04.02.13

Asklepios

Hamburger Klinik holt Pflegekräfte aus Tunesien

Asklepios bildet 150 Nordafrikaner aus. Pilotprojekt gemeinsam mit Bundesregierung. Arabischer Frühling hatte Projekt ermöglicht.

Von Hanna-Lotte Mikuteit
Foto: Tapig
Die Asklepios-Auszubildenden aus Tunesien
Die Asklepios-Auszubildenden aus Tunesien

Hamburg. Der Klinikkonzern Asklepios geht neue Wege, um dem drohenden Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen zu begegnen. Am 1. April beginnen 25 Jugendliche aus Tunesien in Hamburg eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Sie sind die ersten von 150 jungen Männern und Frauen aus dem nordafrikanischen Land, die in den nächsten drei Jahren bei Asklepios zusätzlich ausgebildet werden.

Schon in der nächsten Woche wird eine zweite Gruppe Auszubildender an die Elbe kommen. Auch sie nimmt zunächst an einem sechsmonatigen Sprach- und Kulturprogramm teil, das in Kooperation mit der Bundesregierung entwickelt und gefördert wurde.

Der Arabische Frühling hatte das Pilotprojekt möglich gemacht. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte Anfang 2012 ein Partnerschaftsabkommen unter anderem mit Tunesien geschlossen, um den Demokratisierungsprozess zu unterstützen. Insgesamt stehen bis Ende 2013 etwa 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Asklepios Hamburg hatte sich früh um Fördermittel für das Projekt "Transformationspartnerschaft im Gesundheitswesen" beworben. Das Unternehmen erhofft sich von den tunesischen Auszubildenden "eine Bereicherung für die Krankenhäuser und die Patienten", sagt Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz. Nach Abschluss der Ausbildung können sie ihren Beruf sowohl in ihrer Heimat als auch dank besonderer Bleiberechtsregelungen für Gutqualifizierte in Deutschland ausüben.

Gute Chancen auf einen Job hierzulande haben die angehenden Krankenpfleger allemal. Seit Jahren zeichnet sich eine dramatische Personallücke im Pflegebereich ab. Derzeit fehlen den deutschen Krankenhäusern 34.000 Fachkräfte. In Hamburg waren Ende 2011 laut Statistikamt Nord 10.870 Menschen im Pflegedienst beschäftigt, davon 9345 als Krankenpfleger. Damit steht die Hansestadt noch vergleichsweise gut da, auch weil viele Pflegekräfte aus Flächenländern wie etwa Mecklenburg-Vorpommern in die Metropole strömen. "Aktuell gibt es keinen Notstand", heißt es bei der Krankenhausgesellschaft. Dies aber dürfte sich über kurz oder lang ändern. Die Arbeitsagentur registrierte 2012 im Krankenpflegebereich 882 offene Stellen - 27,1 Prozent mehr als 2011.

Auch Asklepios hat "zunehmend Probleme, qualifiziertes Personal zu finden", sagte Sprecher Eberenz. Das Unternehmen will deshalb bei einem weiteren Problem ansetzen: der Schwierigkeit, für Pflegeschüler bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auf dem Gelände der AK Barmbek ist ein Wohnheim mit 330 Studios geplant.

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