17.01.13

Syrien-Konflikt

Aktivisten berichten von neuem Massaker bei Homs

Es soll mehr als hundert tote Zivilisten geben - darunter auch Frauen und Kinder. Regierungsvertreter in Damaskus weist die Vorwürfe zurück

Foto: REUTERS
Ein Bild aus einem Stadtteil von Homs. Laut Aktivisten sind mehr als hundert Menschen in Homs getötet worden
Ein Bild aus einem Stadtteil von Homs. Laut Aktivisten sind mehr als hundert Menschen in Homs getötet worden

Beirut. Regimetreue Truppen in Syrien haben laut Aktivisten abermals ein Massaker an Zivilisten verübt. Mindestens 106 Menschen, darunter Frauen und Kinder, seien in einem Dorf vor der Stadt Homs in Zentralsyrien getötet worden, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Die Soldaten hätten Häuser angezündet und ganze Familien förmlich hingerichtet, hieß es weiter.

Auch ein Aktivist in Homs bestätigte, dass es bei dem Blutbad in dem Dorf Haswije am Dienstag mindestens 100 Tote gegeben habe. Omar Idilbi von den örtlichen Koordinierungskomitees sprach von fast 40 Toten, jedoch seien seine Zahlen noch von Mittwoch und seither seien mehr Leichen entdeckt worden. Bereits Anfang der Woche war es rund um die Stadt Homs zu Gefechten gekommen.

Ein Regierungsvertreter in Damaskus, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies die Berichte über die Tötungen zurück. Es habe kein solches Massaker gegeben. Das Militär beschütze die Bevölkerung und ihre Besitztümer, sagte der Gewährsmann. Es gebe jedoch immer wieder Opfer, da Rebellen Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" benutzten, fügte er hinzu.

Das Dorf Haswije vor der Stadt Homs liegt unweit der Region Hula, in der vergangenen Mai bei einem zweitägigen Massaker 108 Menschen getötet worden waren. Die UN bezeichneten die Morde in Hula als Kriegsverbrechen der Regierungstruppen und regimetreuen Schabiha-Milizen.

Homs selbst ist nach Damaskus und Aleppo die drittgrößte Stadt Syriens. Mehrfach war die Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe seit dem Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al Assad im März 2011.

(dapd/abendblatt.de)
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