Fr, 25.01.13, 09.48

Menschenrechtsverletzungen Malische Armee will wegen Vorwürfen ermitteln

Malische Soldaten

Foto: dpa

Malische Soldaten

Malische Soldaten werden beschuldigt, Araber und Tuareg in Nordmali außergerichtlich in Massenexekutionen hingerichtet zu haben.

Nairobi. Die malische Armee will wegen der Vorwürfe ermitteln, Soldaten hätten beim Vormarsch in Malis Norden schwere Menschenrechtsverletzungen verübt. Das berichtete die BBC am Freitag unter Berufung auf einen namentlichen nicht genannten Offizier in der malischen Stadt Mopti. Bewohner der bislang von Islamisten kontrollierten Städte im Norden des westafrikanischen Landes und Menschenrechtsorganisationen hatten die malische Armee beschuldigt, Araber und Tuareg außergerichtlich in Massenexekutionen hingerichtet zu haben.

Mopti ist eine der Städte, in denen Hinrichtungen stattgefunden haben sollen. Die ehemalige Touristenmetropole am Niger liegt in der Nähe eines der wenigen Flughäfen im Norden, die von schweren Militärmaschinen angeflogen werden können. Die Armee hatte Journalisten den Zugang zu der Stadt und anderen Kampfgebieten verwehrt.

Die malische Armee besteht mehrheitlich aus Schwarzafrikanern aus dem Süden des Landes. Das Verhältnis zwischen den hellhäutigeren Tuareg und den schwarzafrikanischen Ethnien ist seit Jahrzehnten angespannt. Nach dem Beginn des jüngsten Tuareg-Aufstands Anfang 2012 kam es im Süden Malis zu Ausschreitungen und Pogromen gegen Angehörige des Nomadenvolkes. Viele Schwarzafrikaner werfen ihnen vor, durch wiederholte Rebellionen die Stabilität des Landes permanent zu gefährden. Die Tuareg fühlen sich von der Regierung im Süden seit Jahrzehnten politisch ausgeschlossen und wirtschaftlich vernachlässigt.

Im Kampfgebiet im Zentrum Malis sind unterdessen weitere afrikanische Soldaten zur Verstärkung der französischen und malischen Einheiten eingetroffen. Am Donnerstag erreichten rund 150 Soldaten aus Burkina Faso die Stadt Markala, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt.

Die französische Luftwaffe flog unterdessen weitere Angriffe auf Ziele, die mutmaßlich von Islamisten genutzt werden. In der Stadt Ansongo im Osten Malis wurden nach Medienberichten zwei ehemalige Regierungsgebäude getroffen, die nach offiziellen Angaben von den Islamisten als Materiallager benutzt wurden.