24.01.13

Tarifstreit

Streiks an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf

Sicherheitskräfte befinden sich seit 4 Uhr im Ausstand. Von dem kurzfristig angekündigten Streik sind rund 70.000 Fluggäste betroffen.

Foto: dpa
Warnstreiks an Flughäfen - Köln/Bonn
Der Flughafen Köln/Bonn wird am Donnerstag von Mitarbeitern der Sicherheitsfirmen bestreikt (Archivbild)

Düsseldorf/Köln. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn wird gestreikt. Die ersten Angestellten legten mit Beginn der Frühschicht um 4.00 Uhr die Arbeit nieder. "Die Zustimmung ist groß", sagte die Fachbereichsleiterin der Gewerkschaft Ver.di, Andrea Becker. Die Aktion soll den ganzen Tag andauern und auch am Freitag fortgesetzt werden – wie lange, ließ Ver.di zunächst offen.

Die Gewerkschaft hatte die Aktion in der Nacht kurzfristig angekündigt. Ver.di hatte zu dem zweitägigen Streik aufgerufen, um für höhere Löhne für die Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen zu kämpfen. Die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern waren zuvor gescheitert.

Ver.di rechnet mit erheblichen Einschränkungen für Fluggäste, etwa durch lange Wartezeiten bei den Kontrollen und den Ausfall von Flügen. Die Folgen seien noch nicht absehbar, sagte der Sprecher des Flughafens Köln/Bonn, Walter Römer. Es seien aber erhebliche Einschränkungen zu erwarten. Er empfahl Passagieren, sich bei ihrer Airline zu informieren. Allein der Düsseldorfer Airport erwartete am Donnerstag etwa 44.500 Passagiere, in Köln sind es im Duschnitt täglich 25.000.

"Die Leute sollen Terroranschläge verhindern"

Erst vergangenen Freitag hatte ein Streik des Sicherheitspersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Dort waren 63 von 176 geplanten Flügen abgesagt worden, rund 12.000 Passagiere blieben am Boden und konnten ihre Reise nicht antreten.

Ver.di will für die Sicherheitsleute an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen einen Stundenlohn von einheitlich 16 Euro durchsetzen – zurzeit erhalten sie den Angaben zufolge höchstens 12,36 Euro. "Das sind die Leute, die Terroranschläge verhindern sollen", begründete Verdi-Sprecher Günter Isemeyer die Forderung. Auch für Sicherheitsleute in anderen Bereichen will die Gewerkschaft mehr Geld. Die Arbeitgeber in NRW hätten es vor einigen Wochen abgelehnt, die Verhandlungen fortzusetzen.

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hatte vergangene Woche kritisiert, Ver.di habe bei den Forderungen für das Flughafen-Personal "jedes Maß verloren". In Nordrhein-Westfalen hätten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 9,22 Prozent angeboten.

(dpa/dapd)
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