28.11.12

DIW-Barometer

Wirtschaft stagniert - private Konsumlust stützt

Im Schlussquartal 2012 wird die deutsche Wirtschaft auf der Stelle treten. Konsumfreude privater Haushalte sorgt für Hoffnungsschimmer.

Foto: dapd
Portalhubwagen auf Hamburger Container Terminal
DIW: Zum Jahresende wächst die deutsche Wirtschaft nicht mehr

Berlin. Die von vielen Ökonomen zum Jahresende erwartete Konjunkturdelle dürfte nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin das Wirtschaftswachstum im letzten Quartal dieses Jahres zum Erliegen bringen.

Wie das Institut am Mittwoch mitteilte, weist das DIW-Konjunkturbarometer für das laufende vierte Quartal eine Stagnation gegenüber dem Vorquartal aus. Im Dreimonatszeitraum zuvor war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,2 Prozent gewachsen.

"Die deutsche Wirtschaft leidet zurzeit ziemlich unter der Nachfrageschwäche aus dem Euroraum und dem Rest der Welt", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Aus diesem Grund hielten sich auch die Unternehmen in Deutschland mit Investitionen zurück. "Das belastet die Wirtschaft zusätzlich", erklärte Fichtner.

"Die Nachfrageschwäche macht vor allem der Industrie zu schaffen", sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Im Dienstleistungssektor dagegen sei eine starke Abkühlung bisher "nicht abzusehen".

Unter dem Strich erwarten die Berliner Ökonomen für die nächsten Monate auch einen vorübergehenden Rückgang der Beschäftigung, der mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden ist.

Auf dem Arbeitsmarkt wird die Schwächephase nach Einschätzung des DIW ihre Spuren hinterlassen. Die Beschäftigung werde vorübergehend sinken, die Arbeitslosigkeit leicht steigen. "Der Großteil der Nachfrageschwäche wird aber durch reduzierte Arbeitszeiten ausgeglichen, nicht durch Entlassungen", sagte Junker. "Deswegen bleibt die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt insgesamt gut." Zusammen mit merklichen Lohnzuwächsen dürfte das den Konsum stützen.

Im Laufe des kommenden Jahres erwarten die Forscher eine Erholung. "Bereits jetzt zeichnet sich in den großen Schwellenländern wie China eine Beschleunigung ab", sagte Fichtner. "Wenn deshalb die Nachfrage nach deutschen Exporten demnächst wieder anzieht, werden die Unternehmen auch wieder investieren – die Finanzierungsbedingungen sind außerordentlich günstig."

Deutsche Wirtschaft: Daten und Fakten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17 Ländern der Währungsunion ging laut europäischem Statistikamt Eurostat im dritten Quartal um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück.

Auch im zweiten Quartal gab es bereits einen Rückgang. Zwei Quartale Minuswachstum in Folge ist die gängige Definition einer Rezession.

 In Deutschland legte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal auf Jahressicht zwar leicht um 0,2 Prozent zu. Allerdings bedeutete das eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem ersten Halbjahr.

Im September musste die Automobilindustrie mit einem Minus bei den Erlösen von 7,4 Prozent die höchsten Einbußen unter den umsatzstarken Wirtschaftszweigen in Deutschland gegenüber August hinnehmen.

Der Maschinenbau konnte laut Statistischem Bundesamt dagegen ein Plus von 0,6 Prozent verbuchen.

Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnet sich für das Winterhalbjahr vorübergehend eine schwächere Entwicklung ab, nachdem die ersten drei Quartale noch von einer Aufwärtsentwicklung geprägt waren.

Im Jahresgutachten der fünf Weisen wird prognostiziert, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal stagnieren und im neuen Jahr wieder leicht wachsen wird.

Insgesamt soll sich das deutsche BIP in diesem und im kommenden Jahr jeweils real um 0,8 Prozent erhöhen. (dapd)

dapd/dpa/rtr/ha
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareNukleartechnologieWarum hat niemand mehr Angst vor dem Atomkrieg?
  2. 2. Wall Street JournalFallende PreiseFünf Gründe, warum wir Deflation fürchten müssen
  3. 3. AuslandVideo im InternetIS-Terroristen steinigen Ehebrecherin öffentlich
  4. 4. Henryk M. BroderSyrien und IrakWir sind doch nicht am Flüchtlingselend schuld
  5. 5. AuslandUnmoralische OffertePutin wollte die Ukraine mit Polen aufteilen
Top Video Alle Videos

Heute sollen aufgrund des aktuell stattfindenden Pilotenstreiks weitere 28 Abflüge ab Hamburg sowie 29 Ankünfte wegfallen. An diesen vorläufigen Planungen kann sich allerdings auch noch etwas ändern.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Internet

Der IT Gipfel 2014 in Hamburg

Diese Stars kleidete Oscar de la Renta ein

Prominente Tote

Diese Persönlichkeiten sind 2014 gestorben

Hamburg

Unbekannte überfallen Juwelier in der City

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr