16.01.13

Sicher Reisen Welche Länder in der Welt am gefährlichsten sind

Von Kira Hanser

Je heller die Länder eingefärbt sind, desto unbedenklicher ist das Sicherheitsrisiko

Foto: Infografik Die Welt

Je heller die Länder eingefärbt sind, desto unbedenklicher ist das Sicherheitsrisiko Foto: Infografik Die Welt

Die neue Risiko-Weltkarte zeigt, welche Regionen Urlauber meiden sollten – und welche sie unbedenklich besuchen können.

Hier herrscht seit Jahren Alarmstufe Rot: Die gefährlichsten Länder der Welt sind Somalia und Afghanistan, es gilt weiterhin ein extremes Risiko für Reisende. In der afghanischen Hauptstadt Kabul sorgt immerhin die Militärpräsenz für eine vermeintlich geringfügig höhere Sicherheit.

Genauso gefährlich ist es 2013 für Reisende im Irak (bis auf die Autonome Region Kurdistan in Norden des Landes), im Norden des Kongo (Kivu Provinz), in der Region Darfur im Sudan und im Gazastreifen in den Palästinensischen Autonomiegebieten.

In diesen Ländern und Regionen sind der Einstufung zufolge Recht und Gesetz außer Kraft gesetzt, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände und die permanente Gefahr von Terroranschlägen. Nun sind dies nicht gerade Länder, in die man freiwillig einreist. Trotzdem kann die brenzlige Lage rasch auf Nachbarstaaten übergreifen.

Die "RiskMap 2013" der internationalen Unternehmensberatung für Risikomanagement Control Risks in London untersucht die Sicherheit für Geschäftsreisen und klassifiziert einmal pro Jahr die Länder in fünf Risikostufen: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem.

Das Sicherheitsrisiko wird ermittelt aus der Zahl der Diebstähle und Kleinkriminalitätsdelikte, Überfälle, Entführungen und bewaffneten Übergriffe sowie von Sachbeschädigungen, Betrug und der Gefahr von Terroranschlägen.

Das sind die sechs Absteigerstaaten in Sachen Risiko, die als Pulverfässer gelten:

Nigeria

Im afrikanischen Staat Nigeria hat sich die Lage deutlich verschärft. In einigen Landesteilen wie Borno und Yobe ist das Gewaltpotenzial für Reisende lebensbedrohlich; im Rest des Landes wie in der Metropole Lagos, im Nordosten, im Süden und in der Bergregion sowie im Südosten herrscht inzwischen ein hohes Risiko.

Das Auswärtige Amt hat eine Teil-Reisewarnung herausgegeben und rät ohnehin grundsätzlich von nicht notwendigen Reisen nach Nigeria ab.

Syrien

In Syrien wird sich nach Einschätzung der Sicherheitsexperten die Lage nach dem ausgebrochenen Bürgerkrieg deutlich verschlimmern; das Sicherheitsrisiko ist extrem. Das Auswärtige Amt warnt deutlich vor Reisen nach Syrien und fordert noch einmal mit Nachdruck alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise auf.

Aufgrund Syriens Lage als Nachbarstaat des Irak und des Libanon muss auch die Entwicklung der Sicherheitslage in diesen beiden Staaten mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden.

Mali

Die politische Lage wird deutlich instabiler; islamistische Extremisten liefern sich mit der Armee im Norden Gefechte; es kommt seit dem 7. Januar erneut zu heftigen Auseinandersetzungen und gewalttätigen Demonstrationen.

Das Auswärtige Amt warnt: In Mali kämpft Frankreichs Luftwaffe, um islamistische Kräfte zurückzuschlagen. Die Nordosthälfte des Landes ist gegenwärtig jeder staatlichen Kontrolle entzogen. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Mali.

Alle Deutschen, deren Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich ist, sollten das Land mit dem Flugzeug verlassen. Die Überlandstraßen werden für den zivilen Verkehr gesperrt.

Seit dem Eingreifen französischer Truppen ist es zu heftigen bewaffneten Auseinandersetzungen insbesondere im Gebiet um die Stadt Konna, aber auch bei Mopti und zu Luftangriffen auf Gao, Douentza, Leré und Timbuktu gekommen. Die Ortschaft Diabali (Provinz Ségou) ist von islamistischen Rebellen eingenommen worden.

Mexiko

In den mittleren und nördlichen Landesteilen besteht ein hohes Sicherheitsrisiko, das 2013 deutlich gestiegen ist. Auch das Auswärtige Amt stellt fest: Allein in Mexiko-Stadt werden täglich mehrere Hundert kriminelle Delikte gemeldet. Seit Beginn des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität Ende 2006, in dem auch Militär eingesetzt wird, sind mehr als 42.000 Menschen getötet worden.

Die Gewalt wütet besonders in den nördlichen Bundesstaaten an der Grenze zu den USA sowie den mittleren Bundesstaaten wie beispielsweise Zacatecas, San Luís Potosí und Michoacán und den dort gelegenen Großstädten wie Tijuana, Ciudad Juarez, Reynosa, Monterrey, Torreon und Chihuahua.

Auch die Städte Monterey und das beliebte Seebad Acapulco sind Brennpunkte, hier kommt es zu Schießereien auf den Straßen wegen Kartellkriegen.

Griechenland

In den beiden größten Städten Athen und Thessaloniki ist aufgrund wachsender Kriminalität und gewalttätiger Proteste das Sicherheitsrisiko 2013 von niedrig auf mittel hochgestuft worden. Auch das Auswärtige Amt stellt fest: Besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Plätzen kommt es vermehrt zu Taschendiebstählen.

Ukraine

Die Sicherheitsexperten haben einen deutlichen Anstieg von Gewaltkriminalität wie Einbrüche, Betrugsfälle und Diebstahl festgestellt. Auch gibt es vermehrt fremdenfeindliche und antisemitische Übergriffe gegenüber Ausländern.

Das Auswärtige Amt stellt fest: Flugpassagiere berichten in letzter Zeit vermehrt von Gepäckdiebstahl oder durchwühlten Koffern, insbesondere bei Ankunft am Flughafen Kiew-Boryspil. Es wird daher dringend empfohlen, bei Reisen in und aus der Ukraine Wertgegenstände und Dokumente ausschließlich im Handgepäck zu verstauen und die Koffer abzuschließen.

Die Aufsteiger

Und das sind die drei Aufsteigerstaaten, in denen sich die Sicherheit verbessert hat: Thailand, Bosnien-Herzegowina und Tansania wurden mit niedrigem Risiko bewertet – und stehen damit auf derselben Sicherheitsstufe wie Deutschland.

Die sichersten Reiseländer

Und die sichersten Reiseziele, die als unbedenklich gelten? Dazu zählen die Schweiz und die Karibikziele Bermudas, Anguilla, British Virgin Islands und Dominica, die skandinavischen Länder Finnland und Island sowie die Kleinstaaten Monaco, Andorra, Malta, Luxemburg und Liechtenstein.