30.11.12

FC St. Pauli

Ärger über den Schiedsrichter ist noch nicht verraucht

Der FC St. Pauli muss nach dessen Roter Karte zwei Spiele ohne Fin Bartels auskommen. Trainer Frontzeck lobt Hingabe und Leidenschaft.

Von Bastian Henrichs
Foto: dapd
Eintracht Braunschweig - FC St. Pauli
Diskussionsbedarf: Michael Frontzeck (r.) und Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht

Hamburg. Eigentlich, so Michael Frontzeck, sei er niemand, der sich über die Leistung eines Schiedsrichters aufregt. Davon halte er nicht viel. Felix Zwayer aus Berlin aber, der die Partie Eintracht Braunschweig gegen den FC St. Pauli am Mittwochabend leitete, hat den Trainer der Hamburger derart in Rage versetzt, dass der Ärger auch nach einem gemeinsamen Waldlauf am Tag danach noch nicht verraucht war.

"Auch mit Abstand, mit einer sachlichen und nüchternen Betrachtung muss ich sagen: Wenn es die Regel ist, bei so einem Foul die Rote Karte zu zeigen, dann haben wir bald 15 Rote Karten pro Spieltag", sagte Frontzeck. Er beharrte darauf, dass die Szene aus der 22. Minute keinen Platzverweis hätte nach sich ziehen müssen. Fin Bartels wollte in vollem Tempo mit gestrecktem Bein von der Seite kommend den Schuss des Gegenspielers Benjamin Kessel verhindern und sah daraufhin die Rote Karte, weil er auch Kessels Fuß getroffen hatte,

"Natürlich ist das Auslegungssache, aber bis dahin war es ein faires Spiel, und dann so eine Entscheidung zu treffen, das ist gelinde gesagt diskutabel." Zumindest damit hatte er recht. Der Platzverweis war die entscheidende Szene des Spiels und wurde auf beiden Seiten diskutiert. "Eine harte, aber vertretbare Entscheidung", sagte Braunschweigs Sportchef Marc Arnold. Kessel selbst wollte sich nicht äußern.

Noch viel mehr echauffierte sich Frontzeck über das nicht gegebene Tor durch Joseph-Claude Gyau in der 72. Minute. "Das war absolut regulär", meinte der Coach nach der Videoansicht, "nicht unser Spieler springt in den Torwart rein, sondern umgekehrt." Frontzeck ärgerte sich vor allem deshalb, weil er der Mannschaft keinen Vorwurf machen könne. Einige Profis liefen mehr als 13 Kilometer, was weit über dem Durchschnitt von rund elf Kilometern liegt. "Was die Mannschaft gezeigt hat, ist an Hingabe und Leidenschaft nicht zu toppen", lobte der 48-Jährige.

So sahen es auch die Profis, die zumindest mit ihrer Leistung zufrieden waren. "Wir nehmen nichts Negatives aus dem Spiel mit", sagte Innenverteidiger Markus Thorandt. Stimmt nicht ganz. Denn der Ausfall von Fin Bartels, der vom DFB-Sportgericht für zwei Spiele gesperrt wurde und damit am Sonnabend gegen Kaiserslautern (13 Uhr) und in der Woche darauf gegen Aue pausieren muss, wiegt schwer. Mit Bartels fehlt der Mann mit den zündenden Ideen und der mit vier Treffern zweitbeste Torschütze nach Daniel Ginczek. "Fin ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft", sagte Frontzeck. "Letztlich müssen wir damit leben und machen einen Strich drunter. In zwei Tagen haben wir ein schweres Spiel gegen ungeschlagene Lauterer." Gegen die Topteams attestierte Frontzeck seiner Mannschaft stets gute Leistungen.

Vielleicht ist am Sonnabend neben dem Glück auch der Schiedsrichter mal auf der Seite des FC St. Pauli.

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