25.01.13

Nordderby am Sonntag

Wegen Elia bleibt Werders Flügelzange stumpf

Der frühere HSV-Profi Eljero Elia wartet in Bremen auf seinen Durchbruch - der ehemalige Problemfall Marko Arnautovic unterstützt ihn.

Von Kai Niels Bogena
Foto: pa/Pressefoto UL
Fussball 1. Bundesliga, Saison 2012/2013: Werder Bremen - Hamburger SV
Die Bremer Eljero Elia (l.) und Marko Arnautovic sollen gegen den HSV über die Flügel für Gefahr sorgen

Bremen. Der einstige Hoffnungsträger trottet derzeit oft nachdenklich vom Gelände des Weserstadions, während sein stets gut gelaunter Gegenpart viel Selbstbewusstsein ausstrahlt. Die Situation um Bremens Flügelstürmer Eljero Elia und Marko Arnautovic könnte unterschiedlicher nicht sein vor dem Nordderby am Sonntag beim HSV (15.30 Uhr).

Während der österreichische Nationalkicker Arnautovic mit fünf Saisontreffern sowie fünf Torvorlagen Bremens Lichtblick in der Offensive ist, taugt Elia bislang nur zum Problemfall, der noch keinen Ligatreffer schoss und nur zwei Torvorlagen beisteuerte. Arnautovic zeigt in seinem dritten Jahr an der Weser seine beste Saison - mit Spielwitz und Torgefahr avancierte er vom Skandalprofi zum Liebling der Fans. Dass ihn Trainer Thomas Schaaf in dieser Spielzeit erstmals als rechten Flügelstürmer einsetzt, bekommt dem 25-jährigen Österreicher gut, "denn dort kann ich meine Stärken ausspielen, wenn ich im Dribbling Eins-gegen-eins gehe", erklärt Arnautovic, der am Donnerstag wegen Magen-Darm-Problemen auf das Training verzichtete.

Von derart positiven Erlebnissen ist Elia meilenweit entfernt, denn der 26-Jährige brach nach solidem Saisonstart komplett ein. Der Holländer verliert fast jeden Zweikampf, strahlt keine Torgefahr aus und setzt auch seine Kollegen kaum in Szene. "Ihm misslingen Dinge, die er normalerweise im Schlaf beherrscht", urteilt sein Hamburger Teamkamerad aus der Nationalelf, Rafael van der Vaart. Wenn beide Sonntag aufeinandertreffen, scheint es ein ungleiches Duell, "denn Elia fehlt das Selbstvertrauen", erklärt der HSV-Star.

Es ist Elias erste Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte; von 2009 bis 2011 kickte er für Hamburg. Auch dort begann er spielerisch versiert, aber im zweiten Jahr leistete sich der Außenstürmer immer häufiger Aussetzer. So ließ er sich beispielsweise ein Tattoo stechen, das sich jedoch entzündete, dass er einige Tage nicht trainieren konnte. Auch streckte er bei einer Verkehrskontrolle auf dem Hamburger Kiez Polizisten seinen ausgestreckten Mittelfinger entgegen und legte sich mit Fans an, die ihn nach lustlosen Auftritten auspfiffen. "Der Fettnapf kann hinter einer Panzertür stehen; Elia wird ihn finden", erklärt HSV-Teammanager Marinus Bester, der ihn gut kennt. Elia flüchtete genervt zum italienischen Meister Juventus Turin - von dort holten ihn die Bremer im vergangenen Juli für 5,5 Millionen Euro. Zusammen mit Arnautovic, mit dem Elia schon beim niederländischen Erstligisten Twente Enschede erfolgreich zusammenspielte, wollte Werder "die gefährlichste Flügelzange der Liga" stellen, wie Bremens damaliger Manager Klaus Allofs plante. Es blieb bei der Theorie.

So steht der Holländer bei minus vier Grad am vereisten Weserstadion und erklärt sein Formtief. "Ich warte auf den Moment", sagt er. "Wenn der kommt, gelingen mir auch Treffer. Ich habe noch nie so lange auf ein Tor gewartet, das ist ungewohnt. Aber ich muss Ruhe bewahren." Weil es sportlich nicht läuft, macht der Stürmer seit einigen Wochen intensive Zusatzschichten. Mit einem Spezialcoach wendet Elia die gemischte Kampfkunst Mixed Martial Arts an - Übungen, die seine Bauchmuskulatur stärken sollen. "Das wird sich auszahlen", hofft er und beruhigt die Fans: "Meine Zeit wird kommen. Ich weiß, dass ich für jeden Gegner gefährlich sein kann."

Auch Arnautovic, der mit Elia privat viel unternimmt, baut seinen Sturmkollegen auf. "Auf ihm lastet großer Druck, weil er so viel gekostet hat. Aber seine Zeit wird kommen." Der Österreicher musste selbst auf seinen Durchbruch in der Hansestadt warten. In seinen beiden ersten Jahren fiel er mehr durch Eskapaden neben dem Platz auf, statt überzeugender Auftritte auf dem Rasen. In einer Diskothek soll sich Arnautovic geprügelt haben, und im vergangenen Sommer beleidigte er in seiner Heimat einen Polizisten bei einer Verkehrskontrolle.

Heute gibt sich der Angreifer geläutert. "Mit passieren keine Skandale mehr, denn seit der Geburt meiner Tochter trage ich mehr Verantwortung." Tatsächlich wirkt Arnautovic gelassener, reifer. "Ich ruhe in mir, und das sieht man auch meinem Spiel an."

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