01.12.12

2. Bundesliga

Die Jugend muss es bei St. Pauli richten

Gegen den 1. FC Kaiserslautern wird der FC St. Pauli heute mit einem Durchschnittsalter von gerade mal 21 Jahren angreifen.

Von Bastian Henrichs
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Fussball
Paulis Joseph-Claude Gyau – extrem schnell und schussstark

Hamburg. Sie haben das Prinzip begriffen und sehen es nicht als Nachteil. "Ich bekomme meine Chancen. Dass wir häufig durchwechseln ist kein Problem, wir sind sehr gut eingespielt", sagt Christopher Buchtmann. Ein Satz, der stellvertretend steht für die neuen, jungen Profis des FC St. Pauli. Jeder darf mal von Beginn an ran. In den sieben Spielen unter Michael Frontzeck probierte der Trainer vier verschiedene Konstellationen in der offensiven Dreierkette aus.

Mal durften Buchtmann und Akaki Gogia beginnen, mal bekam Joseph-Claude Gyau eine Chance in der Startformation. Die meisten Einsätze hatten Kevin Schindler und Fin Bartels - mit dem rotgesperrten 25-Jährigen fehlt an diesem Sonnabend gegen den noch ungeschlagenen 1. FC Kaiserslautern (13 Uhr/Sky und hier im Liveticker) nicht nur die wichtigste Figur im Offensivkollektiv, das auch Stürmer Daniel Ginczek einbezieht, der nach seiner Gelbsperre wieder spielberechtigt ist. Mit Bartels fehlt auch der Älteste und Erfahrenste unter den Angreifern. Gegen den Tabellendritten sind es die Jungspunde im Trikot des FC St. Pauli, die auf Torejagd gehen müssen.

Mit Buchtmann, Gyau, Gogia und dem endlich wieder voll einsatzfähigen Lennart Thy stehen Trainer Frontzeck gleich vier Spieler zur Verfügung, die noch keine 21 Jahre alt sind. Stürmer Ginczek, der wieder den Vorzug vor Marius Ebbers bekommen dürfte, ist 21. Da gehört Schindler mit seinen 24 Jahren schon fast zum alten Eisen. Sollte der ehemalige Bremer erneut in der Startelf stehen, obwohl er sich am Mittwochabend in Braunschweig (0:1) nicht unbedingt dafür qualifizierte, hebt er den Altersdurchschnitt der Hamburger Offensive auf 21,25 Jahre an. Erhalten diesmal Thy oder Gyau eine Einsatzchance an seiner statt, sinkt der Altersdurchschnitt sogar auf 20,25.

Zum Vergleich: Im letzten Spiel der vergangenen Saison (5:0 gegen Paderborn) kamen St. Paulis vier Offensivakteure (Max Kruse, Florian Bruns, Fin Bartels und Ebbers) auf einen Altersdurchschnitt von glatten 28 Jahren.

Dass auch St. Paulis Jugend erfolgreich Fußball spielen kann, bewies sie beim 2:0-Sieg im Auswärtsspiel bei 1860 München, als Fin Bartels verletzungsbedingt fehlte. Ohne den Kreativspieler zeigte Buchtmann als dessen Ersatz auf der Zehnerposition seine beste Saisonleistung. Gut möglich, dass Frontzeck aufgrund dieses Erfolges erneut auf die Konstellation mit Schindler, Buchtmann und Gogia setzt.

Gut möglich aber auch, dass der extrem schnelle und schussstarke Gyau, der bei seinen letzten beiden Einsätzen gute Akzente setzte, den Vorzug bekommt. Oder Thy, der in den ersten beiden Saisonspielen vor seiner Verletzung als Stürmer auflief und auf der zentralen Position sicher die offensivste Variante wäre. "Ich fühl mich wieder topfit und möchte an diese Leistungen anknüpfen", sagt der laufstarke Angreifer.

Das Problem: Jeder der jungen Profis hat bereits sein Potenzial aufblitzen lassen und gezeigt, warum Sportchef Rachid Azzouzi sie nach Hamburg gelotst hat. Es fehlt jedoch - verständlicherweise - noch an Konstanz. Abgesehen von Torgarant Ginczek, der mit sechs Saisontreffern und zwei Vorlagen Platz 13 in der Scorerliste der Liga einnimmt und auf dem Weg ist, sich zu einem Topstürmer der Zweiten Liga zu entwickeln, konnte sich keiner der offensiven Neuzugänge so hervortun, dass er unverzichtbar scheint. Gogia und Buchtmann konnten sich schon Torbeteiligungen auf ihrem Scorerkonto gutschreiben, einen Treffer hat aber noch keiner von ihnen erzielt.

Fabian Boll, der am Sonnabend nach seinen langwierigen Rücken- und Muskelproblemen zumindest wieder im Kader und seinen jungen Kollegen somit als wichtige Führungsperson zur Verfügung steht, ist überzeugt von der Qualität der Bubi-Offensive: "Wir vertrauen unseren jungen Spielern absolut. Sie haben schon bewiesen, dass sie in der Lage sind, auf diesem Niveau gute Spiele abzuliefern", sagt der Kapitän. Vertrauen und Wertschätzung sind durchaus hilfreich, im Härtetest gegen Kaiserslautern können die Talente dem eigenen Publikum zeigen, dass es gerechtfertigt ist.

FC St. Pauli: Tschauner - Kalla, Avevor, Thorandt, Schachten - Kringe, Boll - Gyau, Buchtmann, Gogia - Ginczek.

1. FC Kaiserslautern: Sippel - Riedel, Torrejon, Heintz, Bugera - Borysiuk, Zellner - Bunjaku, Baumjohann, Zuck - Idrissou.

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