es handele sich um Reporter von vier Teheraner Tageszeitungen, einem Wochenblatt und der Nachrichtenagentur Ilna, wie iranische Medien am Montag berichteten. Ihnen werde Kooperation mit den oppositionellen "persischsprachigen anti-revolutionären Medien" vorgeworfen.

Diesen Begriff verwendet Teheran vor allem für die britische BBC und den amerikanischen Sender "Voice of America" (VOA), die im Iran in der Landessprache senden. Teheran wirft ihnen vor, der islamischen Revolution Schaden zufügen zu wollen. Die Sender sind daher verboten. Jede Zusammenarbeit akkreditierter Journalisten mit ihnen gilt als Verstoß. Die Sender können im Iran über Satellit empfangen werden.

(br/rtr/dpa)
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