So sorgt die Philemon-Kirche für Schulkinder in Poppenbüttel

"Das schmeckt mir alles gut", freut sich Jasmin (8) und stopft sich noch eine Gabel voll Reis mit Soße in den Mund. Zusammen mit elf anderen Kindern sitzt sie an einem langen Tisch in der Küche der evangelischen Philemon-Kirche in Poppenbüttel. Beim "Mittagstisch" der Gemeinde können sich Schulkinder von sechs bis vierzehn Jahren täglich für 2,60 Euro satt essen.

"Als wir vor rund sechs Jahren begannen, wollten wir Schüler aus sozial schwachen Familien auffangen, inzwischen kommen sie aus allen Familien, weil heute viele Mütter arbeiten", erklärt Margit Haberland. Die Hausfrau und Mutter sorgt mit fünf weiteren Gemeindemitgliedern dafür, daß das Angebot läuft. Regelmäßig wechseln sich je zwei Kräfte beim Kochen, dem Betreuen und der Hausaufgabenunterstützung ab, je nach Einsatz arbeiten sie ehrenamtlich oder auf 400-Euro-Basis. Finanziert wird alles durch die Einnahmen und Spenden.

Für viele Kinder ist der "Mittagstisch" mittlerweile eine wichtige Anlaufstelle nach der Schule. "Sie fühlen sich hier wie zu Hause, erzählen von ihrem Schulalltag oder ihren Erlebnissen", sagt Jutta Petereit. Die zweifache Mutter und gelernte Sozialpädagogin hört gerne zu, leitet die Kinder aber auch an, wenn es nötig ist: "Wir achten auf Tischmanieren, und jedes Kind räumt seinen Teller nach dem Essen ab", so Jutta Petereit.

Anschließend setzen sich einige Kinder in einem gesonderten Raum unter Aufsicht an ihre Hausaufgaben. Die anderen spielen Karten, basteln oder malen. Maximilian (7) ist mit seinem Bild schon fertig und zeigt es begeistert seiner Mutter, die eben gekommen ist, um ihn abzuholen. Die berufstätige Stefanie Bischof (37) ist froh über das Engagement der Gemeinde und erklärt: "Zu Hause wäre mein Sohn allein, hier wird er dagegen nicht nur aufbewahrt, sondern auch gut betreut."

  • Montags-freitags, 13-15 Uhr, Philemon-Kirche, Poppenbüttelerweg 97, Anmeldung unter 040/606 11 12.