Mi, 28.11.12, 14.05

DIW-Barometer Wirtschaft stagniert - private Konsumlust stützt

Konjunkturbarometer Oktober

Foto: dapd

Konjunkturbarometer Oktober

Im Schlussquartal 2012 wird die deutsche Wirtschaft auf der Stelle treten. Konsumfreude privater Haushalte sorgt für Hoffnungsschimmer.

Berlin. Die von vielen Ökonomen zum Jahresende erwartete Konjunkturdelle dürfte nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin das Wirtschaftswachstum im letzten Quartal dieses Jahres zum Erliegen bringen.

Wie das Institut am Mittwoch mitteilte, weist das DIW-Konjunkturbarometer für das laufende vierte Quartal eine Stagnation gegenüber dem Vorquartal aus. Im Dreimonatszeitraum zuvor war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,2 Prozent gewachsen.

"Die deutsche Wirtschaft leidet zurzeit ziemlich unter der Nachfrageschwäche aus dem Euroraum und dem Rest der Welt", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Aus diesem Grund hielten sich auch die Unternehmen in Deutschland mit Investitionen zurück. "Das belastet die Wirtschaft zusätzlich", erklärte Fichtner.

"Die Nachfrageschwäche macht vor allem der Industrie zu schaffen", sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Im Dienstleistungssektor dagegen sei eine starke Abkühlung bisher "nicht abzusehen".

Unter dem Strich erwarten die Berliner Ökonomen für die nächsten Monate auch einen vorübergehenden Rückgang der Beschäftigung, der mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden ist.

Auf dem Arbeitsmarkt wird die Schwächephase nach Einschätzung des DIW ihre Spuren hinterlassen. Die Beschäftigung werde vorübergehend sinken, die Arbeitslosigkeit leicht steigen. "Der Großteil der Nachfrageschwäche wird aber durch reduzierte Arbeitszeiten ausgeglichen, nicht durch Entlassungen", sagte Junker. "Deswegen bleibt die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt insgesamt gut." Zusammen mit merklichen Lohnzuwächsen dürfte das den Konsum stützen.

Im Laufe des kommenden Jahres erwarten die Forscher eine Erholung. "Bereits jetzt zeichnet sich in den großen Schwellenländern wie China eine Beschleunigung ab", sagte Fichtner. "Wenn deshalb die Nachfrage nach deutschen Exporten demnächst wieder anzieht, werden die Unternehmen auch wieder investieren – die Finanzierungsbedingungen sind außerordentlich günstig."