Bluttat in Lörrach

Ermittler vermuten Beziehungstat bei Amoklauf in Lörrach

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Caroline Wadenka

Nach einer Explosion in einem Haus rannte die Amokläuferin in ein benachbartes Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin schoss sie zwei Passanten an.

Lörrach. Nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Lörrach mit vier Toten und vielen Verletzten rätselt die Polizei weiter über das Motiv der Täterin. Nach dem bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von einer Beziehungstat aus. Nach einem Brand in einem Wohnhaus in der Markus-Pflüger-Straße waren die Leichen eines Mannes und eines kleinen Jungen gefunden worden, bei denen es sich vermutlich um den ehemaligen Lebensgefährten der Frau und den gemeinsamen fünfjährigen Sohn handelt.

Die Obduktion der Leichen sollte am Montag Aufschluss darüber liefern, ob der Mann und der Junge vor der Explosion erschossen worden waren oder durch den Brand zu Tode kamen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Explosion in dem Wohnhaus vermutlich durch einen Brandbeschleuniger herbeigeführt. Es wurden Kanister gefunden. Die Detonation war so heftig, dass eine Wand herausgerissen wurde. Weitere 15 Personen wurden durch Rauchgas verletzt.

Die Täterin soll eine Rechtsanwältin aus dem Kreis Lörrach gewesen sein. Im Anschluss an die Explosion in der Markus-Pflüger-Straße schoss die Frau auf der Straße mit einer kleinkalibrigen Sportpistole zwei Passanten an. Einer sei in den Rücken getroffen worden, der andere habe einen Streifschuss am Kopf erlitten, teilte die Polizei mit. Danach drang die Amokläuferin im rund 150 Meter entfernten Klinikum in die gynäkologischen Abteilung ein und erstach dort einen Pfleger. Die Polizei stoppte die Frau schließlich mit einem tödlichen Schuss. Ob die Frau gezielt in diesen Bereich des Krankenhauses gegangen war oder schwer verwirrt war, war am Montag unklar. Weitere Einzelheiten zu der Tat und zu den Ermittlungen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am späten Nachmittag (16.00 Uhr) bekannt geben.

Ein Polizeisprecher sagte am Montag, dass die gynäkologische Abteilung nach der Tat weiter abgesperrt sei, der Betrieb in den weiteren Abteilungen aber weitergeführt werde. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes, Seelsorger und Psychologen seien vor Ort. Im Elisabethenkrankenhaus sind unter anderem ein Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für Kinder- und Jugendmedizin unter anderem mit einer psychiatrischen und chirurgischen Abteilung untergebracht.

Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm zeigte sich bestürzt über die Tat. Lörrach sei fassungslos, sagte die Oberbürgermeisterin. Zum Glück hätten die Einsatzkräfte Schlimmeres verhindern können.