04.12.12

Raumfahrt- und Rüstungskonzern Wichtige Details bei EADS-Deal noch offen

EADS bestaetigt Gespraeche ueber neue Aktionaersstruktur

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Eine schnelle Einigung über die Neuverteilung der Aktinonärsstruktur bei EADS ist laut Koalition nicht in Sicht. Berlin und Paris ringen um Einfluss.

Berlin. Die erhoffte schnelle Einigung auf eine neue Macht- und Beteiligungsstruktur beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS lässt noch auf sich warten.

Ein Sprecher des deutschen Wirtschaftsministeriums sprach vom Dienstag von einem "guten" Vorankommen der Gespräche, die derzeit in Paris dazu laufen. "Wichtige Detailfragen sind allerdings weiter offen", schränkte er ein.

"Es wird weiterhin angestrebt, schnellstmöglich zu einer Einigung zu kommen". Im "Handelsblatt" hatte es zuvor geheißen, eine endgültige Entscheidung werde noch für Dienstag erwartet.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verteidigte die deutschen Bemühungen, über die Staatsbank KfW selbst als Großaktionär in den EADS-Eigentümerkreis einzuziehen.

Mit Blick auf das Festhalten Frankreichs an einer eigenen Beteiligung an dem Konzern erklärte er: "Aus nachvollziehbaren Gründen kommt deshalb ein einseitiger Verzicht Deutschlands nicht in Betracht. Ein solcher Schritt ginge zulasten unserer Interessen".

Grundsätzlich aber sei es besser, wenn der Staatseinfluss in dem Unternehmen sinke. Rösler stellte sich zudem hinter EADS-Chef Tom Enders, der wegen des Scheiterns der Fusionspläne mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems unter Druck gekommen war. "Ich schätze seinen Rat sehr", sagte Rösler.

Derzeit verhandeln Vertreter der drei EADS-Stammländer Frankreich, Deutschland und Spanien, sowie die Großaktionäre Daimler und Lagardere unter Beteiligung von EADS über eine neue Struktur unter den Großaktionären. Deutschland steht unmittelbar davor, EADS-Anteile von Daimler und von der Investorengruppe Dedalus zu kaufen.