Terror von rechts

Medien: Drei V-Leute im näheren Umfeld des Neonazi-Trios

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abendblatt.de

Der Thüringer Verfassungsschutz soll mindestens drei V-Leute im Umfeld von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe geführt haben.

Hamburg. Offenbar hatten die deutschen Geheimdienste zeitweise deutlich engeren Kontakt zu dem Jenaer Neonazi-Trio , als bislang bekannt war. Wie der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, habe der Thüringer Verfassungsschutz demnach mindestens drei V-Leute im Umfeld der Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe geführt. Unterstützt werden diese Informationen durch eine Meldung des "Fokus", die besagt, der Militrische Abwehrdienst (MAD) sei schon kurz nach dem Verschwinden des Trios 1998 über dessen Aufenthaltsort informiert worden.

Dies soll der MAD-Präsident Karl-Heinz Brüsselbach den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) des Bundestags am vergangenen Dienstag mitgeteilt haben. Laut der Medienberichte hatte ein V-Mann des MAD den Tipp damals an eine Außenstelle der Behörde in Leipzig weitergegeben. Die Information sei zwar in die MAD-Zentrale nach Köln weitergereicht worden, dort aber liegengeblieben.

Zu den Informanten des Thüringer Verfassungsschutzes gehörte demnach neben dem Kopf des Thüringer Heimatschutzes, Tino B., auch der Chef der Thüringer Sektion der Organisation „Blood & Honour“. Trotz der intensiven Durchdringung des Verfassungsschutzes war es den Geheimdiensten damals angeblich nicht gelungen, das untergetauchte Neonazi-Trio aufzuspüren.

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Der Thüringer Verfassungsschutz geht nach den Informationen mittlerweile von etwa 20 Unterstützern aus, die dem Trio im Untergrund halfen. Am Freitag hatte die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen auf zwei weitere Beschuldigte ausgeweitet. Insgesamt werden damit sechs Personen als Beschuldigte geführt.

Fortschritte haben die Fahnder laut der Recherchen auch bei der Auswertung der Fundstücke aus den Trümmern der abgebrannten Wohnung in Zwickau gemacht. Dort hätten die Spezialisten des Bundeskriminalamts auch die zweite Tatwaffe des Polizistenmordes von Heilbronn gefunden, bei dem 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen worden war.

( (dpa/abendblatt.de) )