23.01.13

Patriot-Einsatz Demonstranten greifen deutsche Soldaten in der Türkei an

Proteste gegen Stationierung von "Patriot"-Raketen in der Tuerkei

Foto: dapd

Proteste gegen Stationierung von "Patriot"-Raketen in der Tuerkei Foto: dapd

Angreifer gehören zur Jugendorganisationen TGB der kleinen linksnationalen Partei IP. Sie riefen wohl Sprechchöre gegen die Nato.

Berlin/Iskenderun. Demonstranten haben in der südtürkischen Hafenstadt Iskenderun eine Gruppe der in das Land verlegten Bundeswehrsoldaten tätlich angegriffen. Die in Zivil gekleideten Soldaten seien beim Verlassen eines Geschäftes von etwa 40 Menschen angepöbelt und bedrängt worden, teilte die Bundeswehr am Dienstag mit. Die Deutschen gehören zum Einsatzkontingent "Active Fence Turkey", dass den Nato-Partner Türkei mit "Patriot"-Luftabwehrraketen gegen mögliche Angriffe aus Syrien schützen soll.

"Dabei wurde einem der Soldaten ein Sack über den Kopf gezogen, in dem sich weißes Pulver oder Puder befand. Die Soldaten konnten in umliegende Geschäfte flüchten", erklärte die Bundeswehr. Die türkische Polizei sei bei dem Zwischenfall am Montag unmittelbar eingeschritten und habe eine weitere Eskalation verhindert. Unter den Deutschen gab es keine Verletzten.

Türkische Medien berichteten am Dienstag, die Demonstranten gehörten zur Jugendorganisationen TGB der kleinen linksnationalistischen Partei IP ("Arbeiterpartei"). Sie hätten Sprechchöre gegen die Nato und den Einsatz von Nato-Soldaten in der Türkei gerufen.

TGB-Aktivisten haben in den vergangenen Jahren mehrfach ausländische Soldaten und Touristen attackiert und ihnen Säcke über den Kopf gezogen. Die tätlichen Angriffe gelten auch als Reaktion auf die Gefangennahme türkischer Soldaten im Irak durch US-Soldaten im Jahr 2003. Den Türken waren damals mit Säcken über den Köpfen zum Verhör abgeführt worden.

((dpa/abendblatt.de) )