17.11.12

Nahost-Konflikt im Liveticker Israelische Luftwaffe bombardiert Hamas-Regierungsgebäude

An explosion and smoke are seen after Israeli strikes in Gaza City

Foto: REUTERS

An explosion and smoke are seen after Israeli strikes in Gaza City Foto: REUTERS

Nach Hamas-Angaben wurden seit Beginn der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen bislang 30 Palästinenser getötet.

Gaza/Jerusalem. Israelische Kampfflieger haben am Sonnabend Regierungsgebäude der Hamas in Gaza bombardiert. Attackiert wurden das Büro des Ministerpräsidenten Ismail Hanijeh sowie eine Polizeizentrale, teilte die Hamas mit. Ein israelischer Militärsprecher bestätigte den Angriff auf Hanijehs Büro. Dort hatte dieser am Freitag noch den ägyptischen Ministerpräsidenten Hisham Kandil empfangen.

Nach Hamas-Angaben wurden seit Beginn der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen bislang 30 Palästinenser getötet, 14 Soldaten und 16 Zivilisten, darunter acht Kinder und eine schwangere Frau. Auf israelischer Seite starben am Donnerstag drei Zivilisten durch eine Rakete. Laut israelischem Militär schlugen seit Freitag 133 Raketen auf israelischem Boden ein. 82 weitere wurden durch die Raketenabwehr abgefangen. Umgekehrt gab es mehrere Dutzend Luftangriffe Israels auf Ziele im Gazastreifen.

+++ So verlief der Freitag am Gazastreifen +++

Im Konflikt mit der radikal-islamischen Hamas bereitet sich Israel auf eine mögliche Bodenoffensive vor. Dafür will Verteidigungsminister Ehud Barak statt 16.000 nun bis zu 75.000 Reservisten zu den Waffen rufen, wie aus politischen Kreisen verlautete. Nahe der Grenze zum Gazastreifen fuhren Panzer und Panzerhaubitzen auf. Die israelische Armee sperrte drei Straßen für den zivilen Verkehr, die zu dem Küstenstreifen führen oder an ihn grenzen.

US-Präsident Barack Obama setzte sich in erneuten Telefonaten mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Ägyptens Präsident Mohamed Mursi für eine Deeskalation in der Gaza-Krise ein. Der ägyptische Ministerpräsident Kandil hatte am Freitag gesagt, sein Land sei zur Vermittlung bereit, um eine Waffenruhe auszuhandeln.

((Reuters))