17.12.12

Umfrage

Mehr Bürger befürchten Jobverlust

Der deutsche Arbeitsmarkt verliert in den Augen der Deutschen an Stabilität. Nur noch 24 Prozent halten ihren Arbeitsplatz 2013 für sicher.

Foto: dpa
Eingang Jobcenter
2012 waren sich noch 62 Prozent der Befragten ihres Jobs sicher. Für 2013 sind es nur noch 57 Prozent

Stuttgart. Das Vertrauen der Deutschen in eine stabile Arbeitsmarktlage sinkt. Während sich 2012 noch 62 Prozent der Bundesbürger ihres Jobs sicher waren, zeigten sich für 2013 nur noch 57 Prozent bezüglich der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes zuversichtlich, wie aus der am Montag veröffentlichten Zuversichtsstudie der Allianz hervorgeht.

Insgesamt halten demnach nur 24 Prozent die Arbeitsplätze in den kommenden zwölf Monaten für sicher. Für 2012 waren es noch 31 Prozent.

Leicht gewachsen sei dagegen die Zuversicht in die wirtschaftliche Lage. Mit 35 Prozent glaubt demnach gut ein Drittel der Bundesbürger an eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Ein Jahr zuvor teilten diese Einschätzung noch 32 Prozent.

Deutschlands Wirtschaft sei wettbewerbsfähig, sagte der Chefvolkswirt und Leiter der Unternehmensentwicklung der Allianz, Michael Heise. Das stärke die Zuversicht der Bundesbürger für die Konjunktur.

"Zuletzt hat der Arbeitsmarkt aber an Dynamik verloren", sagte er weiter. "Insbesondere Arbeitnehmer beobachten diese Entwicklung aufmerksam und zunehmend besorgt."

Unternehmen melden mehr Kurzarbeit an

Die deutschen Unternehmen spüren die lahmende Konjunktur in Europa zunehmend.

Die Zahl der Beschäftigten, für die konjunkturelles Kurzarbeitergeld angemeldet wurde, war im Oktober mit 44.164 auf dem höchsten Stand seit Dezember 2010, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit sagte.

Die Behörde halte das aber für noch nicht besorgniserregend: "Für Nichtkrisenzeiten geht man davon aus, dass bis zu 100.000 Personen alles normal ist", sagte die Sprecherin.

Beunruhigt ist hingegen Jörg Hofmann, der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg: "Sorgen muss man sich nach den Erfahrungen von 2008 schon machen".

Er forderte die Bundesregierung auf, einen klaren Rahmen für die Kurzarbeiterregelung zu schaffen.

Zuletzt hatten bekannte Großunternehmen wie Bosch oder Infineon Kurzarbeit angemeldet. Der Chiphersteller, aber auch andere Konzerne wie Daimler oder Siemens haben zudem Sparprogramme aufgelegt. (dapd)

(dapd)
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