15.01.13

Studie Deutscher Immobilienmarkt dürfte auch 2013 brummen

Anleger setzen auf deutschen Immobilienmarkt

Foto: dapd

Anleger setzen auf deutschen Immobilienmarkt Foto: dapd

Die Flucht in Betongold hält dank Schuldenkrise, Inflationsangst und niedriger Zinsen weiter an. Gefahr einer Preisblase wird nicht gesehen.

Frankfurt/Main. Schuldenkrise, Inflationsangst und niedrige Zinsen dürften den deutschen Immobilienmarkt auch 2013 anheizen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage.

Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einem ähnlich hohen Transaktionsvolumen wie 2012, als hierzulande Immobilien im Gesamtwert von rund 36 Milliarden Euro den Besitzer wechselten - das war der höchste Stand seit 2007.

Überraschend stark getrieben wurde das Ergebnis von großen Wohnungsportfolios. Daran dürfte sich auch im neuen Jahr nicht viel ändern. Allerdings erwartet die Branche, dass sich nun auch das Geschäft mit Einzelhandels- und Büroimmobilien wieder mehr belebt.

Ernst & Young Real Estate hatte für sein diesjähriges Stimmungsbarometer 120 Immobilieninvestoren nach ihren Erwartungen für 2013 befragt, darunter Banken, Versicherer, Immobilienfonds und börsennotierte Immobiliengesellschaften.

Sie alle bescheinigten dem deutschen Markt in der europäischen Schuldenkrise eine große Anziehungskraft, merken aber auch an, dass immer mehr Investoren aus dem Ausland hierzulande nach Anlagemöglichkeiten suchen und für mehr Wettbewerb sorgen. Das treibt gerade in den Großstädten die Preise und wird für den Privatanleger bei Wohnimmobilien besonders spürbar.

Eine flächendeckende Preisblase im Wohnsegment in Deutschland kann im Moment aber weder die Bundesbank noch die Immobilienbranche erkennen. Das bekräftigte am Dienstag auch der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp).

"Angesichts der positiven Arbeitsmarktbedingungen, der allgemein steigenden Einkommen sowie der außerordentlich günstigen Finanzierungsbedingungen ist dieser Preisanstieg fundamental begründet", erklärte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Er hob hervor, dass die Banken Immobilienfinanzierungen nach wie vor eher restriktiv ausreichten und die Anleger heute viel mehr Eigenkapital einsetzten als noch vor einigen Jahren – eben weil sie ihr Geld sicher in Sachwerten anlegen wollten.