Fr, 25.01.13, 06.34

Tarifstreit Flugausfälle durch NRW-Streik - Verhandlungen in Hamburg

Sicherheitspersonal an Grossflughaefen in NRW streikt

Foto: dapd

Sicherheitspersonal an Grossflughaefen in NRW streikt

An den Airports Köln/Bonn und Düsseldorf streikt das Sicherheitspersonal den zweiten Tag in Folge. Droht in Hamburg neuer Ausstand?

Hamburg/Düsseldorf. Auch am Freitag müssen sich die Passagiere an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat das Sicherheitspersonal bis zum Abend zu einer Fortsetzung ihres Streiks aufgerufen. Die Lufthansa hat bereits zahlreiche Flüge von Düsseldorf und Köln/Bonn, aber auch andere Verbindungen gestrichen. Auch bei anderen Airlines fallen Flüge aus.

Auch mehrere Flüge nach Hamburg sind von den Streiks betroffen. Bislang sind nach Angaben des Onlineportals des Hamburger Flughafens bis 13 Uhr insgesamt vier Verbindungen vom Düsseldorfer Airport gestrichen worden. Von Hamburg aus sollen nach derzeitigem Stand alle Maschinen wie geplant in Richtung des nordrhein-westfälischen Flughafens starten.

Die Gewerkschaft Verdi will Lohnaufschläge von 30 Prozent für die 34.000 Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen durchsetzen. Der Streik hatte am Donnerstag begonnen. Allein in Düsseldorf und Köln/Bonn fielen rund 250 Flüge aus.

Sieben Verbindungen aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nach Hamburg wurden bis zum frühen Abend gestrichen. Die Langstreckenflüge konnten dem Sprecher zufolge zunächst abgefertigt werden. Passagiere müssten sich vor den Personenkontrollen auf Wartenzeiten von zwei Stunden und mehr einstellen. Lediglich acht der über 40 Kontrollstellen seien besetzt.

Am kleineren Flughafen Köln/Bonn wurde etwa ein Drittel der insgesamt 170 Flüge abgesagt. Maschinen nach Hamburg waren nicht betroffen. Der Flughafenverband ADV kritisierte den Ausstand. "Die Ankündigung, die beiden Flughäfen für zwei Tage massiv einzuschränken, ist völlig überzogen und für die Passagiere unzumutbar", erklärte Verbandschef Ralph Beisel.

Ver.di verhandelt in Hamburg

Unterdessen werden heute in Hamburg eine Woche nach dem Streik des Sicherheitspersonals die Tarifverhandlungen für die 600 Beschäftigten heute fortgesetzt. Die Gewerkschaft Ver.di fordert einen Stundenlohn von 14,50 Euro, die Arbeitgeberseite hatte zunächst 12,50 Euro angeboten. Dieses Angebot hatte Ver.di als "nicht verhandlungsfähig" bezeichnet und deshalb die Kontrolleure an den Sicherheitsschleusen des Airports am vergangenen Freitag zum Streik aufgerufen. Die Folge war ein Chaos im Flughafen; 12.000 Passagiere blieben am Boden.

Am Donnerstag kam es in Düsseldorf und Köln/Bonn ebenfalls zu Streiks des Sicherheitspersonals. Nach dem Hamburger Streik hatte der Arbeitgeberverband BDSW sein Angebot für die Beschäftigten in der Hansestadt nachgebessert, so dass die Verhandlungen nun weitergehen. Bei einem Scheitern sind nach Angaben von Verdi weitere Streiks möglich.