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Verbote wegen Coronavirus: Merkel appelliert an Bürger

Kneipen geschlossen, Supermärkte geöffnet: Diese Leitlinien gelten jetzt

Wegen des sich weiter ausbreitenden Coronavirus haben sich die Bundesregierung und die Regierungschefs der Länder auf Leitlinien geeinigt. So sollen sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich weiter eingeschränkt werden.

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Die Ausbreitung des Coronavirus verändert das Leben auf der ganzen Welt. Alle Nachrichten zur Pandemie lesen Sie hier im Newsblog.

  • Die Coronavirus-Pandemie führt in Deutschland und Europa zu drastischen Maßnahmen
  • Das öffentliche Leben wird in weiten Teilen lahmgelegt
  • In allen deutschen Bundesländern bleiben die Schulen geschlossen oder die Schulpflicht wird ausgesetzt
  • Bayern hat den Katastrophenfall ausgerufen
  • Geschäfte, die nicht der Versorgung dienen, sollen demnächst geschlossen werden. Ausdrücklich geöffnet bleiben Supermärkte, Apotheken und Drogerien, Sanitätshäuser
  • Das Sonntagsverkaufsverbot wird für Versorgungsgeschäfte ausgesetzt
  • Restaurants sollen demnächst frühestens um 6 Uhr öffnen dürfen und um 18 Uhr schließen müssen
  • Bars, Kneipen, Clubs, Kinos, Theater und Sportstätten bleiben deutschlandweit geschlossen. Der Spielbetrieb in vielen Sport-Profiligen, auch in den deutschen Fußball-Bundesligen, wurde ausgesetzt
  • Es gibt verschärfte Kontrollen und Zurückweisungen an den deutschen Grenzen zu Frankreich, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Luxemburg
  • Die Bundesregierung hat für Unternehmen umfassende finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt, Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Verzicht auf soziale Kontakte aufgefordert
  • Gesundheitsminister Jens Spahn fordert Rückkehrer aus der Schweiz, Italien und Österreich auf, auch ohne Symptome in Quarantäne zu gehen
  • Das Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschmeldungen zum Coronavirus – unter anderem bei Whatsapp kursieren „Fake News“ über Ausgangssperren, eine angebliche Gefahr durch Ibuprofen und Heilmittel
  • Für Europäer gilt in vielen Ländern eine Einreisesperre, Flüge wurden gestrichen

Berlin. Die Coronavirus-Pandemie hat das Leben in vielen Teilen der Welt stark verändert. Auch in Europa wird das gesellschaftliche Leben angesichts Zehntausender Infektionen stark eingeschränkt.

Während das Robert-Koch-Institut (RKI) bislang von rund 4800 bestätigten Fällen in Deutschland spricht, sind nach unseren Recherchen bereits mehr als 7000 Sars-CoV-2-Infektionen auf Bundesgebiet nachgewiesen. Es gibt allerdings auch immer mehr Genesene. Unsere Redaktion sammelt Daten der deutschen Bundesländer und Gesundheitsbehörden rund um die Uhr – die Zahl ist daher aktueller als die des RKI. 14 Menschen sind bislang in Deutschland nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Weltweit gibt es inzwischen rund 175.000 nachgewiesene Infektionen, mehr als 6700 Menschen sind bisher an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Rund 77.000 Menschen gelten inzwischen als wieder genesen.

Ein Ende der Corona-Krise ist derzeit noch nicht absehbar: Virologen rechnen damit, dass die Infektionszahlen in Europa in den kommenden Wochen weiter massiv ansteigen werden.

Alle wichtigen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Newsblog:

Montag, 16. März: Coronavirus legt weite Teile des öffentlichen Lebens lahm

18.23 Uhr: Wir starten unser neues Newsblog – lesen Sie die aktuellen Entwicklungen hier: Coronavirus – über 7000 Infizierte und 14 Tote in Deutschland.

18.17 Uhr: Die Kanzlerin forderte Länder und Kommunen auf, die Verbote im Alltag konsequent durchzusetzen. „Ich glaube schon, dass man das umsetzen kann. Das muss sein, das ist dann Ordnungsrecht“, sagte sie im Kanzleramt. „Es hat ja keinen Sinn, eine Schule zu schließen und anschließend die gleiche Versammlung an Schülern auf einem Spielplatz zu haben.“

Merkel appellierte an das Einsehen und das Verständnis der Bürger, sich an die neuen Regeln zu halten. Je genauer sich jeder an die Vorgaben halte, desto schneller könne die Corona-Krise überstanden sein: „Wir wollen alle möglichst schnell hindurchkommen“. Es werde aber einen Prozentsatz an schweren Krankheitsverläufen geben. Dafür müsse das Gesundheitssystem gerüstet sein, betonte die Kanzlerin.

18.11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die drastischen Empfehlungen von Bund und Ländern zur Einschränkung des öffentlichen Lebens verteidigt. „Wir brauchen einschneidende Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen“, sagte Merkel am Montagabend bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt. Dort waren die Stühle so angeordnet, dass die Reporter in einem Abstand von mehreren Metern saßen.

Die wirksamste Maßnahme, um Corona- Infektionen zu verringern, sei „das Erhöhen der Distanz und der sozialen Kontakte“. Am Wochenende sei die Zahl der Infizierten noch einmal gestiegen. Der Staat wolle das Wirtschaftsleben, Medizin- und Energieversorgung, Dienstleistungen und Ernährung gewährleisten. Die Beschlüsse würden für eine bestimmte Zeit den Alltag in Deutschland verändern. Lesen Sie hier, wie weit die Einschränkungen reichen: Geschäfte, Spielplätze, Kirchen dicht – Das sind die Pläne.

17.48 Uhr: Frankreichs Regierungschef Édouard Philippe schlägt nach Medienberichten vor, die zweite Runde der Kommunalwahlen wegen der Coronavirus-Pandemie um mehrere Monate zu verschieben. Philippe habe sich bei den Vorsitzenden der Parteien für den 21. Juni als Wahltermin starkgemacht, berichteten die französische Nachrichtenagentur AFP und andere Medien unter Berufung auf übereinstimmende Quellen.

Die Endrunde der Wahlen war bislang an kommendem Sonntag geplant, die erste Runde der Wahlen fand am vergangenen Sonntag statt. Nach der ersten Runde hatte es in der französischen Öffentlichkeit deutliche Kritik gegeben, dass vor dem Hintergrund der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Krise im ganzen Land gewählt wurde.

17.29 Uhr: Auch das Urlaubsland Spanien schließt wegen der Coronavirus-Krise seine Grenzen. An allen Grenzübergängen würden die Kontrollen um Mitternacht wiedereingeführt, teilte Innenminister Fernando Grande-Marlaska in Madrid mit. Diese Maßnahme werde zunächst für die Dauer sogenannten Alarmzustandes gelten.

17.16 Uhr: Die Schweizer Regierung hat den Notstand wegen der Ausbreitung des Coronavirus erklärt. Ab Mitternacht müssten alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden, teilte die Regierung mit. Zudem gelte ab sofort ein allgemeines Versammlungsverbot, teilte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mit. Die Maßnahmen sollten vorerst bis zum 19. April gelten. Zudem bewilligte die Regierung einen Armee-Einsatz.

Coronavirus: Video-Botschaft von Bundespräsident Steinmeier

17.08 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen in einer Video-Botschaft um Verständnis für die weitreichenden Einschränkungen im Alltag aufgrund der Corona-Krise gebeten:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das sind außergewöhnliche Zeiten. Viele von uns sind verunsichert. Wir machen uns Sorgen um unsere Liebsten, um den Job, um die Zukunft. Deshalb das Wichtigste zuerst: Wir werden das Virus besiegen. Dafür bitte ich uns alle: Seien wir vernünftig! Seien wir solidarisch!“, sagte Steinmeier.

Er forderte alle Bürger auf, wenn möglich zu Hause zu bleiben. „Meiden Sie den Nahkontakt! Suchen und nutzen Sie andere Wege, um zu kommunizieren, zu arbeiten, einander hilfreich zu sein! Ich versichere Ihnen: Ihre Selbstbeschränkung heute wird morgen Leben retten.“ Der Bundespräsident zeigte sich überzeugt davon, dass Bundes- und Landesregierungen alles täten, damit die Corona-Krise zu keiner Existenzkrise für Unternehmen, Arbeitnehmer und Selbstständige werde.

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Bargeld sei gewährleistet. Das Staatsoberhaupt dankte Krankenschwestern, Pflegern, Ärztinnen und Ärzten, Einsatzkräften und Krisenstäbe, Kassiererinnen und LKW-Fahrern. Steinmeier betonte, die Pandemie könne nur weltweit gemeinsam besiegt werden. „Viren haben keine Staatsangehörigkeit. Genauso wird das Gegenmittel keine Staatsangehörigkeit haben. Wir müssen jetzt als Europäer zusammenhalten.“

Wichtig sei nun Solidarität, statt „Egoismus des Jeder-für-sich“. Die Welt werde nach Corona eine andere sein. „In welcher Welt, in welcher Gesellschaft wir leben werden, hängt von uns ab. Ich glaube an unsere Vernunft, ich glaube an unsere Solidarität. Also: Halten wir heute voneinander Abstand – damit wir uns morgen wieder umarmen können. Alles Gute – und geben wir Acht aufeinander!“

Von der Leyen schlägt EU-Einreisestopp wegen Coronavirus vor

17.05 Uhr: Das große Fest zum 831. Hamburger Hafengeburtstag fällt aus. Wegen der anhaltenden Gefahr der Verbreitung des Coronavirus haben die Gesundheitsämter der Bezirke Altona und Hamburg-Mitte den Hafengeburtstag abgesagt, der ursprünglich vom 8. bis 10. Mai geplant war. Zu der Veranstaltung wurden rund eine Million Besucher erwartet.

16.27 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen vorläufigen Einreisestopp in die EU vorgeschlagen. Sie werde den EU-Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Vorschlag für „nicht notwendige Reisen“ in die Union unterbreiten, sagte von der Leyen in einer Video-Botschaft. Der Einreisestopp solle zunächst für 30 Tage gelten, könne aber falls notwendig verlängert werden.

16.05 Uhr: Auch die Spielplätze in Deutschland sollen schließen. In dem unserer Redaktion vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder heißt es, neben öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie Fitnessstudios seien auch Spielplätze für den Publikumsverkehr zu sperren.

Coronavirus: Restaurants sollen täglich um 18 Uhr schließen

15.59 Uhr: Bund und Länder verbieten bis auf weiteres Gottesdienste, Treffen in Vereinen und Busreisen. Das geht aus einem unserer Redaktion vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder hervor. Dort heißt es unter anderem unter Punkt drei: Zu verbieten seien „Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften“.

Auch sollen Besuche von Angehörigen und Freunden in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Pflege- und Wohnheimen eingeschränkt werden. „Ein Besuch einmal am Tag, für eine Stunde, allerdings nicht von Kindern unter 16 Jahren, nicht von Besuchern mit Atemwegsinfektionen, etc., lauten die Beschlüsse von Regierung und Bundesländern.

15.54 Uhr: Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen für den Tourismus in Deutschland die Verbreitung des Coronavirus bremsen. In einem unserer Redaktion vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder heißt es, es seien Regelungen zu erlassen, „dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können“.

15.50 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18 Uhr schließen und frühestens um 6 Uhr öffnen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder hervor, der un vorliegt.

Schließung von vielen Geschäften wegen Coronavirus – Supermärkte bleiben offen

15.19 Uhr: Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Corona-Krise aus Regierungskreisen erfuhr.

Wie Bundesregierung und Ministerpräsidenten mitteilten, werden „ausdrücklich NICHT geschlossen“ der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

Alle diese Geschäfte sollen bis auf Weiteres sogar sonntags öffnen dürfen. Damit es keine lange Schlangen gibt und Infektionen verhindert werden, müssen die Geschäfte Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen ergreifen.

Das bedeutet, in Supermärkten und Baumärkten muss es Hinweise und Markierungen geben, damit Kunden Mindestabstände einhalten. Ebenso soll es überall Desinfektionsstationen geben. „Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.

15.06 Uhr: Die Fußball-Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens zum 2. April. Das wurde während der Mitgliederversammlung der 36 Profi-Clubs in Frankfurt am Main entschieden.

15.01 Uhr: Der Außenhandelsverband BGA sieht in der Coronavirus-Krise eine flächendeckende Versorgung mit Waren in Deutschland sichergestellt. BGA-Sprecher André Schwarz sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, zwar sei die Versorgung schwieriger geworden, auch weil Produkte passgenau geliefert werden müssten. Durch Grenzkontrollen könne es zu Verzögerungen kommen. Politiker mahnen derweil, Hamsterkäufe zu unterlassen. Mehr dazu hier: Hamsterkäufe in ganz Europa – Politik mahnt zur Gelassenheit

Coronavirus-Impfung: Machte Trump deutscher Firma Angebot?

14.36 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will dem offenbar wegen eines möglichen Coronavirus-Impfstoffs von der US-Regierung umworbenen deutschen Pharmaunternehmen CureVac Unterstützung anbieten. Von der Leyen werde am späten Nachmittag mit dem Management der Tübinger Firma eine Videokonferenz abhalten, sagte ein Kommissionssprecher. Dabei gehe es um Wege, „wie die Aktivitäten dieser Firma in Europa unterstützt werden können“.

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ wollte US-Präsident Donald Trump versuchen, sich exklusiv einen Corona-Impfstoff zu sichern, an dem CureVac derzeit arbeitet. Angeblich wurde der Firma ein hoher Betrag geboten, um in die USA zu kommen. CureVac arbeitet demnach gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus. Der Fall hatte auch die deutsche Politik mobilisiert.

Coronavirus: RKI rechnet kommende Woche mit Effekten von Schutzmaßnahmen

14.20 Uhr: Angesichts der massiven Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus rechnet das Robert-Koch-Institut (RKI) frühestens Ende kommender Woche mit möglichen Effekten. „Man müsste nach zehn bis zwölf Tagen sehen, ob diese Maßnahmen greifen“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade in Berlin mit Blick auf die Entwicklung der Fallzahlen. Medizinerverbände forderten unterdessen noch tiefergehende Einschnitte im öffentlichen Leben.

Schaade bekräftigte, es sei wichtig, Kontakte und Menschenansammlungen wegen der Ansteckungsgefahr zu meiden. Daher sei die Schließung von Schulen, Kitas, Clubs und anderen öffentlichen Einrichtungen sinnvoll. „Grundsätzlich ist alles gut, was Abstand zwischen die Leute bringt“, sagte Schaade. Je nachdem, ob die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigten, müsse geprüft werden, ob dies ausreiche.

In diesem Zusammenhang warnte der RKI-Vizepräsident vor sogenannten privaten „Corona-Partys“, zu denen offenbar teilweise eingeladen werde. „Bitte tun Sie das nicht und schränken Sie das gesellschaftliche Leben ein“, forderte Schaade.

Hamburger stirbt an den Folgen einer Coronavirus-Infektion

13.33 Uhr: Erstmals ist in Hamburg ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben und man habe nun bei Untersuchungen posthum den Virus festgestellt. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

12.51 Uhr: Der Mutterkonzern des Autobauers Opel, die französische PSA-Gruppe, schließt wegen der Coronavirus-Pandemie alle Werke in Frankreich. Das verlautete am Montag aus Gewerkschaftskreisen. Zuvor hatten schon der US-italienische Autobauer Fiat Chrysler, der französische Autobauer Renault sowie der französische Reifenhersteller Michelin Werksschließungen wegen der Corona-Krise angekündigt.

Auch der französische Autobauer Renault macht wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie vier Fabriken in Spanien vorerst dicht. Die Schließung sei zunächst für Montag und Dienstag angeordnet, die weitere Entwicklung sei ungewiss. Grund für die Schließung der Fabriken sei der fehlende Nachschub und der Schutz der Beschäftigten, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Spanien.

Erste Überlegungen für Grundgesetzänderung im Bundestag

12.29 Uhr: Im Bundestag gibt es erste Überlegungen für eine Grundgesetzänderung, um die Handlungsfähigkeit auch dann zu erhalten, wenn das Parlament wegen der Corona-Epidemie nicht zusammentreten kann. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einem Gespräch von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit den Parlamentarischen Geschäftsführern der Fraktionen.

Unter ihnen bestand demnach aber Einigkeit, die für die kommende Woche geplante Sitzungswoche stattfinden zu lassen. Anschließend geht der Bundestag ohnehin erst einmal für drei Wochen in die Osterpause.

12.23 Uhr: Die Bundesregierung geht davon aus, dass mehrere tausend Deutsche wegen Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Vor allem in der Türkei, Marokko, Indonesien und den Philippinen haben Bundesbürger nach Angaben des Auswärtigen Amts Schwierigkeiten, nach Deutschland zurückzukehren.

Man sei mit Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern im intensiven Gespräch, „um möglichst pragmatische und möglichst schnelle Lösungen“ für eine Ausreise zu finden, sagte Sprecherin Maria Adebahr am Montag in Berlin.

In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Länder Flugverbindungen gekappt und Grenzen weitgehend geschlossen. Deswegen rät das Auswärtige Amt seit Sonntag grundsätzlich von Reisen ins Ausland ab – ein beispielloser Vorgang. „Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch“, schrieb Außenminister Heiko Maas (SPD) dazu auf Twitter.

Coronavirus: Hier dürfen Deutsche nicht einreisen
Coronavirus- Hier dürfen Deutsche nicht einreisen

11.45 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs halten am Dienstag einen weiteren Sondergipfel ab – dieses Mal per Video-Konferenz. Wie EU-Ratspräsident Charles Michel am Montag im Onlinedienst Twitter mitteilte, geht es um das weitere Vorgehen bei der Eindämmung der Epidemie. Er nannte als wichtige Ziele insbesondere eine ausreichende Versorgung mit medizinischer Ausrüstung, die Förderung der Forschung und „die Begrenzung der wirtschaftlichen Folgen“ der Epidemie.

Libanon ruft den nationalen Gesundheitsnotstand aus

11.35 Uhr: Die Bundesregierung will anders als Bayern bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise derzeit an der Schuldenbremse im Grundgesetz festhalten. Das sagte ein Sprecher von Bundesfinanzminister Olaf Scholz unserer Redaktion. „Die Schuldenbremse hemmt uns gegenwärtig nicht.“ An diesem Mittwoch sollen die Eckwerte für den Bundeshaushalt 2021 im Kabinett beschlossen werden.

Die Schuldenbremse gewährt dem Staat in außergewöhnlichen Lagen wie Naturkatastrophen oder schweren Rezessionen zusätzlichen Spielraum. Dazu heißt es im Grundgesetz, Artikel 109, Absatz 3, „Bund und Länder können (…) eine Ausnahmeregelung für Naturkatastrophen oder außergewöhnliche Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, vorsehen.“

Die Schuldenbremse wurde 2009 beschlossen und ist seit 2016 für den Bund in Kraft. In normalen Zeiten darf der Bund sich höchstens um 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschulden. Das wären aktuell nur etwa zwölf Milliarden Euro – viel zu wenig, um die absehbar schweren Auswirkungen auf Wirtschaft und Konjunktur durch Corona abzumildern.

11.31 Uhr: Der Libanon hat einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Sämtliche Grenzen, der landesweit einzige Flughafen sowie Häfen des Mittelmeerlandes würden ab Mittwoch und vorerst bis 29. März geschlossen, teilte Ministerpräsident Hassan Diab mit. Zudem würden bis dahin auch alle öffentlichen und privaten Einrichtungen geschlossen, nur Krankenhäuser, Apotheken und Bäckereien blieben weiterhin geöffnet.

Präsident Michel Aoun hatte die Libanesen bereits angewiesen, zu Hause zu bleiben und eine weitere Ausbreitung des Virus damit einzudämmen. Nicht alle Libanesen hielten sich an die Anweisung: Am Dienstag waren Menschen zu beobachten, die etwa an der Promenade in der Hauptstadt Beirut spazierten und dort die Sonne genossen.

Italien bereitet sich auf den Höhepunkt der Corona-Krise vor

11.22 Uhr: Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat die Menschen auf den Höhepunkt der Viruskrise vorbereitet. „Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir den Höhepunkt noch nicht erreicht haben, dass dies die riskantesten Wochen sind und wir die größte Vorsicht walten lassen müssen“, sagte Conte der Zeitung „Corriere della Sera“ (Montag).

Italien ist so schlimm von der Covid-19-Lungenkrankheit betroffen wie kein anderes Land außer China. Mehr als 1800 Menschen sind bereits gestorben, mehr als 20.000 sind infiziert. Das gesamte Land ist Sperrzone, niemand darf das Haus verlassen, wenn nicht unbedingt notwendig. Trotz der Sperrungen geht die Zahl der Infizierten weiter nach oben.

„Wir müssen noch einige Wochen warten, um die Ergebnisse unsere Entscheidungen zu überprüfen“, sagte Conte. „Für den Rest brauchen wir keine neuen Verbote.“ Es sei wichtig, die Maßnahmen einzuhalten, die es bereits gebe. Alle Menschen sollten zuhause bleiben. Individuell Sport zu machen, sei erlaubt, „aber alle zusammen Joggen zu gehen, ist verboten“.

11.09 Uhr: n der Handball-Bundesliga gibt es den ersten bekannten Fall eines mit dem Coronavirus infizierten Profis. Der dänische Nationalspieler Mads Mensah von den Rhein-Neckar Löwen ist positiv auf das Virus getestet worden, wie der Verein am Montagmorgen mitteilte. Der 28-Jährige, der sich nach eigener Aussage wieder fit und voll belastbar fühle, sei umgehend gemeinsam mit seiner Familie in eine 14-tägige häusliche Quarantäne überstellt worden.

11.05 Uhr: Nach Kontakt mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person befindet sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) in häuslicher Quarantäne. Das teilte die Stadt am Montag mit. Sie weise bisher aber keine Symptome auf und fühle sich gut. „Ihre Dienst- und Amtsgeschäfte erledigt sie von zu Hause aus“, erklärte Rekers Sprecher. Die Quarantäne habe auf Anraten des Gesundheitsamtes am Sonntagabend begonnen.

11.01 Uhr: Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen im Bundesland einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Betroffen wäre unter anderem der Flughafen Stuttgart (STR), der mit rund 10 Millionen Passagieren pro Jahr einer der wichtigsten Flughäfen in Deutschland ist.

10.56 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für heute Abend um 20 Uhr eine TV-Ansprache angekündigt. Experten rechnen mit der Verhängung von Ausgangssperren und einer Verschiebung der zweiten Runde der Kommunalwahlen.

Bayern ruft den Katastrophenfall aus

10.41 Uhr: In Bayern gilt ab sofort der Katastrophenfall. Im Kampf gegen das Coronavirus dürfen Restaurants und Betriebskantinen in Bayern nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Hier mehr dazu: Was die Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern bedeutet

Folgende Maßnahmen wurden im Freistaat ergriffen:

  • Kinos, Clubs, Vereinsräume und ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, auch Sportplätze und Spielplätze werden gesperrt
  • Ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro wird bereitgestellt
  • Die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte werden ausgeweitet, um die Grundversorgung zu sichern: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen unter der Woche nun bis 22 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben.
  • Speiselokale sollen nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen dürfen. In Innenbereichen soll es Mindestabstände zwischen den Gästen geben.
  • Die Schuldenbremse ist vorübergehend außer Kraft gesetzt

Ausgangssperren soll es in Bayern zunächst nicht geben.

Coronavirus: Das bedeutet der Katastrophenfall in Bayern
Coronavirus- Das bedeutet der Katastrophenfall in Bayern

10.12 Uhr: Kiffen in der Krise: In den Niederlanden haben viele Konsumenten angesichts der von der Regierung angekündigten Schließung der Coffeeshops Cannabis gehamstert. Zu Dutzenden standen sie am Sonntag vor den Marihuana-Cafés an, um noch in letzter Minute Gras und Zubehör für die nächsten Wochen ergattern zu können.

Die Schlangen bildeten sich schon wenige Minuten, nachdem die niederländischen Gesundheits- und Bildungsminister am Sonntag in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die Schließung von Schulen, Bars und anderen Geschäften angekündigt hatten.

Obwohl Gesundheitsminister Bruno Bruins dabei betont hatte, es sei „unnötig“, Dinge zu horten, spielten sich ähnliche Szenen im ganzen Land ab. In Online-Netzwerken wurden Fotos von wartenden Menschen vor Coffeeshops in Amsterdam, Utrecht und Roermont nahe der deutschen Grenze veröffentlicht. In den Niederlanden ist der Besitz von weniger als fünf Gramm Cannabis erlaubt.

Teils lange Wartezeiten an deutschen Grenzen

9.56 Uhr: An der deutsch-polnischen Grenzübergängen bilden sich nach der Schließung der Grenze am Sonntag lange Staus mit Wartezeiten von mehreren Stunden. Reisende müssen teilweise bis zu fünfeinhalb Stunden an den Übergängen warten.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten.

Auch Deutschland hat die Grenzen zu einigen Ländern am Montagmorgen teilweise geschlossen. An den Grenzen zu Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Österreich und der Schweiz werden für unbestimmte Zeit wieder Grenzkontrollen eingeführt. Hineingelassen werden sollen laut Bundesinnenmister Horst Seehofer (CSU) nur noch Reisende mit „triftigem Reisegrund“.

Der Warenverkehr und auch der Grenzübertritt für Berufspendler blieben aber möglich, sagte Seehofer am Sonntag. Deutsche, die sich noch in einem der betroffenen Länder befänden, hätten „selbstverständlich das Recht“ auf Rückkehr in ihr Heimatland. Auch ausländische Staatsbürger mit einem Aufenthaltstitel in Deutschland dürften wieder einreisen.

8.01 Uhr: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald hat mit Tierversuchen zur Erforschung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begonnen. Ausgewählt wurden dafür Schweine, Hühner, Frettchen und Nilflughunde, eine Fledermausart, wie FLI-Präsident Thomas Mettenleiter sagte.

Diese Versuche seien derzeit das dringlichste Forschungsvorhaben auf der Insel Riems. „Es ist wichtig zu wissen, ob wir durch das Virus auch Schwierigkeiten in der Nutztierhaltung bekommen könnten“, erklärte der Wissenschaftler. Mit Ergebnissen wird frühestens Ende April gerechnet.

7.58 Uhr: Virologe Alexander Kekulé hat bei „Anne Will“ das Vorgehen der europäischen Regierungen im Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus kritisiert. „Wir haben wahnsinnig viel Zeit verschlafen“, so Kekulé.

Trotzdem sieht der Mediziner eine komplette Ausgangssperre sehr kritisch. Eine vollständige Quarantäne sei psychologisch schwer auszuhalten. Gegen einen Spaziergang sei nichts einzuwenden – solange man gewisse Vorsichtsmaßnahmen einhalte.

Finanzminister der Eurogruppe beraten sich über umfassendes Krisenpaket

7.50 Uhr: Die Grünen fordern für die Zeit nach der Corona-Krise große Investitionsprogramme und europäische Staatsanleihen (Eurobonds). „Es wäre der richtige Moment, um gemeinsame europäische Euro-Anleihen einzuführen. Deutschland als sicherer Hafen mit seiner hohen Kreditwürdigkeit muss seine Bonität nutzen, um sie abzusichern“, sagte Grünen-Chef Robert Habeck unserer Redaktion. Mit Eurobonds könnten an vielen Stellen Europas Zukunftsinvestitionen in Gesundheitssysteme, Klimaschutz, Städtebau, Schienenwege und Digitales getätigt werden. „Das wäre eine Win-Win-Situation. Die deutsche Wirtschaft ist nach Corona doch zwingend darauf angewiesen, dass sich der Euro-Raum und ganz Europa rasch wieder erholen“, so Habeck.

Bereits in der Euro-Staatsschuldenkrise waren gemeinsame Euro-Anleihen kontrovers diskutiert worden. Hoch verschuldete Eurostaaten wie Griechenland oder Italien mit schlechter Bonität könnten durch die gemeinsame Ausgabe von Eurobonds aller Eurostaaten Geld am Finanzmarkt zu erheblich günstigeren Konditionen erhalten. Umgekehrt müsste Deutschland mit seinem Top-Rating dann höhere Zinsen zahlen als bei der Ausgabe deutscher Staatsanleihen, wo der Bund zuletzt gar keine Zinsen anbieten musste oder sogar Geld von Investoren erhielt (Negativzinsen).

Habeck warnte davor, nach den absehbar hohen volkswirtschaftlichen Kosten der Corona-Krise nur ans Sparen zu denken. Die Fehler wie nach der Finanz- und Eurokrise 2008 und 2012 dürften nicht wiederholt werden. Damals hätten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Finanzminister, Peer Steinbrück (SPD) und Wolfgang Schäuble (CDU), nach den teuren Hilfspaketen für Banken und Staaten einen rigorosen Sparkurs in Europa durchgesetzt – „bis es quietscht“, kritisierte der Grünen-Vorsitzende.

Deutschland müsse nach der Corona-Krise seine Investitionen deutlich hochfahren und sich dafür verschulden. „Die ‚schwarze Null‘ wird auch ein Opfer des Corona-Virus werden. Aber der Haushalt ist ein Mittel, kein Selbstzweck. Er ist dazu da, unsere gesellschaftliche Ordnung mit zu stabilisieren.“

7.03 Uhr: In Europa wollen die Finanzminister der Eurogruppe in einer Videokonferenz über ein umfassendes Krisenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie beraten. Dies hatte Eurogruppenchef Mario Centeno am Wochenende angekündigt. Die EU-Kommission hatte am Freitag ein milliardenschweres Notprogramm vorgeschlagen, um Unternehmen und Bürgern in der Coronavirus-Krise zu helfen.

Auch die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen sich an diesem Montag in einer Videokonferenz beraten. Den G7-Vorsitz haben die USA inne.

6.15 Uhr: Heiko Maas interveniert beim Versuch der US-Regierung, das Tübinger Pharma-Unternehmen CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen. „Deutsche Forscher sind führend an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt, in weltweiten Kooperationen. Wir können nicht zulassen, dass sich andere ihre Forschungsergebnisse exklusiv aneignen wollen“, sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion.

Öffentliches Leben auch in den USA zunehmend eingeschränkt

6.13 Uhr: Auch in den USA wird das öffentliche Leben zunehmende eingeschränkt. New York und der Bundesstaat Washington an der Westküste der USA haben Bars, Restaurants und Cafés bis auf Weiteres geschlossen. Nur Lieferdienste sowie Speisen und Getränke zum Mitnehmen seien weiter verfügbar. In New York müssten ab Dienstagmorgen um 9 Uhr (14 Uhr deutscher Zeit) zudem Nachtclubs, Kinos und andere Veranstaltungsorte schließen, hieß es.

5.02 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland zu Besonnenheit und Rücksichtnahme im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. „Wir werden das Virus besiegen“, sagte das Staatsoberhaupt dem Nachrichtenportal „t-online“. „Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln.“

Es sei nun vor allem wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. „Drastische und sofortige Einschnitte in unser tägliches Leben, unseren Berufsalltag sind dafür notwendig, auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüßungskuss, das Händeschütteln, müssen wir eine Zeitlang verzichten“, so Steinmeier. „Unsere Selbstbeschränkung heute kann morgen Leben retten.“ Er forderte, alle zielführenden Optionen „ohne Denkverbote“ zu prüfen und gegebenfalls umzusetzen.

4.52 Uhr: Der Kampf gegen das Coronavirus hat der chinesischen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzt. Das Pekinger Statistikamt veröffentlichte am Montag eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten, die teilweise einen nie dagewesenen Einbruch verzeichneten.

So ging die Industrieproduktion im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Vorjahres um 13,5 Prozent zurück – der stärkste bislang gemessene Einbruch. Mit einem Minus von 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte auch der Umsatz im Einzelhandel deutlich ab. Die Anlageinvestitionen brachen um 24,5 Prozent ein, wie das Statistikamt weiter berichtete.

Drastische Maßnahmen auch in einigen lateinamerikanischen Ländern

3.14 Uhr: Auch in Lateinamerika haben einige Länder drastische Maßnahmen ergriffen. Die Präsidenten von Argentinien, Peru, Panama und von Hondura verkündeten in jeweils eigenen Ansprachen an ihre Nationen am Sonntagabend (Ortszeit) die Schließung ihrer Grenzen. Mehrere Staaten riefen zudem inzwischen einen Notstand aus. Die Gouverneurin des spanischsprachigen US-Außengebiets Puerto Rico, Wanda Vázquez, verhängte eine inselweite Ausgangssperre jede Nacht bis zum 30. März. In Ecuador dürfen die Menschen nach den Worten von Präsident Lenín Moreno ab Montag nur noch zu bestimmten Zwecken ihre Häuser verlassen.

Kolumbien hatte bereits am Samstag seine Grenze zu Venezuela geschlossen. Der dortige Machthaber Nicolás Maduro ordnete am Sonntag eine Quarantäne in sieben Bundesstaaten Venezuelas an, darunter in der Hauptstadt Caracas. Als erstes Land der Region hatte das mittelamerikanische El Salvador bereits am Donnerstag seine Grenzen geschlossen. Mehrere Länder der Region hatten die Einreise aus dem besonders betroffenen Europa und einigen Staaten Asiens verboten.

Guatemala beklagte am Sonntag seinen ersten Todesfall in der globalen Krise. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Krankheit Covid-19 in Lateinamerika auf sechs: zwei in Argentinien, zwei in Ecuador, eines in Panama und eines in Guatemala. Hinzu kommt ein Todesfall im südamerikanischen Guyana, das wegen seiner Amtssprache Englisch nicht zu Lateinamerika gezählt wird.

Von den 20 Staaten Lateinamerikas haben nur El Salvador, Nicaragua und Haiti bislang keine Coronavirus-Fälle bestätigt. Auch im englischsprachigen Belize ist das Virus bisher offiziell nicht angekommen. Den ersten registrierten Fall in Lateinamerika gab es in dem bevölkerungsreichsten Land Brasilien am 26. Februar. Dort wurden inzwischen 176 Infektionen mit dem Virus gezählt - die meisten in der Region.

Bundesregierung rät von nicht notwendigen Reisen ab

2.01 Uhr: Die Bundesregierung rät von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab. „Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch“, schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Sonntagabend zur Begründung auf Twitter.

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts heißt es weiter, es sei mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen des Luft- und Reiseverkehrs, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen. Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften würden teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung erfolgen. Davon seien derzeit zahlreiche Reisende in mehreren Ländern betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert.

0.42 Uhr: Der Touristikkonzern Tui setzt den größten Teil seiner Reiseaktivitäten aus. Eine Prognose der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr traut sich das Management angesichts der Belastungen nicht mehr zu, weshalb der Ausblick von Mitte Februar laut einer Mitteilung aus der Nacht zum Montag zurückgezogen wurde. „In dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld bleiben die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt von höchster Wichtigkeit. Deshalb hat der TUI Konzern (...) beschlossen, den größten Teil aller Reiseaktivitäten, einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb, bis auf weiteres auszusetzen“, hieß es.

Um die Folgen der Krise auf das Jahresergebnis zu mildern, sollen die Kosten nun deutlich gesenkt werden. Zudem will der Konzern Staatsgarantien zur Unterstützung beantragen, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Aktuell verfügt Tui den Angaben zufolge noch über Finanzmittel und verfügbare Kreditfazilitäten in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro.

Sonntag, 15. März: Bundeswehr soll in Deutschland helfen – Bayern ruft Katastrophenfall aus

23.54 Uhr: Von Montag an bleiben auch in der Millionenmetropole New York die öffentlichen Schulen geschlossen. „Ich bin sehr, sehr besorgt, dass wir eine rapide Ausbreitung dieser Krankheit sehen werden, und es ist Zeit, drastischere Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Sonntag bei einer Pressekonferenz. „Es ist eine Entscheidung, die ich ohne Freude und mit viel Schmerz getroffen habe.“ Die Schulen sollen frühestens am 20. April wieder eröffnen, möglicherweise aber auch gar nicht mehr in diesem Schuljahr.

23.31 Uhr: Die tschechische Regierung schränkt die Bewegungsfreiheit der Menschen drastisch ein. Die Bürger wurden aufgefordert, sich ab Mitternacht zu Montag an ihrem Wohnort aufzuhalten und zwischenmenschliche Kontakte zu vermeiden. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte und zurück, die Erledigung dringend notwendiger Besorgungen wie den Einkauf von Lebensmitteln sowie Arztbesuche und Parkspaziergänge.

Seit Donnerstag gilt in Tschechien für 30 Tage der nationale Notstand. Damit können die Grundrechte der Bürger eingeschränkt werden. Ausländer ohne Wohnsitz in Tschechien dürfen nicht mehr in den EU-Staat einreisen. Umgekehrt dürfen Tschechen nicht mehr ausreisen. Ausnahmen gibt es unter anderem für grenznahe Pendler. Mehr als 2000 Soldaten werden für die Kontrolle der Grenzen aufgeboten.

Schulen, Restaurants, Kneipen und Geschäfte außer Supermärkten und Apotheken sind geschlossen. Viele Menschen machten am Wochenende Hamsterkäufe. Vor allem Brot und haltbare Lebensmittel waren schnell vergriffen. Die Behörden meldeten bis Sonntagabend 253 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2. Todesfälle wurden bisher nicht bekannt.

22.58 Uhr: Die von der Bundesregierung beim Hersteller Drägerwerk bestellten 10.000 Beatmungsgeräte für die Bewältigung der Corona-Krise werden nach Worten von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in Sonderschichten hergestellt. „Das wird sich über das ganze Jahr hinstrecken“, sagte der Bundesfinanzminister in der ARD-Sendung „Anne Will“.

Nach seinen Worten bringt der Medizintechnikhersteller seine Kapazität bis ans Limit. Für medizinische Beschaffungen, darunter auch Materialien wie Schutzmasken, seien mehr als eine Milliarde Euro mobilisiert.

22.41 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus senkt die US-Notenbank den Leitzins auf fast null Prozent. Die Notenbank Federal Reserve teilte mit, der Leitzins werde nun um einen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent verringert.

22.17 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Ausrufung des Katastrophenfalls im Freistaat angekündigt. Man werde das tun, weil man eine einheitliche Strategie unter einer einheitlichen Führung brauche, sagte Söder im BR Fernsehen.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, hieß es in Regierungskreisen. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

22.02 Uhr: Alle norddeutschen Küstenländer sperren ab Montag ihre Inseln in der Nord- und Ostsee für Touristen. Darauf hätten sich die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am Sonntag verständigt, wie die Staatskanzlei in Schwerin mitteilte. In Mecklenburg-Vorpommern würden die Maßnahmen schrittweise eingeführt.

Spahn: Stehen noch „relativ am Anfang der Entwicklung“

20.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat um Verständnis für drastische Maßnahmen geworben, um gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus „das öffentliche Leben herunterzufahren“. In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ sagte er zu den Schließungen vieler Einrichtungen: „Was ich nicht ausschließen kann – dass wir zu weiteren Maßnahmen kommen.“

Spahn versicherte zugleich: „Supermärkte, Apotheken, Banken – die werden auf jeden Fall auf bleiben, die stellen die Grundversorgung sicher.“ Der Minister betonte, bei der Coronavirus-Pandemie sei Deutschland noch „relativ am Anfang der Entwicklung“. Es werde hierzulande leider auch noch mehr Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19 geben.

Zu den geplanten Grenzschließungen betonte Spahn, diese seien nötig, um soziale Kontakte tatsächlich so weit wie möglich einzuschränken. Er fügte hinzu, es müsse auch verhindert werden, dass etwa Menschen aus Österreich angesichts eigener Beschränkungen nun „alle über die Grenze einkaufen gehen“.

19.46 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck zeigt Verständnis für die in der Corona-Krise von der Bundesregierung verhängten Grenzkontrollen und Einreiseverbote. „Wichtig ist, dass Pendler weiter zur Arbeit kommen, so sie nicht zu Haus arbeiten können. Und dass der notwendige Warenverkehr läuft“, sagte Habeck unserer Redaktion.

Es sei vernünftig, insbesondere den touristischen Reiseverkehr vorübergehend einzustellen. Habeck kritisierte zugleich, dass es keine EU-Einigkeit bei der Grenzpolitik zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus gebe. Besser als ein Flickenteppich wäre ein europäisch abgestimmtes Vorgehen an den Grenzen.

Europa schottet sich in Coronakrise immer weiter ab
Europa schottet sich in Coronakrise immer weiter ab

„Es sollte keinen Überbietungswettbewerb geben, wer am Schlagbaum der härteste Hund ist. Das setzt andere EU-Länder unter Druck.“ Gerade jetzt sei es wichtig, dass Europa bei der Bekämpfung der Krise weiter zusammenarbeite. Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Die Corona-Alleingänge der EU-Staaten sind Gift für Europa.

Corona-Infizierte bei der Bundespolizei – 240 in Quarantäne

19.39 Uhr: Auch die Polizei ist von Corona-Infektionen betroffen. Dieter Romann, Präsident der Bundespolizei, nannte vier bestätigte Infektionen und 240 Polizisten, die als Kontaktpersonen in Quarantäne seien. „Die Zahlen steigen ständig“, sagte er. Es stünden noch Ergebnisse von 90 Tests aus.

19.18 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nun offiziell verschärfte Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und auch Luxemburg angekündigt. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können“, sagte Seehofer in Berlin. Die Entscheidung werde an diesem Montag ab 8.00 Uhr greifen.

„Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet schnell und aggressiv voran“, sagte er. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt dieser Entwicklung noch nicht erreicht ist“, so Seehofer. „Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen.“ Ausgenommen seien auch der Warenverkehr und der Verkehr von Pendlern.

18.54 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium des Landes in München unter Berufung auf das Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch der erste Coronavirus-Todesfall in Bayern stammte.

Impfstoff-Forscher lehnen Deal mit Trump ab

18.50 Uhr: Die deutsche Firma CureVac, die mit dem Paul-Ehrlich-Institut an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet, hat offenbar kein Interesse daran, einen exklusiven Vertrag mit den USA zu schließen. Das twitterte ein Reporter des „Handelsblatt“. US-Präsident Donald Trump soll zuvor versucht haben, die Wissenschaftler mit viel Geld in die USA zu locken.

18.24 Uhr: Zur Bewältigung der Coronavirus-Krise erleichtert die Bundesagentur für Arbeit deutlich den Zugang zu Leistungen wie Arbeitslosengeld und Hartz IV. Hartz-IV-Empfänger müssen während der Krise nicht mehr persönlich bei ihrer Arbeitsagentur vorsprechen, sondern es reicht häufig der telefonische Kontakt. „Eine Arbeitslosmeldung kann auch telefonisch erfolgen. Ein Antrag auf Grundsicherung kann formlos in den Hausbriefkasten der Dienststelle eingeworfen werden.“

Die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt bleibe nur für Notfälle erhalten. Termine müssten nicht abgesagt werden. Ein nicht eingehaltener Termin werde keine Rechtsfolgen nach sich ziehen.

Anträge auf Arbeitslosengeld – die die Bundesagentur wegen des heruntergefahrenen öffentlichen Lebens in Deutschland vermehrt erwartet – können telefonisch oder online gestellt werden. Die Versorgung aller Menschen, die auf Jobcenter oder die Arbeitsagenturen angewiesen sind, sei sichergestellt.

Fußball-EM 2020: Verschiebung scheint beschlossene Sache

17.52 Uhr: Eine Verschiebung der wegen der Coronakrise gefährdeten EURO 2020 (12. Juni bis 12. Juli) scheint offenbar auch bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beschlossene Sache zu sein. Wie das ZDF aus Verbandskreisen erfahren haben will, wird der Kontinentalverband beim für Dienstag angesetzten Krisentreffen mit Klubs, Ligen- und Spielervertretern eine Verschiebung empfehlen.

17.34 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist eine sechste mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Ein 81-Jähriger, der vor einer Woche positiv auf das Virus getestet wurde, sei am Sonntag gestorben, teilte die Stadt Düsseldorf mit, ohne weitere Details zu nennen.

17.18 Uhr: Deutschland will sein Grenze nach Dänemark am Montag um 8.00 Uhr schließen. Dies habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), bei einem Telefonat zugesagt. Das teilte Günther in Kiel der Deutschen Presse-Agentur mit.

17.12 Uhr: Wegen des Coronavirus werden in Hamburg sämtliche Veranstaltungen untersagt. Dies gelte für alle öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen unabhängig von der Teilnehmerzahl, teilte der Senat mit.

17.06 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie beschlossen. Noch am Sonntag sollten durch Erlass des Gesundheitsministeriums nahezu alle Freizeit-, Sport-, Unterhaltungs- und Bildungsangebote im Land eingestellt werden, teilte die Staatskanzlei mit. Auch Clubs und Bars werden geschlossen.

Coronavirus: Inseln in Nord- und Ostsee werden abgeriegelt

16.41 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist eine fünfte mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen sei in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, teilte der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, mit. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt.

16.34 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Schleswig-Holstein seine Inseln in Nord- und Ostsee ab Montagmorgen 6.00 Uhr für Touristen abriegeln. Das hat die Landesregierung in Kiel beschlossen, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Telefonkonferenz des Kabinetts mitteilte. Zu den betroffenen Inseln gehören Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und die Halbinsel Nordstrand. Günther appellierte an mögliche Schleswig-Holstein-Urlauber, Reisen in den Norden zu unterlassen. Für den Montag kündigte der Regierungschef weitergehende Regelungen für den Tourismus in ganz Schleswig-Holstein an.

Von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen sein sollen lediglich Menschen, die ihren ersten Wohnsitz auf einer der Inseln haben oder zur Arbeit auf die Insel müssen. Auch die Versorgung der Inseln mit Gütern des täglichen Bedarfs werde weiterhin sichergestellt.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) begründete die Maßnahme mit dem Ziel, die medizinische Versorgung auch in der aktuell kritischen Lage für die Inselbewohner sichern zu müssen. Für eine große Zahl Touristen seien die Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln nicht ausgelegt. Die Polizei werde die Anordnungen durch verkehrsleitende Maßnahmen sicherstellen. Urlaubern, die bereits auf einer der Insel Quartier bezogen hätten, forderte Günther auf, den Heimweg anzutreten. Mehr dazu hier: Coronavirus und Urlaub: Hier dürfen Deutsche nicht einreisen

Weltweit mehr als 6000 Menschen nach Infizierungen mit Coronavirus gestorben

16.24 Uhr: Weltweit sind mittlerweile mehr als 6000 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Durch eine Zunahme der Sterberate in Spanien stieg die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 6036, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Behördenangaben hervorging. Mit 3199 Toten ist China nach wie vor das Land mit den meisten tödlichen Erkrankungen, jedoch stiegen die Zahlen in Europa weiter an.

16.19 Uhr: Nach einem bestätigten Coronafall an einem Lüneburger Gymnasium müssen mehr als 1000 Schüler und rund 100 Lehrkräfte in häusliche Quarantäne. Das teilte die Stadt Lüneburg mit. Bei einer Lehrkraft, die mit einem weiteren Lehrer und einer Schulklasse in Tirol war, wurde demnach das Virus nachgewiesen. Deshalb würden die gesamte Belegschaft und alle Schüler häuslich isoliert.

16.14 Uhr: Mit 15 Sonderflügen will die Lufthansa bis Mittwoch etwa 3000 bis 4000 Urlauber aus der Karibik und von den Kanaren zurück nach Deutschland bringen. Das teilte ein Lufthansa-Sprecher mit. Es handele sich um Menschen, die wegen der Reisebeschränkungen als Folge der Coronavirus-Krise sonst nicht hätten zurückkehren können – Feriengäste von den Inseln und Kreuzfahrtpassagiere.

15.42 Uhr: Nach der Schließung der Grenzen Polens zu Deutschland und anderen EU-Nachbarn wegen der Corona-Krise in der Nacht zum Sonntag haben sich dort lange Staus gebildet. „Der Andrang ist groß, weil viele Polen angesichts der neuen Regelung in ihre Heimat zurück wollen“, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes in Warschau.

Vor dem Grenzübergang Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz gab es durch die Kontrollen sieben Stunden Wartezeit, in Swiecko an der A12 bei Frankfurt/Oder mussten Autofahrer fünf bis sechs Stunden warten, wie es am Nachmittag hieß.

Coronavirus: Strengere Regeln an den deutschen Grenzen

15.18 Uhr: Wegen des Coronavirus führt Deutschland ab Montagmorgen strenge Regeln an seinen Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz ein. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen Die Einreisebeschränkungen für bestimmte Personengruppen sollen ab Montagmorgen 8.00 Uhr gelten. Deutsche dürfen aber in jedem Fall aus den Nachbarländern einreisen.

Über Einzelheiten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) um 19.00 Uhr in Berlin informieren. Dem Vernehmen nach haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Seehofer, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf die neuen Regeln an der Grenze verständigt. Demnach soll es sowohl verschärfte Kontrollen als auch Zurückweisungen geben.

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und den Nachbarstaaten soll aber weiter gesichert bleiben. Auch Pendler dürften den Plänen zufolge weiterhin die Grenzen passieren. Hintergrund ist nicht nur die Eindämmung des Coronavirus, sondern auch der Versuch, Hamsterkäufe von Ausländern zu unterbinden, die im grenznahen Raum bereits zu Versorgungsproblemen geführt haben.

15.09 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat drei US-Bundesstaaten zu Coronavirus-Risikogebieten erklärt: Kalifornien, Washington und New York. Weitere Risikogebiete auf der Internetseite des RKI.

15.06 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Krise plant Bayern weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Geplant sind eine weitgehende Schließung von Begegnungsstätten wie etwa von Bars und Schwimmbädern sowie Einschränkungen in der Gastronomie und für Geschäfte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr

14.56 Uhr: In der ersten Fußball-Liga Spaniens haben sich die ersten Profis mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt fünf Spieler des FC Valencia seien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilte der Club mit. Alle Betroffenen seien isoliert zu Hause und leisteten den Anweisungen der Ärzte Folge, hieß es. Die fünf seien in einem „guten gesundheitliche Zustand“.

Coronavirus: Deutlicher Anstieg an Todesfällen und Infektionen in Spanien

14.17 Uhr: Spanien hat binnen 24 Stunden hundert neue Coronavirus-Todesopfer und 2000 neue Infektionsfälle registriert. Das teilten die spanischen Behörden am Sonntag mit. Damit verzeichnet das Land nunmehr 288 Todesopfer und mehr als 7750 Infektionsfälle. Spanien ist das am zweitstärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa – nach Italien. Mehr dazu hier: Coronavirus-Shutdown in Spanien – ein Land in Quarantäne

14.12 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Hilfe der Bundeswehr im Kampf gegen das Coronavirus zugesagt. „Wir planen auf allen Ebenen so, dass wir alle kritischen Bereiche sicher abdecken könnten – auch das, was an Amtshilfe auf uns zukommt“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Welt am Sonntag“. So habe die Bundeswehr ihre Reservisten aufgerufen, die Bundeswehrkrankenhäuser zu unterstützen.

Bereits jetzt leiste die Bundeswehr mit ihrem Beschaffungsamt Amtshilfe für das Bundesgesundheitsministerium, sagte Kramp-Karrenbauer. Die Bundeswehr verhandele, schließe Verträge und beschaffe Atemmasken, Schutzanzüge und Medikamente. „Wir stellen Lagerkapazitäten zur Verfügung, medizinisches Personal zur Verstärkung der zivilen Kräfte und Laborkapazitäten“, berichtete die Ministerin.

Die Bundeswehr ist aber auch selbst vom Coronavirus betroffen. Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer wurden bis Freitagabend 120 begründete Verdachtsfälle und 18 bestätigte Coronavirus-Fälle verzeichnet.

13.06 Uhr: In Bayern gibt es einen dritten Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dies teilte das Gesundheitsministerium in München mit. „Bei einem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Neu-Ulm um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Mann sei in der Nacht zum Sonntag gestorben. Bundesweit sind somit bisher zehn Menschen an der Krankheit gestorben.

Bahn stellt Regionalverkehr wegen Coronavirus auf Notfahrplan um

12.41 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt im Regionalverkehr in der nächsten Woche auf einen Notfallfahrplan um. Ab Dienstag oder Mittwoch soll ein Fahrplan gelten, der einem Ferienfahrplan ähnele. Damit reagiert das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Im Regionalverkehr soll es außerdem vorerst keine Fahrkartenkontrollen mehr geben. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte die Sprecherin.

12.26 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Nordrhein-Westfalen über die Marke von 2000 gestiegen. Bisher gab es (Stand Sonntag, 11.30 Uhr) 2100 bestätigte Erkrankungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mitteilte. Am Samstag waren es zur selben Zeit 1636 Fälle und damit 464 weniger.

12.17 Uhr: In Frankreich sollen am Sonntagnachmittag alle Skigebiete geschlossen werden. „Die Skisaison endet heute. Alle Betreiber haben in der vergangenen Nacht entsprechende Anweisungen von ihrer jeweiligen Organisation erhalten“, teilte der nationale Verband der Skiliftbetreiber Domaines skiables de France (DSF) am Sonntag bei Twitter mit. Die Schließung soll um 17 Uhr erfolgen.

11.55 Uhr: Frankreich will den Fernverkehr mit Zügen, Autos und Flugzeugen einschränken. Der Langstreckenverkehr werde in den kommenden Tagen „schrittweise verringert“, sagte Umweltministerin Elisabeth Borne vor Journalisten. Ziel sei es, den Langstreckenverkehr auf das „Allernötigste“ zu reduzieren, einen sofortigen Stopp solle es nicht geben, damit „jeder nach Hause zurückkehren“ könne.

11.39 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handele sich um eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim, die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben bestätigte.

Das Gesundheitsamt Kempten habe das Heim darüber informiert, dass die Erkrankung und der Tod der Frau durch eine Infektion mit dem Virus verursacht wurde. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich zwei Menschen an Covid-19 gestorben. Am Donnerstag war ein Über-80-Jähriger im Klinikum Würzburg der Krankheit erlegen.

Coronavirus: Österreich fährt öffentliches Leben auf Notbetrieb herunter

10.49 Uhr: Auch in Österreich wird das öffentliche Leben weiter drastisch eingeschränkt. Das Land müsse wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Notbetrieb heruntergefahren werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Es gebe nur noch drei Gründe, das Haus zu verlassen: um zum Arbeitsplatz zu kommen, um notwendige Einkäufe zu machen und um anderen zu helfen. Von einer Ausgangssperre sprach Kurz aber nicht.

Sport- und Spielplätze müssen geschlossen werden, Restaurants, die schon eingeschränkte Öffnungszeiten hatten, ab Dienstag ebenfalls.

10.27 Uhr: Polen hat wegen der Coronavirus-Krise in der Nacht zur Sonntag seine Grenzen zu Deutschland und anderen EU-Nachbarländern für Ausländer geschlossen. An insgesamt 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wurden Kontrollen eingeführt, wie aus einem Erlass des polnischen Innenministeriums hervorgeht. Mehr dazu hier: Coronavirus und Urlaub: Hier dürfen Deutsche nicht einreisen

Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten.

10.14 Uhr: Schon vor der Krisensitzung der Deutschen Fußball Liga am Montag ist eine längere Bundesliga-Zwangspause als bis zum 2. April offenbar unausweichlich. Zumindest in Berlin kann laut eines Senatsbeschlusses bis zum 19. April wegen der Corona-Krise kein Profi-Fußball gespielt werden.

Wie die Behörde am Wochenende beschloss, wird der „Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitnessstudios u. ä. untersagt“. Ausnahmen gelten bis zum 19. April vorerst nur für Kaderathleten, die sich auf die Olympischen Spiele vorbereiten oder Sport mit Tieren, sofern dieser dem Wohl der Tiere dient.

Coronavirus: Vatikan hat alle öffentlichen Oster-Veranstaltungen abgesagt

9.26 Uhr: Der Vatikan hat alle öffentlichen Veranstaltungen zu Ostern abgesagt. Das Osterfest im Vatikan werde in diesem Jahr ohne Besucher gefeiert, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans am Sonntag. Alle liturgischen Feiern der Karwoche fänden „ohne die physische Anwesenheit der Gläubigen“ statt. Zu den Feierlichkeiten kommen normalerweise Tausende Menschen aus aller Welt.

Ostern fällt in diesem Jahr auf den 12. April. An dem wichtigsten christlichen Feiertag wird die Auferstehung Jesu nach dessen Hinrichtung am Kreuz am Karfreitag gefeiert. In der Woche vor Ostern – der Karwoche – gibt es mehrere Zeremonien.

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs werden bis zum 12. April die Generalaudienzen von Papst Franziskus und die Angelusgebete am Sonntag weiterhin nur online übertragen. Die Coronavirus-Pandemie betrifft derzeit insbesondere Italien besonders stark.

8.59 Uhr: Der für Dienstag geplante Beginn des Korruptionsprozesses gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie um gut zwei Monate verschoben worden. Wegen Anordnung an die Gerichte, sich auf dringende Angelegenheiten zu beschränken, werde die erste Anhörung auf den 24. Mai verschoben, teilte das Gericht in Jerusalem am Sonntag mit.

Netanjahu steht wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue unter Anklage. Er streitet alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ab und sieht sich als Opfer einer „Hexenjagd“ durch die Staatsanwaltschaft und die Medien. Ein Antrag Netanjahus auf Verschiebung des Prozesses war zuvor abgelehnt worden. Die Anwälte Netanjahus hatten argumentiert, sie hätten „noch nicht alle Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen“ erhalten.

6.55 Uhr: Die philippinische Polizei hat am Sonntag damit begonnen, alle Straßen in die Hauptstadt Manila abzuriegeln. Präsident Rodrigo Duterte hatte wegen der Coronavirus-Pandemie praktisch die gesamte Hauptstadt Manila für einen Monat zur Sperrzone erklärt. Am Sonntagmorgen standen nun bewaffnete Polizisten an allen Zufahrtsstraßen, um die Abriegelung der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt durchzusetzen. Seit dem Morgen dürfen in Manila auch keine Inlandsflüge mehr starten und landen. Innerhalb der Stadtgrenzen fahren aber noch Busse und Bahnen.

„Den Menschen wird empfohlen, zu Hause zu bleiben und nichts zu tun“, sagte Innenminister Eduardo Ano am Samstag. Nur Menschen auf dem Weg zur Arbeit sollen an den Kontrollpunkten durchgelassen werden.

Estland und Litauen schließen wegen Coronavirus Grenzen für Ausländer

6.17 Uhr: Auch Estland und Litauen schließen ihre Grenze für Ausländer. Estlands Regierungschef Jüri Ratas kündigte am Samstag an, die Grenze von Dienstag an für fast alle Ausländer zu schließen und vorübergehend wieder Grenzkontrollen einzuführen. Nur Esten und Ausländer mit einer Aufenthaltsgenehmigung oder Angehörigen in Estland dürfen noch einreisen. Sie müssen allerdings für zwei Wochen in Quarantäne.

Die Regierung in Tallinn hatte zuvor bereits alle Schulen, Museen, Kinos, Freizeit- und Sportzentren bis zum 1. Mai geschlossen und öffentliche Veranstaltungen untersagt.

Litauen schließt bereits am Sonntagmittag (12 Uhr deutscher Zeit) seine Grenze für Ausländer. Nur Menschen mit einer Aufenthaltsgenehmigung, Diplomaten und Nato-Soldaten dürfen dann noch einreisen. „Unser Ziel ist, die Ausbreitung des Virus im Land so lange wie möglich zu verzögern und die negativen Auswirkungen zu minimieren“, sagte Regierungschef Saulius Skvernelis.

Auch in Litauen sind schon seit Freitag Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen. Großveranstaltungen sind untersagt. Ab Montag sollen dann auch die meisten Geschäfte, Restaurants und Kneipen geschlossen bleiben. Nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken dürfen weiter öffnen.

Das Nachbarland Lettland kündigte an, ab Montag alle internationalen Flug-, Zug-, Bus- und Färhverbindungen auszusetzen. Für Privatautos soll die Grenze aber geöffnet bleiben, wie Verkehrsminister Talis Linkaits ankündigte.

5.23 Uhr: Australien verschärft seine Einreisebestimmungen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu stoppen. Wer in das Land einreist, muss sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben, wie Premierminister Scott Morrison am Sonntag ankündigte. Die Maßnahme soll ab Mitternacht gelten. Allen Ankommenden werde eine umfassende Selbstisolierung auferlegt, sagte Scott.

Zudem dürfen Kreuzfahrtschiffe für 30 Tage australische Häfen nicht anlaufen. Den Menschen riet die Regierung, einen Abstand von 1,50 Meter zu anderen Personen einzuhalten. An diesem Sonntag sollte in Australien auch die Formel 1 in die neue Saison starten, der Saisonauftakt wurde aber wegen der Coronavirus-Krise abgesagt.

Ärztefunktionäre weisen auf Knappheit von Mitarbeitern in Krankenhäusern hin

5.01 Uhr: Ärztefunktionäre weisen auf eine drohende Knappheit von Mitarbeitern in Krankenhäusern hin. „Was uns mehr Sorgen macht als die apparative Ausstattung, ist das Personal“, sagte Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Die Ressource Mensch in den Intensivstationen sei knapp. Personal, das nicht intensivmedizinisch ausgebildet sei, müsse frühzeitig geschult werden, damit es in Krisensituationen zusätzlich eingesetzt werden könne.

Uwe Janssens, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, stellte in diesem Zusammenhang Empfehlungen des Robert Koch-Instituts in Frage. Demnach soll Personal, das engen ungeschützten Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte, in häusliche Quarantäne gehen.

Dies sei „schlichtweg nicht praktikabel“, wenn man das Gesundheitssystem nicht zum Einsturz bringen wolle, sagte Janssens. Die Mitarbeiter in den betroffenen Krankenhäusern stünden zudem unter hohem psychologischen Druck. Zusätzlich zu einer großen Arbeitsbelastung hätten viele Angst, selbst zu erkranken oder andere unbewusst mit dem Virus zu infizieren.

4.12 Uhr: Etwa ein Sechstel der erfassten Berliner Coronavirus-Infektionen hat mit Club-Besuchen zu tun. „Von 263 bestätigten Fällen in Berlin sind 42 auf einen Club zurückzuführen“, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstagabend bei Twitter. Deshalb habe sie mit den Amtsärzten der Stadt die Schließung der Clubs und das Verbot von Veranstaltungen erwirkt. „Es ist einfach nicht die Zeit für Partys“ wurde Kalayci zitiert.

3.13 Uhr: Nach Louisiana verschiebt auch der US-Bundesstaat Georgia wegen der Coronavirus-Krise die Präsidentschaftsvorwahlen von Demokraten und Republikanern. Die für den 24. März geplante Vorwahl werde auf den 19. Mai verschoben, teilte die Regierung von Georgia am Samstag mit. Die Gesundheit der Wahlhelfer, ihrer Familien und der gesamten Bevölkerung habe für ihn „oberste Priorität“, erklärte der geschäftsführende Regierungsbeamte Brad Raffensperger.

Frau des spanischen Regierungschefs mit Coronavirus infiziert

2.45 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Hilfe der Bundeswehr im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zugesagt. „Wir planen auf allen Ebenen so, dass wir alle kritischen Bereiche sicher abdecken könnten – auch das, was an Amtshilfe auf uns zukommt“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Welt am Sonntag“. So habe die Bundeswehr gerade auch ihre Reservisten aufgerufen, sich zu melden, um in den Bundeswehrkrankenhäusern mitzuhelfen.

Bereits jetzt leiste die Bundeswehr mit ihrem Beschaffungsamt Amtshilfe für das Bundesgesundheitsministerium, sagte Kramp-Karrenbauer. Die Bundeswehr verhandele, schließe Verträge und beschaffe Atemmasken, Schutzanzüge und Medikamente. „Wir stellen Lagerkapazitäten zur Verfügung, medizinisches Personal zur Verstärkung der zivilen Kräfte und Laborkapazitäten“, berichtete die CDU-Chefin.

Die Bundeswehr ist aber auch selbst von dem Erreger betroffen. Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer wurden bis Freitagabend 120 begründete Verdachtsfälle und 18 bestätigte Coronavirus-Fälle verzeichnet. „Jeder gemeldete Fall wird sofort isoliert, wenn möglich auch alle Kontaktpersonen“, versicherte Kramp-Karrenbauer.

1.45 Uhr: Die Frau des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez hat sich infiziert. Es gehe Begoña Gómez und dem Regierungschef selbst aber „gut“, teilte die spanische Regierung am Samstagabend mit. Beide halten sich demnach im Moncloa-Palast, dem Sitz des spanischen Ministerpräsidenten in Madrid, auf und „befolgen die von den Gesundheitsbehörden festgelegten Präventionsmaßnahmen“.

1.11 Uhr: Auch Israel hat wegen der Coronavirus-Pandemie die Schließung von Restaurants und Einkaufszentren angeordnet. Alle Freizeitaktivitäten müssten ab Sonntagmorgen unterbleiben, kündigte Regierungschef Benjamin Netanjahu in einer Fernsehansprache an. Nach Angaben der Regierung werden neben Restaurants und Einkaufszentren auch Cafés, Hotel und Fitnessstudios geschlossen. Die bereits am Donnerstag beschlossene Schließung von Schulen wird nun auch auf Kindergärten ausgeweitet.

Verboten sind nun auch Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Allen Israelis wird geraten, einen Abstand von zwei Metern zueinander einzuhalten. Um die Aufenthaltsorte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen, will Netanjahu zudem die Nutzung von „Technologien“ erlauben, die sonst „im Krieg gegen den Terror genutzt werden“. Das Kabinett muss dieser Maßnahme noch zustimmen. Netanjahu will die Zustimmung bei einer Video-Kabinettssitzung einholen.

0.50 Uhr: Bei US-Präsident Donald Trump ist der Test auf das Coronavirus negativ ausgefallen. „Heute Abend habe ich die Bestätigung erhalten, dass der Test negativ ist“, heißt es in einem Schreiben von Trumps Arzt, wie das Weiße Haus am Samstagabend(Ortszeit) mitteilte.

Samstag, 14. März: Coronavirus – Donald Trump hat sich testen lassen

23.08 Uhr: Die hessische Landesregierung hat bei einer Sonder-Kabinettssitzung weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Sowohl öffentliche wie auch private Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern seien künftig verboten, teilte die Landesregierung am Samstagabend mit.

Auch alle Museen des Landes sowie die Museumslandschaft Kassel würden ab diesem Sonntag zunächst bis zu 19. April geschlossen, sämtliche Aufführungen an den hessischen Staatstheatern eingestellt. Den Kommunen wurde empfohlen, dies auch für ihre Theater und Museen anzuordnen. Die Landesregierung sagt alle öffentlichen Termine ab, wie es weiter hieß. Auch die Mitglieder der Landesregierung würden ihre persönlichen Kontakte deutlich reduzieren und keine öffentlichen Termine mehr wahrnehmen. Sämtliche öffentliche Termine der Ministerinnen und Minister sowie deren Staatssekretärinnen und Staatssekretäre werden abgesagt.

Funktionsträger, die aus Risikogebieten zurückkehrten, müssten in Quarantäne. Die Personengruppe, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung besonders wichtig ist, werde um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser, des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der kritischen Infrastruktur wie etwa der Energie- und Wasserversorgung sowie um Soldatinnen und Soldaten erweitert. Wer zu dieser Gruppe zähle, müsse nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Damit solle sichergestellt werden, dass diese Menschen nicht ungewollt Kolleginnen und Kollegen aus diesen Bereichen mit dem Virus infizieren.

Für bestimmte Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 6 und bestimmte Kindergartenkinder werde eine Notfallbetreuung in kleinen Gruppen gewährleistet. Die Gruppe der anspruchsberechtigten Eltern werde erweitert insbesondere um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Krankenhäuser. Die Verordnungen sind auf hessen.de abrufbar.

21.57 Uhr: Der Apartment-Vermittler Airbnb will von der Coronavirus-Krise betroffenen Reisenden entgegenkommen und für die kommenden Wochen gebuchte Aufenthalte kostenlos stornieren lassen. Airbnb-Reservierungen müssen üblicherweise vorab bezahlt werden, oft wird bestenfalls ein Teil des Betrag zurückerstattet. Für alle Aufenthalte, die bis zum Samstag gebucht wurden und bis zum 14. April beginnen, gelte nun aber eine Sonderregelung, teilte Airbnb mit.

21.21 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Spanien schränkt die Bewegungsfreiheit wegen des Coronavirus weitgehend ein.

20.07 Uhr: Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus alle Restaurants, Läden und Bars. Apotheken und Lebensmittelgeschäfte oder Banken sollen aber geöffnet bleiben, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe am Samstagabend an. Allerdings sollen ab Mitternacht alle nicht für das Leben notwendigen öffentlichen Einrichtungen schließen.

18.29 Uhr: Berlin verbietet alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen. Die Verordnung gelte ab sofort, teilte ein Sprecher der Senatskanzlei am Samstagabend mit. Kneipen, Bars, Spielhallen und Clubs müssen demnach schließen.

Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen nicht mehr öffnen. Auch der Sportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen ist verboten. Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen ihre Türen schließen. Darüber hinaus dürfen Patienten im Krankenhaus keinen Besuch mehr empfangen – Ausnahme seien solche unter 16 Jahren und Schwerstkranke. Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich 19. April.

Ausnahmen gibt es für Restaurants: Gaststätten, in denen vor Ort zubereitetes Essen verabreicht wird, dürfen öffnen, wenn die Tische mindestens einen Abstand von 1,5 Meter voneinander haben.

Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke dürften einmal am Tag für eine Stunde eine Person empfangen, sofern diese keine Erkrankung an den Atemwegen habe, hieß es weiter. Auch in Pflegeheimen dürfen Bewohner nur einmal am Tag Besuch empfangen, allerdings niemanden unter 16 Jahren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

18.01 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich unter wachsendem Druck auf das Coronavirus testen lassen. Trump sagte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, er habe sich dem Test am Vorabend unterzogen. Ein Ergebnis werde erst ein oder zwei Tage nach dem Test vorliegen.

Trump war am vergangenen Wochenende mit einem Mitglied einer brasilianischen Delegation in Kontakt, das US-Medienberichten zufolge mit Trump für ein Foto posierte und das später positiv auf das Virus getestet wurde.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, hatte am Donnerstag mitgeteilt, Trump habe fast keinen Umgang mit der Person gehabt. Es gebe daher keine Notwendigkeit für einen Test. Das Weiße Haus hatte am Freitagabend ein Schreiben des Arztes des Weißen Hauses verbreitet, in dem es hieß, Trump zeige keine Symptome von Covid-19. Ein Test sei daher nicht angezeigt.

Baby in England mit Coronavirus infiziert

17.23 Uhr: In England hat sich ein Baby mit dem Coronavirus infiziert. Die Ärzte wollten versuchen herausfinden, ob die Ansteckung während oder vor der Geburt passiert ist. Es ist nicht die erste weltweite Infektion eines Babys mit dem neuartigen Erreger.

16.49 Uhr: Die italienische Fluggesellschaft Alitalia verlangt von ihren Passagieren, in eng besetzten Fliegern Atemmasken zu tragen. Die Vorschrift gelte für alle Verbindungen, bei denen der Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen einzelnen Passagieren nicht eingehalten werden könne, teilte die Fluggesellschaft am Samstag mit. Passagiere, die ohne Maske angetroffen werden, könnten nicht mehr befördert werden.

16.22 Uhr: Köln verbietet wegen der Coronavirus-Epidemie von Sonntag an alle Veranstaltungen. „Wir werden jegliche Veranstaltungen im Kölner Stadtgebiet bis einschließlich 10.4.2020 untersagen“, sagte Stadtdirektor Stephan Keller im Rathaus. „Dieses Verbot gilt auch für Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften.“

Geschlossen würden auch alle Kinos und Theater sowie Discos, Clubs und Bars, die Musik und Tanzveranstaltungen anbieten.

Ausgenommen seien etwa Wochenmärkte, die der Nahversorgung dienten und Veranstaltungen, die „aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses“ notwendig seien. „Was wir nicht untersagen an dieser Stelle ist der Besuch von Restaurants und Gaststätten, die mit einem Essensangebot auch eine Versorgungsfunktion wahrnehmen“, sagte Keller.

Weitere Coronavirus-Infektionen im Bundestag

16.15 Uhr: Auch in der Bundestagsfraktion der Grünen gibt es nun einen Corona-Fall. „Einer unserer Abgeordneten wurde positiv auf Corona getestet. Alle erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Den Namen des Abgeordneten nannte sie nicht. „Die anderen Fraktionen wurden informiert“, sagte sie.

Zudem gibt es in der FDP-Fraktion inzwischen einen dritten Fall, wie ein Fraktionssprecher bestätigte, ohne den Namen zu nennen. Allerdings machte der Abgeordnete Thomas Sattelberger seine Infektion selbst bekannt. Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: „Ich bin 70 geworden und weiß seit einer Stunde, dass ich Corona-positiv bin.“

16.02 Uhr: Mit Blick auf die Corona-bedingte Schließung von Schulen und Kitas geht der Volkswagen-Konzern auf seine Mitarbeiter mit Kindern zu. Man biete „allen Beschäftigten mit Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben und von Schließungen betroffen sind, eine erhöhte Flexibilität an“, zitierte die Branchen- und Wirtschaftszeitung „Automobilwoche“ aus ihr vorliegenden internen Unterlagen.

Dazu zählten die „Entnahme von Freizeitkontingenten“ und „erweiterte Möglichkeiten für mobile Arbeit“. Auch solle es eine „erneute Wandlungsmöglichkeit aus dem Tarifvertrag über die Gewährung einer tariflichen Zusatzvergütung“ geben.

15.51 Uhr: Österreich stellt für die Folgen der Coronavirus-Pandemie vier Milliarden Euro bereit. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Samstag an. Aus dem „Corona-Krisenfonds“ sollen unter anderem Betriebe und Mitarbeiter unterstützt werden, die nun noch stundenweise oder gar nicht arbeiten können. Damit lasse sich der für 2020 geplante ausgeglichene Haushalt nicht mehr verwirklichen, sagte Finanzminister Gernot Blümel.

Auf die Frage, ob Österreich - wie die deutsche Regierung - im Fall des Falles zur Verstaatlichung zentraler Unternehmen bereit wäre, meinte Kurz: „Natürlich ist das möglich nach dem Epidemiegesetz. Dort, wo es nötig wäre, würden wir nicht davor zurückschrecken. Derzeit stellt sich diese Frage nicht.“

Spanier dürfen nur noch zum Arbeiten und Einkaufen vor die Tür

15.40 Uhr: Nach dem sprunghaften Anstieg der Corona-Fälle auf nahezu 6000 Fälle will die spanische Regierung landesweit die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einschränken.

Nach einem Notstandsdekret, das am Samstagnachmittag vom Kabinett verabschiedet werden sollte, dürfen die Menschen nur noch aus zwingenden Gründen ihre Wohnungen verlassen: Etwa um zur Arbeitsstätte, zum Supermarkt oder zum Gesundheitszentrum zu gelangen. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden und Apotheken müssen schließen. Damit würden von kommendem Montag an in ganz Spanien praktisch alle Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände und Reisen innerhalb des Landes verboten. Diese Restriktionen gelten auch für im Land befindliche ausländische Urlauber.

15.34 Uhr: Erstmals hat sich Berichten zufolge in Frankreich ein Häftling mit dem Coronavirus infiziert. Der 74-Jährige habe seit dem 8. März in einer Einzelzelle im Gefängnis Fresnes südlich von Paris gesessen und kam am Freitag nach dem Auftreten erster Symptome in ein Krankenhaus, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Sprecherin des Justizministeriums berichtete.

Der Mann habe keinen Kontakt zu anderen Häftlingen gehabt und habe wegen seines Alters unter besonderer Überwachung gestanden. In demselben Gefängnis war am Freitag eine Krankenschwester positiv auf Covid-19 getestet worden. Unklar blieb, wo der Häftling sich infiziert hatte.

AKK appelliert wegen Coronavirus an Gemeinsinn

15.10 Uhr: Die Bundesschülerkonferenz (BSK) befürchtet wegen der anstehenden Schulschließungen große Nachteile für die Schülerinnen und Schüler. „Grundsätzlich empfinden wir den Schritt als richtig, weil er auch erforderlich ist“, sagte BSK-Sprecher Torben Krauß. Das Coronavirus müsse eingedämmt werden und Schulen seien ein Ort, an dem viele Menschen aufeinanderträfen und sich anstecken könnten.

„Wir sehen aber erhebliche Nachteile für die Schüler, besonders für die Abiturienten.“ Sie hätten kaum eine Chance, den Stoff nachzuholen, zumal es nur wenige Möglichkeiten des digitalen Unterrichts gebe. „Die Bundesschülerkonferenz erwartet schnell umgesetzte Konzepte der Länder, um Schülerinnen und Schüler digitale Lehrangebote zur Überbrückung anbieten zu können“, forderte die BSK in einer Mitteilung.

Länder mit bereits gut ausgebauten digitalen Lernangeboten könnten die Schüler in der unterrichtsfreien Zeit besser vorbereiten, besonders mit Blick auf die anstehenden zentralen Prüfungen. „Grundsätzlich hoffen wir auf eine faire und tragbare Organisation der Abschlussprüfungen in Deutschland.“ Krauß sagte, bei den jüngeren Schülern überwiege vielleicht die Freude über verlängerte Osterferien, die Älteren aber seien sehr in Sorge.

14.40 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat wegen der Ausbreitung der Corona-Epidemie an den Gemeinsinn appelliert. Wenn die Gesellschaft nun zusammenstehe, könne diese große Herausforderung gemeinsam gemeistert werden, schrieb die Verteidigungsministerin in einem Gastbeitrag für „n-tv“.„Ich bin optimistisch. Deutschland und Europa haben schon oft gezeigt, dass sie schwierige Zeiten überstehen können“, schrieb die Politikerin. „Unser Staat funktioniert. Unsere Wirtschaft ist robust. Unsere Krankenhäuser sind gut organisiert.“

Es gehe nun nicht um Abschottung gegeneinander, sondern um das richtige Verhalten. „Denn klar ist: Die größte Gefahr für Leib und Leben droht durch eine massenhafte Infizierung von älteren und vorerkrankten Menschen“, schrieb die Verteidigungsministerin. „Deshalb müssen die Gesunden und Jungen jetzt mehr Verantwortung übernehmen für die Älteren und Kranken.“

Entscheidend sei es, Zeit zu gewinnen und die rasant steigenden Infektionszahlen zu verlangsamen. „Dafür braucht es jetzt Disziplin und Durchhaltevermögen - für beides sind wir Deutsche eigentlich bekannt“, so Kramp-Karrenbauer.

14.31 Uhr: Ratschläge und Gerüchte zum Einfluss bestimmter Medikamente auf eine Coronavirus-Infektion sorgen derzeit für Verunsicherung. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran schrieb am Samstagmittag per Kurznachrichtendienst Twitter, Entzündungshemmer wie etwa Ibuprofen könnten eine Infektion mit dem Coronavirus verschlimmern.

Im Falle von Fieber solle man Paracetamol nehmen, riet Véran. Der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon äußerte sich ähnlich und riet von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) ab. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac.

Auch Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) kann sich durchaus vorstellen, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. „Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis“, erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. „Bei Paracetamol ist das nicht der Fall.“

Dennoch sei ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von NSAR und schweren Verläufen bei Covid-19 nach seinem Wissen bislang nicht gesichert, betont Schmidt-Chanasit. Lesen Sie dazu auch: Coronavirus: Achtung vor Whatsapp-Fake-News zu Ibuprofen.

Ökonomischer Schaden durch Coronavirus auch für Fußball-Bundesliga

14.05 Uhr: Schutzausrüstung wie Schutzbrillen, Atemschutzmasken, Schutzanzüge oder Handschuhe darf künftig nicht mehr ohne weiteres aus Deutschland exportiert werden. Für den Export dieser Gegenstände ist nun eine Genehmigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nötig, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte.

Hintergrund ist die schnelle Ausbreitung des Coronavirus auch in Deutschland. Die entsprechende Änderung der Allgemeinverfügung sei innerhalb der Bundesregierung abgestimmt und werde in Kürze im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Bundesregierung habe sich auch mit der EU-Kommission über das Vorgehen verständigt.

13.43 Uhr: Die Union profitiert laut einer von der RTL-Mediengruppe beauftragten Forsa-Umfrage von der Corona-Krise. 29 Prozent der befragten Wähler gaben an, dass sie derzeit CDU/CSU wählen würden – ein Plus von 3 Prozent im Vergleich mit der Vorwoche. Die Grünen verlieren im „RTL/ntv-Trendbarometer“ zwei Prozentpunkte, die SPD einen Prozentpunkt. Die Werte der übrigen Parteien blieben unverändert.

13.10 Uhr: Die Profi-Clubs müssten im Falle einer kompletten Absage der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga mit einem ökonomischen Schaden von rund einer dreiviertel Milliarde Euro rechnen. Diese Summe wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Ligakreisen bestätigt.

Ein Versicherungsschutz für die Clubs zum Beispiel für entgangene TV-Einnahmen besteht demnach nicht. Sollte wegen der Coronavirus-Krise die Spielzeit nicht beendet werden können, würde allein durch den Wegfall der Fernsehgelder für die letzten neun Spieltage ein Einnahmeausfall von rund 370 Millionen Euro anfallen.

„Es handelt sich um private Vertragsvereinbarungen, die verständlicherweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind“, hieß es hierzu vom Hauptvertragspartner Sky. Weiterer ökonomischer Schaden entstünde durch entgangene Sponsorengelder und fehlende Eintrittsgelder.

13.05 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat in der Corona-Krise angesichts der bevorstehenden bundesweiten Schul- und Kita-Schließungen die Arbeitgeber aufgefordert, Mitarbeitern bei der Gestaltung der Arbeitszeit großen Freiraum zu geben.

Die Bundesregierung habe mit dem Kurzarbeitergeld und dem unbegrenzten Schutzschild an Kreditbürgschaften bereits einiges für Unternehmen auf den Weg gebracht, um wirtschaftliche Ausfälle abzufedern: „Aber ich erwarte auch von den Arbeitgebern größtmögliche Flexibilität im Umgang mit den Schul- und Kitaschließungen. Es kann nicht sein, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern in dieser Ausnahmesituation für unser Land jetzt Minusstunden aufzwingen oder sie in den unbezahlten Urlaub drängen, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen“, sagte Klingbeil unserer Redaktion.

Der Kampf gegen das Corona-Virus und dessen Folgen sei eine Gemeinschaftsaufgabe. „Deshalb fordere ich, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in dieser Krise bestmöglich unterstützen und großzügiges Entgegenkommen zeigen.

Thüringen untersagt Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen

12.40 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium warnt vor Fake-News zum Coronavirus. Auf Twitter schreibt die Behörde, dass zurzeit behauptet werde, dass die Bundesregierung bald „massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens“ ankündigen werde. Das stimme nicht, betont das Ministerium. Solche Falschinformationen würden viele Bürger verunsichern.

Unter anderem beim Messengerdienst Whatsapp kursieren viele Falschinformationen. Der Redaktion bekannt ist unter anderem ein Kettenbrief, in dem behauptet wird, dass man sich mit Luftanhalten selbst auf eine Infektion testen könne. Des Weiteren sind Sprachnachrichten im Umlauf, in denen die Rede von Ausgangssperren und Heilmitteln ist, die es nicht gibt. In den vergangenen Tagen machte auch die Falschnachricht von einer Ausgangssperre in Österreich die Runde.

12.38 Uhr: Schleswig-Holstein plant Einschränkungen für Restaurantbesuche. Für diese sollen künftig Auflagen gelten, wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Samstag dem Sender NDR 1 Welle Nord sagte. Geplant sind Abstandsregelungen zwischen den Tischen und möglicherweise eine Begrenzung der Personenzahl. Dies hatte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) bereits am Freitagabend nach einer Sondersitzung des Kabinetts angekündigt.

Die CDU-geführte Landesregierung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will das soziale Leben im Norden drastisch runterfahren. Öffentliche Veranstaltungen werden bis 19. April untersagt. Dies betrifft beispielsweise auch Fitnessstudios, Kinos und Theater. Kinder sollen nur in Ausnahmefällen zur Betreuung in Schulen und Kitas gebracht werden. Diese sind auch bis 19. April geschlossen. Einen entsprechenden Erlass wollte das Kabinett am Samstag bei einer Sitzung in Kiel auf den Weg bringen.

12.35 Uhr: Die saarländische Landesregierung ruft dringend zu Blutspenden auf. Viele Blutspendedienste stellten derzeit „eine spürbar gesunkene Spendenbereitschaft“ der Bevölkerung durch die Coronavirus-Pandemie fest, erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Doch erhöhe der Besuch eines Blutspendetermins nicht das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus.

„Hier gelten sehr hohe Hygienestandards, so dass für Blutspender keine Gefahr zur Ansteckung mit einer Infektionskrankheit besteht“, hob die Ministerin hervor. Spender mit grippalen Symptomen würden nicht zur Spende zugelassen - ebenso wenig Menschen, die sich erst vor kurzem in Corona-Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt mit einer infizierten Person hatten, hieß es weiter.

12.30 Uhr: Thüringen hat wegen des Coronavirus sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt. Ein entsprechender Erlass an die Landkreise und kreisfreien Städte wurde am Freitagabend fertiggestellt, wie das Thüringer Arbeits- und Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Auch Veranstaltungen mit weniger als 50 Menschen „sollten nicht mehr stattfinden, wenn sie nicht zwingend notwendig sind - und auch dann nur unter strengen Auflagen“, erklärte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Der Erlass gilt zunächst bis zum 10. April.

12.11 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen weitet seine Hilfsangebote für in Not geratende Unternehmer, Gründer und Selbstständige aus.

Um möglichst schnell wirksam zu sein, würden Expressbürgschaften bereitgestellt, die die Bürgschaftsbank binnen 72 Stunden bewilligen könne. Kleine Unternehmen, Neugründungen und Betriebe, die ausbilden, könnten ohne Hausbank und ohne Sicherheiten frisches Beteiligungskapital erhalten und so Lücken nachhaltig schließen.

Die Landesregierung arbeite außerdem an weiteren Initiativen für schnellere Planungen und Genehmigungen, zum Abbau von Bürokratie, zum beschleunigten Ausbau des Gigabitnetzes und der Erneuerbaren Energien und zur Unterstützung von Innovationen und Gründungen. Zur Überbrückung von Engpässen stünden Unternehmen verschiedene öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung.

12.05 Uhr: Nach Vorwürfen der Untätigkeit will die britische Regierung nun doch Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergreifen. Geplant ist nach Angaben aus Regierungskreisen ein Verbot von Großveranstaltungen. Laut britischen Medienberichten vom Samstag soll das Verbot in der kommenden Woche im Eilverfahren vom Parlament verabschiedet werden und am kommenden Wochenende in Kraft treten.

Eine solche Entscheidung würde die Absage berühmter Großveranstaltungen wie dem Tennisturnier in Wimbledon oder dem Royal-Ascot-Pferderennen bedeuten. Bisher hatte die Regierung in London darauf gehofft, den Höhepunkt der Pandemie in Großbritannien bis zum Sommer herauszögern zu können, damit die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen gering blieben. Menschen mit Symptomen wird bisher lediglich empfohlen, eine Woche zu Hause zu bleiben.

Die Regierung begründete ihr bisheriges Vorgehen damit, dass ein zu frühes Ergreifen drastischer Maßnahmen einen begrenzten Nutzen hätte und die Gefahr bestehe, dass die Menschen bei Erreichen des tatsächlichen Höhepunkts der Coronakrise nicht mehr gewillt wären, die Eindämmungs- und Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen.

Zahlreiche Veranstaltungen wie sämtliche Fußballspiele der Premier League, der Londoner Marathon sowie die Kommunalwahlen im Mai wurden trotzdem bereits ausgesetzt oder verschoben.

Schulen und Kitas auch in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen

11.55 Uhr: Von Montag an bleiben auch in Mecklenburg-Vorpommern Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts in Schwerin mit. Die Landesregierung in Schwerin folgt damit den Entscheidungen anderer Bundesländer.

11.48 Uhr: Die Corona-Pandemie zeigt nach Ansicht der Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer, dass Deutschland zu einer viel wirkungsvolleren Bekämpfung der Klimakrise in der Lage wäre. Die weltweite Epidemie beweise, „dass es anders gehen kann“, sagte Neubauer der „Rheinischen Post“.

„Würden wir die Klimakrise halb so ernst nehmen wie die Coronakrise, wäre uns geholfen.“ Die Bürger hörten auf die Virologen und setzten das dann um. Hingegen würden 30.000 Experten von „Scientists for Future“ seit Jahrzehnten forschen und nicht gehört, kritisierte Neubauer, die zur Klimaschutzbewegung Fridays for Future gehört. „Wir rechnen immer noch nicht um, was die Klimakrise kostet. Es steht nirgends, was es gekostet hat, dass es im Sommer nicht regnete.“

11.46 Uhr: Norwegen empfiehlt seinen Bürgern, unnötige Reisen ins gesamte Ausland im kommenden Monat zu unterlassen. Die Reiseempfehlung, die bis zum 14. April gilt, solle helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, teilte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Samstag mit. Außenministerin Ine Eriksen Søreide riet Norwegern, die sich derzeit auf Reisen im Ausland befänden, eine baldige Rückkehr zu erwägen. In Norwegen gab es örtlichen Medienberichten zufolge bis Samstag 946 bestätigte Infektionen.

11.35 Uhr: Als Vorsichtsmaßnahme hat der SC Paderborn als erster Fußball-Bundesligist aufgrund der Corona-Pandemie eine partielle 14-tägige Quarantäne für Teile seiner Mannschaft verhängt.

Wie die Ostwestfalen mitteilten, habe Mannschaftsarzt Dr. Hans Walter Hemmen im Trainingszentrum insgesamt 45 Tests bei Spielern sowie Mitarbeitern durchgeführt, um mögliche Infektionen im Hinblick auf das Coronavirus zu ermitteln.

Am Freitag hatte der Verein bestätigt, dass sich Luca Kilian mit dem Coronavirus infiziert hat. Der U21-Nationalspieler war damit der erste bestätigte Corona-Fall in der Bundesliga. „Wer seit dem 5. März mit Kilian länger in einem kleinen Raum war, neben ihm beim Mannschaftsessen saß oder ihm die Hand gegeben hat, ist von der Quarantäne betroffen. Die häusliche Quarantäne bedeutet einen Verbleib in der Wohnung und die Einhaltung eines Mindestabstandes von zwei Metern zu anderen Personen. Für Spieler und Mitarbeiter, die in dem genannten Zeitraum keinen direkten Kontakt zu Kilian hatten, geht das Leben vorerst “normal’ weiter„, heißt es in der Paderborner Mitteilung.

Die Ergebnisse der Tests werden in der kommenden Woche erwartet. Wie viele Spieler getestet wurden und sich in Quarantäne befinden, teilte der Verein zunächst nicht mit.

11.33 Uhr: Marokko hat entschieden, alle Flugverbindungen nach Deutschland, Belgien Portugal und in die Niederlande zu stoppen. Das teilte das Außenministerium in Rabat mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtete. Marokko hat laut der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher sieben Coronavirus-Fälle verzeichnet, ein Mensch starb an der Lungenkrankheit.

Öffentliches Leben in Belgien wegen Coronavirus lahmgelegt

11.22 Uhr: In Belgien sind seit Samstag drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft, um die Ausbreitung der neuen Krankheit Covid-19 zu bremsen. Alle Cafés, Restaurants und Diskotheken bleiben mindestens bis zum 3. April geschlossen ebenso wie die Schulen.

Alle Sport- und Kulturveranstaltungen sind abgesagt. Lebensmittelläden und Apotheken bleiben aber zu üblichen Zeiten offen.

Trotzdem gab es nach der Ankündigung der Maßnahmen einen Ansturm auf Supermärkte und Hamsterkäufe. Fernsehbilder zeigten lange Kundenschlangen und leer gefegte Regale. Bereits am Donnerstag hatten Belgiens Einzelhändler 40 Prozent mehr Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs wie Seife und Toilettenpapier verkauft.

11.14 Uhr: Die Türkei hat Reisenden aus neun europäischen Ländern die Einreise verboten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das erklärte das türkische Innenministerium am Samstag. Die Grenze sei für Menschen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Schweden geschlossen.

Auch Menschen aus Drittländern, die sich in den vergangenen 14 Tagen in diesen neun Ländern aufgehalten haben, dürften nicht mehr einreisen. Türkische Staatsbürger dürften „vorübergehend“ nicht in die genannten Länder reisen, hieß es weiter. Die Türkei hatte am Freitag angekündigt, von Samstagmorgen an Flüge in diese Länder bis zum 17. April auszusetzen.

Saudi-Arabien setzt wegen des Coronavirus Flüge aus

11.06 Uhr: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat die Bürger aufgerufen, Hamsterkäufe in der Coronavirus-Krise zu vermeiden. „In Deutschland haben wir aktuell keine Versorgungsengpässe“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich appelliere daher an die Bürger, ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken – dann ist genügend für alle verfügbar, die Regale werden zeitnah wieder aufgefüllt.“ Für Hamsterkäufe gebe es keinen Anlass. „Gerade mit Blick auf die jetzige Situation ist nicht nur die Solidarität der Verbraucher untereinander gefragt, sondern auch Maß und Mitte.“

Wichtig sei, nur das zu lagern, was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht werde, um nicht Lebensmittel und wichtige Ressourcen zu verschwenden. „Denn unnötige Hamsterkäufe führen leider häufig dazu, dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landen.“ Wer zu viel gekauft habe, könne einwandfreie Waren zur Weitergabe an die Tafeln geben. Mehr zu Hamsterkäufen lesen Sie hier.

Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Gibt es Grund zur Panik?
Hamsterkäufe wegen Coronavirus- Gibt es Grund zur Panik?

10.54 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich für ein abgestimmtes Vorgehen bei Grenzkontrollen in Europa ausgesprochen. „Der Schutz unserer Bevölkerung erfordert auch Maßnahmen, um das Infektionsrisiko in Folge des globalen Reiseverkehrs einzudämmen“, sagte Seehofer am Samstag.

Die Staaten Europas könnten hier nur erfolgreich sein, wenn sie in Abstimmung miteinander agierten. „Es hilft in unserem gemeinsamen Schengenraum niemandem, wenn die Menschen nach Paris fliegen, weil in München stärker kontrolliert wird“, betonte der Minister. Zuvor hatten mehrere EU-Staaten, darunter Polen und Dänemark Einreisebeschränkungen beschlossen.

Er sei sich bei einem Telefonat mit Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Freitag einig gewesen, „dass wir hier dringend eine europäische Koordinierung brauchen“, sagte Seehofer. Auch die Maßnahmen an der deutsch-französischen Grenze sollten so gestaltet werden, dass sie „einerseits wirksam und andererseits mit Blick auf die eng zusammengewachsenen Grenzregionen verhältnismäßig sind“.

10.40 Uhr: Saudi-Arabien setzt wegen des Coronavirus alle internationalen Flüge für zwei Wochen aus. Die Maßnahme trete am Sonntag um 11 Uhr Ortszeit (9 Uhr MEZ) in Kraft, meldete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Innenministerium in Riad.

Das Königreich hat bisher 86 Fälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. In seiner Nachbarschaft sind vor allem der Iran, aber auch Bahrain und Katar besonders stark von der Lungenkrankheit betroffen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Saudi-Arabien bereits einen Einreisestopp aus allen 27 Ländern der EU sowie aus weiteren Staaten in Asien und Afrika verhängt. Untersagt sind seit längerem auch Wallfahrten in die für Muslime heiligen Städte Mekka und Medina.

10.35 Uhr: Jeder für sich, aber alle zusammen: Millionen Italiener müssen wegen des Coronavirus zuhause bleiben - aber auf Balkonen musizieren dürfen sie noch. Von Nord bis Süd stellten sich daher am Freitagabend zur gleichen Zeit Menschen mit Instrumenten oder singend auf ihre Balkone oder an die Fenster, um Lieder gegen Angst, Einsamkeit und Langeweile in der Isolation anzustimmen.

Beim „Flashmob sonoro“ (klingender Flashmob) war das ganze Land dabei: Harfenspieler, Flötisten, Pianisten, Kinder an Trommeln, Gitarrenspieler und tanzende Menschen auf Balkonen waren in Videos zu sehen. Der Aktion „Zeigt Euch am Fenster“ schloss sich auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi an. „Zusammen schaffen wir das“, erklärte sie in den sozialen Netzwerken.

Gegen den Corona-Blues: Italiener musizieren an Fenstern und auf Balkonen
Gegen den Corona-Blues- Italiener musizieren an Fenstern und auf Balkonen

Scholz sieht keine große Gefahr für Finanzbranche durch Coronavirus

10.10 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht die deutsche Banken- und Finanzwirtschaft nicht durch die Coronavirus-Krise gefährdet. „Die Banken sind eindeutig stabiler als vor zehn Jahren, darum haben wir uns seit der letzten Krise gekümmert“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“.

Insgesamt stünden genügend Instrumente zur Verfügung um dazu beizutragen, dass der Finanzsektor eine solche Lage durchstehen könne. „Wir engagieren uns weiter, damit das Bankensystem wirtschaftliche Verwerfungen noch besser verkraftet“, versicherte Scholz. Der Vize-Kanzler verteidigte die harten Einschnitte der Gesundheitspolitik in das öffentliche Leben und die Wirtschaft: „Es geht um den Schutz von uns allen, das hat jetzt oberste Priorität.“

Trotzdem werde die wirtschaftliche Tätigkeit „natürlich so weit wie möglich“ aufrecht erhalten. Die Situation sei dynamisch und müsse von Tag zu Tag betrachtet werden, merkte der Finanzminister an.

10.02 Uhr: Europäer dürfen ab Sonntag nicht mehr nach Vietnam einreisen. Das gilt für Reisende aus den Schengen Staaten und Großbritannien. Die Sperre gilt zunächst für 30 Tage. Außerdem wird die Visumsvergabe für Ausländer vorübergehend gestoppt. Das teilte das Auswärtige Amt mit.

Coronavirus und Urlaub – Das müssen Sie jetzt beachten

9.34 Uhr: Der Suchmaschinen-Betreiber Google arbeitet an der Entwicklung einer Website, mit deren Hilfe Bürger anhand ihrer Symptome selbst abschätzen können sollen, ob ein Test auf das Coronavirus notwendig ist. Das Google-Schwesterunternehmen Verily Life Sciences befinde sich in einem „frühen Stadium der Entwicklung“, erklärte Google.

Die Website soll zunächst in der Region rund um San Francisco getestet und das Projekt dann allmählich weiter ausgeweitet werden. US-Vizepräsident Mike Pence erklärte dagegen, ein Startdatum für die neue Website solle voraussichtlich bereits am Sonntagabend bekannt gegeben werden: „Man kann auf die Website gehen, seine Symptome eingeben und bekommt dann Hinweise, ob ein Test angeraten ist oder nicht“, sagte Pence. Zudem werde die Website dem Nutzer Anlaufstellen in seiner Nähe nennen, wo ein Virus-Tests vorgenommen werden könne.

Apple schließt wegen Coronavirus alle Filialen außerhalb Chinas

9.21 Uhr: Apple schließt wegen der Coronavirus-Ausbreitung alle seine Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, erklärte Firmenchef Tim Cook am Samstag.

Der iPhone-Konzern hat außerhalb Chinas rund 460 hauseigene Geschäfte, in den vergangenen Tagen hatte Apple bereits die Stores in Italien dichtgemacht. Die gut 40 Apple Stores in China sind inzwischen nach zum Teil längeren Schließungen alle wieder geöffnet. Die Coronavirus-Krise hatte in den vergangenen Wochen auch die iPhone-Produktion beeinträchtigt.

9.19 Uhr: Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht bis zu 2000 Jobs. Zahlreiche Flüge müssten abgesagt werden und Kurzarbeit sei unumgänglich, teilte das Unternehmen mit. Zur Begründung verwies KLM unter anderem auf das von den USA verhängte Einreiseverbot für Europäer.„Durch die jüngsten Entwicklungen in den USA sind wir in eine Krise von bisher nicht gekanntem Ausmaß geraten und es ist klar, dass KLM einschneidende Maßnahmen ergreifen muss, um dieser außerordentlichen Situation die Stirn zu bieten“, heißt es einer Erklärung der Gesellschaft.

Im März müsse KLM mindestens 25 Prozent der Flüge streichen, von April bis Juni bis zu 40 Prozent. Für das zweite Quartal werde für die Beschäftigten - von Piloten bis zum Bodenpersonal - eine Arbeitszeitverkürzung um 30 Prozent angestrebt.

8.26 Uhr: Die Kinder bauen mit Lego, die Ehefrau hängt am Telefon und er selbst telefoniert mit Politikern in aller Welt: Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat Reportern einen Einblick in sein Leben unter Quarantäne gewährt. Vor seinem Backsteinhaus in Ottawa stehend - natürlich mit gebührendem Hygieneabstand zu den Journalisten - betonte Trudeau am Freitag (Ortszeit): „Ich will es ganz klar sagen: Ich habe keine Symptome. Mir geht es gut. Die Technologie ermöglicht es mir, von zu Hause aus zu arbeiten.“

Nachdem seine Frau Sophie positiv auf das Coronavirus getestet wurde, stehen Trudeau, seine Frau und die drei Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren seit Donnerstag unter Quarantäne. Dem Premierminister bleibt nur das Regieren in Heimarbeit. Das sei „eine Unannehmlichkeit und ein bisschen frustrierend“, schilderte Trudeau: „Wir sind letztlich alle soziale Wesen, aber wir müssen das nun so machen.“

Hilfspaket in den USA soll kostenlose Coronavirus-Tests ermöglichen

8.16 Uhr: In Luxemburg gibt es einen ersten Todesfall, der auf das Coronavirus zurückzuführen ist. Eine 94 Jahre alte Person sei an den Folgen der Infektion gestorben, teilte die luxemburgische Regierung am Freitagabend mit. Der Fall zeige, dass vor allem ältere Menschen besonders geschützt werden müssten.

In Luxemburg sind unter anderem Schulen und Kindertagesstätten ab Montag für zwei Wochen geschlossen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 ist im Großherzogtum auf 38 (Stand Freitagabend) gestiegen.

7.01 Uhr: Die nach dem Ausbruch des Coronavirus in China vorgenommenen Reisebeschränkungen haben den Export von Fällen ins Ausland einer Studie zufolge bis Mitte Februar um rund 70 Prozent verringert. Ohne diese Reisebeschränkungen wären bis zum 15. Februar 779 Sars-CoV-2-Fälle exportiert worden, schreiben die Autoren um Alison Galvani von der US-Universität Yale in der am Freitag (Ortszeit) im Fachjournal „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlichten Studie.

Ende 2019 waren erste Fälle in der chinesischen Metropole Wuhan bekannt geworden, rund drei Wochen später hatte die chinesischen Regierung weitgehende Reisebeschränkungen eingeführt.

Diese und andere Reisebeschränkungen und Einreisekontrollen hätten die Ausbreitung des neuartigen Erregers verlangsamt, schreiben die Forscher. Alleine könnten sie so einen Ausbruch aber nicht eindämmen – beispielsweise weil viele Infizierte bei der Einreise in ein anderes Land keine Symptome gezeigt hätten. Für ihre Untersuchung nutzten die Wissenschaftler unter anderem Flugdaten und solche zur Verbreitung des Virus.

Stopp Coronavirus - 6 simple und effiziente Maßnahmen im Alltag
Stopp Coronavirus - 6 simple und effiziente Maßnahmen im Alltag

6.46 Uhr: In den USA haben sich Regierung und Opposition auf ein Hilfspaket für den Kampf gegen das Coronavirus geeinigt. Das Repräsentantenhaus stimmte in der Nacht zum Samstag mit großer Mehrheit für ein Gesetzespaket, das unter anderem kostenlose Virustests ermöglichen soll. Präsident Donald Trump hatte zuvor den nationalen Notstand aufgerufen, um mehr Bundesmittel für den Kampf gegen den neuartigen Erreger bereitzustellen.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den USA sei das Wichtigste nun „testen, testen, testen“, sagte Oppositionsführerin Nancy Pelosi nach der Einigung mit der Regierung. Das Hilfspaket soll es daher auch Menschen ohne Krankenversicherung ermöglichen, sich kostenlos testen zu lassen. Außerdem soll es eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sicherstellen, die Arbeitslosenversicherung stärken und mehr Geld für das staatliche Gesundheitssystem Medicaid und für kostenlose Schulessen bereitstellen.

Trumps stellte sich bei Twitter hinter das Gesetz und forderte Republikaner und Demokraten zur Zustimmung auf. Das Gesetz muss nun vom Senat bewilligt werden. In der vergangenen Woche hatte der US-Kongress bereits 8,3 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) für den Kampf gegen das Coronavirus bereitgestellt.

Passagierrückgang am Flughafen Hannover

6.31 Uhr: Die Zahl der Passagiere am Flughafen Hannover ist angesichts der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. „Die Ausbreitung des Coronavirus führt seit Wochen auch am Hannover Airport zu massiven Flugstreichungen und einer sehr zurückhaltenden Nachfrage“, sagte Flughafenchef Raoul Hille der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell liege der Passagierrückgang bei rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Wir tätigen im Moment nur noch betrieblich absolut notwendige Ausgaben“, sagte Hille. „Neueinstellungen erfolgen bis auf Weiteres nicht. Betriebsrat und Geschäftsleitung prüfen die Einführung von Kurzarbeit.“ Ein verlässlicher Ausblick auf das gesamte Jahr 2020 sei unter diesen Umständen zurzeit nicht möglich.

6.05 Uhr: Immer mehr US-Sportler zeigen sich angesichts der Corona-Krise solidarisch mit Mitarbeitern ihrer Vereine, die wegen der Spielpausen in ihren Ligen ohne Einkommen sind.

Die Golden State Warriors teilten mit, dass den Angestellten des Chase Center wegen der Unterbrechung des Spielbetriebs mit einer Million US-Dollar geholfen werden, also mit knapp 900.000 Euro. Der Besitzer des Basketball-Klubs, die Spieler und die Trainer bringen die Summe gemeinsam auf. Der NBA-Klub beschäftigt nach eigenen Angaben bei jedem Heimspiel mehr als 1000 Menschen in verschiedenen Teilzeitpositionen, von Personal an den Essständen bis zum Sicherheitspersonal.

Giannis Antetokounmpo (25) von den Milwaukee Bucks kündigte an, 100.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 90.000 Euro) an die Mitarbeiter im Fiserv Forum zu spenden. Jungstar Zion Williamson (19) von den New Orleans Pelicans will dem in nichts nachstehen. Der Rookie möchte für die Gehälter der Angestellten im Smoothie King Center seines Teams für die nächsten 30 Tage aufkommen. So lange soll die stärkste Basketball-Liga der Welt wegen der Coronavirus-Krise vorerst pausieren. „Erst diese Leute machen unser Spiel möglich“, schrieb Williamson in den sozialen Netzwerken.

Dirk Nowitzkis früheres Team, die Dallas Mavericks, wollen ihren Hallen-Angestellten Gehalt für die sechs Heimspiele zahlen, die während der vorläufigen 30-Tage-Pause angesetzt waren. Zuvor hatten unter anderen schon Kevin Love von den Cleveland Cavaliers und Detroit Pistons Star Blake Griffin Spenden an die Mitarbeiter in ihren Hallen angekündigt.

Auch in den US-Profiligen im Eishockey und im Baseball wurden Spenden von Klubs und Sportlern angekündigt.

5.53 Uhr: Wer in Neuseeland einreist, muss sich ab Sonntag 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Das kündigte Premierministerin Jacinda Ardern an. Nur Reisende, die von den Pazifischen Inseln kommen, sind davon ausgenommen.

Ardern rief zugleich ihre Landsleute auf, alle nicht notwendigen Reisen nach Übersee zu unterlassen. Kreuzfahrtschiffe dürften bis zum 30. Juni nicht in neuseeländischen Häfen anlegen. Neuseeland hat bisher sechs bestätigte Fälle der Covid-19-Erkrankung.

5.03 Uhr: Kambodscha untersagt Bürgern aus Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und den USA ab Dienstag für 30 Tage die Einreise, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Auch Uruguay hat einen Einreisestopp für viele Europäer und Asiaten verhängt. Betroffen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Daniel Salinas Reisende aus China, Südkorea, Japan, Singapur, Iran, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Die Regierung in Montevideo hatte zuvor die ersten vier Coronavirus-Fälle in Uruguay bestätigt. Sie rief den Gesundheitsnotstand aus, verhängte ein Anlandeverbot für Kreuzfahrtschiffe und sagte öffentliche Veranstaltungen ab.

Kolumbien kündigte ebenfalls Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und Asien an, die zunächst zwei Wochen lang gelten sollen. Die Grenze zum Nachbarland Venezuela wird komplett abgeriegelt, wie Kolumbiens Präsident Iván Duque ankündigte.

3.31 Uhr: Die Grünen fordern einen Rettungsfonds für Solo-Selbstständige und Kulturschaffende. Der Fonds solle schnell und unbürokratisch helfen, wenn die wirtschaftliche Existenz nachweislich infolge von Umsatzeinbußen durch die Epidemie gefährdet sei, heißt es in einem Papier, das unter anderem die Parteichefs Robert Habeck und Annalena Baerbock sowie die Bundestags-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter unterzeichnet haben.

Die Grünen loben darin, was die Bundesregierung zur Unterstützung von Unternehmen angekündigt hat, fordern aber weitere Erleichterungen etwa für Kommunen und Familien. „In einer Krise dieses Ausmaßes müssen Regierung und Opposition zusammenarbeiten“, heißt es in dem achtseitigen Papier. „Wir bieten der Regierung unsere Unterstützung an.“ Fraktionschef Hofreiter sagte der dpa, die wirtschaftliche und die soziale Abfederung der Corona-Krise gehörten zusammen. „Neben dem Schutz unserer Wirtschaft braucht es auch eine Absicherung für die Menschen, die von der Krise betroffen sind.“

Bundesregierung bietet Wirtschaft "unbegrenzten Schutzschild"
Bundesregierung bietet Wirtschaft unbegrenzten Schutzschild

2.40 Uhr: In den USA werden nach Angaben von Präsident Donald Trump wegen der Coronavirus-Pandemie 30 Tage lang keine Kreuzfahrtschiffe mehr starten. Auf seinen Wunsch hätten die Kreuzfahrtunternehmen Carnival, Royal Caribbean, Norwegian und MSC eingewilligt, in US-Häfen startende Kreuzfahrten für 30 Tage auszusetzen, gab Trump am Freitag bei Twitter bekannt.

Am Donnerstag hatte bereits die zu Carnival gehörende Reederei Princess Cruises angekündigt, alle ihre Kreuzfahrten für 60 Tage auszusetzen. Betroffen sind alle Schiffe, die zwischen dem 12. März und dem 10. Mai ablegen sollten. Zu Princess Cruises gehören unter anderem die „Grand Princess“ und die „Diamond Princess“. Auf beiden Schiffen hatte sich das Coronavirus ausgebreitet. Die „Grand Princess“ lag deshalb tagelang vor der Küste Kaliforniens, bis sie am Montag im Hafen von Oakland anlegen konnte. Bis dahin waren 21 Infektionsfälle an Bord gemeldet worden.

Kampf gegen Coronavirus: Markus Söder will Bundeswehr stärker einbinden

2.14 Uhr: Die für Sonntag geplante zentrale öffentliche Gedenkfeier zum Jahrestag der Terroranschläge auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist abgesagt wurden. „Wir sind sehr traurig, sie abzusagen“, betonte Premierministerin Jacinda Ardern in einer Erklärung am Samstag. Man wolle aber kein Risiko eingehen. „Am 15. März hat nun jeder Neuseeländer die Gelegenheit, auf seine Weise über die Ereignisse von vor einem Jahr nachzudenken“, fügte die Regierungschefin hinzu.

Am 15. März 2019 hatte ein australischer Rassist bei den Anschlägen 51 Menschen getötet.

1.06 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat im Interview mit unserer Redaktion gefordert, die Bundeswehr stärker in den Kampf gegen die Corona-Pandemie einzubinden. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte der bayerische Ministerpräsident.

0.52 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat jetzt auch die spanische Hauptstadt Madrid und das österreichische Bundesland Tirol zu Risikogebieten erklärt. Auf der Liste der internationalen Risikogebiete standen zuvor bereits Italien, der Iran, die Provinz Hubei in China, die Provinz Nord-Gyeongsang in Südkorea und die Region Grand Est in Frankreich. Die spanische Regierung hat inzwischen den Alarmzustand ausgerufen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfahl allen Reisenden, die in den vergangenen zwei Wochen in Italien, in Österreich oder in der Schweiz waren, zwei Wochen zu Hause zu bleiben. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie 2 Wochen zu Hause – unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“, schrieb Spahn am Abend auf Twitter.

0.33 Uhr: Tschechien hat um Mitternacht die festen Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Österreich wiedereingeführt. Deutsche, Österreicher, Schweizer und Bürger weiterer zwölf Risikostaaten dürfen nicht mehr in den EU-Mitgliedstaat einreisen und werden abgewiesen. Tschechen dürfen nicht nach Deutschland und Österreich ausreisen. Ausnahmen gelten nur für Deutsche mit Wohnsitz in Tschechien sowie Berufspendler in einem Streifen von 100 Kilometern Tiefe beiderseits der Grenze. Ab Montag wird der Einreisestopp auf alle Ausländer ausgeweitet.

Zudem ordnete die Regierung noch in der Nacht überraschend an, dass Restaurants und viele Geschäfte, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind, geschlossen bleiben müssen. Geöffnet bleiben dürfen unter anderem der Lebensmittelhandel, Apotheken, Geschäfte für Tierfutter, Drogerien und Augenoptikergeschäfte sowie Firmenkantinen. Die Maßnahme sollte um 6 Uhr morgens in Kraft treten und gilt zunächst für zehn Tage.

Die tschechische Staatsbahn Ceske Drahy stellte den internationalen Reiseverkehr um Mitternacht komplett ein. Auch der private Betreiber Regiojet beendete vorübergehend den Bus- und Bahnverkehr von und nach Tschechien.

Die Fluglinien Czech Airlines und Smartwings werden die Hauptstadt Prag ab Anfang der Woche nicht mehr anfliegen. Regierungschef Andrej Babis von der populistischen Partei ANO hatte am Donnerstag für zunächst 30 Tage den Ausnahmezustand ausgerufen. In Tschechien gibt es derzeit 141 bestätigte Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

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