07.02.13

Baukonzern

Hochtief steht vor der Zerschlagung

Geschäftsbereiche mit 6200 Mitarbeitern könnten verkauft werden. Erst im November war der neue Hochtief-Chef Verdes an die Spitze gerückt.

Foto: dapd
Hochtief-Baustelle
Nach Medienberichten soll Hochtief vor einer Zerschlagung stehen

Frankfurt. Nach der Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS will sich Hochtief einem Zeitungsbericht zufolge von großen Geschäftsteilen trennen. Der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes denke an den Verkauf von Geschäftsbereichen mit 6200 Mitarbeitern, berichteten die Zeitungen der WAZ-Gruppe (Donnerstagausgaben) laut Vorabbericht unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Betroffen wären die Servicesparte innerhalb der Hochtief Solutions AG mit 6000 Beschäftigten und das Geschäft mit der Projektentwicklung mit 200 Angestellten. Die Analyse der künftigen Strategie sei "noch nicht abgeschlossen. Es gibt daher auch keinerlei Entscheidungen", zitierte die Zeitung den Essener Baukonzern.

Verdes hatte im Januar angekündigt, die neue Konzernstrategie bei der Vorlage der Jahresbilanz am 28. Februar zu präsentieren. Er durchleuchte jede Einheit und jedes Segment des Konzerns unter den Fragestellungen, wo Hochtief wirklich stark sei, wie viel Kapital für ein Geschäft eingesetzt werden müsse und welche Margen erzielt werden könnten, sagte der Manager seinerzeit. Aufsichtsrat und Vorstand hatten bei der Amtsübernahme des Spaniers betont, "eine Zerschlagung oder Filetierung von Hochtief" sei kein Element der neuen Strategie.

ACS hatte sich nach einem langen Übernahmekampf 2011 die Mehrheit an Hochtief mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern gesichert. In der Folge verließen zahlreiche Hochtief-Manager das Unternehmen. Mit Christine Wolff verlasse nun auch eine Aufsichtsrätin das Unternehmen, berichtete die WAZ weiter. Die Unternehmensberaterin, die erst im Sommer in den Aufsichtsrat eingezogen war, habe sich aus "persönlichen Gründen" zurückgezogen, sagte ein Hochtief-Sprecher laut WAZ.

rtr
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