15.01.13

Studie

Deutscher Immobilienmarkt dürfte auch 2013 brummen

Die Flucht in Betongold hält dank Schuldenkrise, Inflationsangst und niedriger Zinsen weiter an. Gefahr einer Preisblase wird nicht gesehen.

Foto: dapd
Anleger setzen auf deutschen Immobilienmarkt
Berlin/ ARCHIV: Baukraene in Berlin (Foto vom 17.10.12). Die Sparkassen rechnen im neuen Jahr mit einer anhaltend regen Nachfrage nach Immobilien in Deutschland. "Auch wenn sich die deutsche Wirtschaft abkuehlt, wird das Interesse an Immobilien hoch bleiben", sagte der Praesident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe vom 07.01.13) laut einem Vorabbericht. Auch die internationalen Anleger wuessten den deutschen Markt 2013 wegen seiner zentralen Lage und Groesse zu schaetzen. (zu dapd-Text) Foto: Oliver Lang/dapd

Frankfurt/Main. Schuldenkrise, Inflationsangst und niedrige Zinsen dürften den deutschen Immobilienmarkt auch 2013 anheizen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage.

Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einem ähnlich hohen Transaktionsvolumen wie 2012, als hierzulande Immobilien im Gesamtwert von rund 36 Milliarden Euro den Besitzer wechselten - das war der höchste Stand seit 2007.

Überraschend stark getrieben wurde das Ergebnis von großen Wohnungsportfolios. Daran dürfte sich auch im neuen Jahr nicht viel ändern. Allerdings erwartet die Branche, dass sich nun auch das Geschäft mit Einzelhandels- und Büroimmobilien wieder mehr belebt.

Ernst & Young Real Estate hatte für sein diesjähriges Stimmungsbarometer 120 Immobilieninvestoren nach ihren Erwartungen für 2013 befragt, darunter Banken, Versicherer, Immobilienfonds und börsennotierte Immobiliengesellschaften.

Sie alle bescheinigten dem deutschen Markt in der europäischen Schuldenkrise eine große Anziehungskraft, merken aber auch an, dass immer mehr Investoren aus dem Ausland hierzulande nach Anlagemöglichkeiten suchen und für mehr Wettbewerb sorgen. Das treibt gerade in den Großstädten die Preise und wird für den Privatanleger bei Wohnimmobilien besonders spürbar.

Eine flächendeckende Preisblase im Wohnsegment in Deutschland kann im Moment aber weder die Bundesbank noch die Immobilienbranche erkennen. Das bekräftigte am Dienstag auch der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp).

"Angesichts der positiven Arbeitsmarktbedingungen, der allgemein steigenden Einkommen sowie der außerordentlich günstigen Finanzierungsbedingungen ist dieser Preisanstieg fundamental begründet", erklärte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Er hob hervor, dass die Banken Immobilienfinanzierungen nach wie vor eher restriktiv ausreichten und die Anleger heute viel mehr Eigenkapital einsetzten als noch vor einigen Jahren – eben weil sie ihr Geld sicher in Sachwerten anlegen wollten.

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