09.01.13

Streit um Stromkosten

Steinbrück bestreitet konkrete Hilfe für ThyssenKrupp

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der SPD-Kanzlerkandidat habe dem Konzern politische Hilfe für niedrigere Strompreise angeboten.

Foto: dapd
Steinbrück bot ThyssenKrupp offenbar politische Hilfe an
Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bestreitet einen Bericht des Handelsblattes, wonach Steinbrück dem Stahlkonzern ThyssenKrupp als Aufsichtsrat seine politische Hilfe für niedrigere Strompreise angeboten habe

Hannover. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bestreitet, sich einst als Aufsichtsrat von ThyssenKrupp für ermäßigte Stromkosten des Stahlkonzerns stark gemacht zu haben. "Ich habe mich an keiner Stelle eingesetzt für einen Rabatt", sagte der frühere Finanzminister am Mittwoch in Hannover am Rande der Klausur der SPD-Bundestagsfraktion.

Er habe nur das getan, was seine Partei "generell mit Blick auf notwendige Industriepolitik in Deutschland für richtig" halte. Die SPD trete dafür ein, "die wichtige Wertschöpfungskette der Industrie in Deutschland" zu erhalten und dabei spielten die "Energiepreise und Energiekosten für große und mittlere Unternehmen eine große Rolle", betonte er.

Am Dienstag hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass Steinbrück während seiner Zeit als Aufsichtsrat bei ThyssenKrupp dem Konzern politische Hilfe für niedrigere Strompreise angeboten habe. Der wiederholte Wirbel um Steinbrück hat inzwischen auch zu einem Absturz seiner Partei und seiner Person in der Wählergunst geführt. Steinbrück gab sich nun gelassen. Er wolle sich um "die politischen Themen kümmern" und nicht um das, was teilweise "fälschlich berichtet" werde.

Peer Steinbrück in 16 Daten

– geboren am 10. Januar 1947 in Hamburg

– 1969 Eintritt in die SPD

 – 1974 Abschluss des Studiums als Diplom-Volkswirt

 – ab 1974 Tätigkeiten in verschiedenen Bundesministerien

– 1986 bis 1990 Büroleiter von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau

– 1990 bis 1992 Umweltstaatssekretär in Schleswig-Holstein

– 1992 bis 1998 Staatssekretär und dann Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein

 – 1998 bis 2000 Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen

– 2000 bis 2002 Finanzminister in Nordrhein-Westfalen

– 2002 bis 2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wahlniederlage bei Landtagswahl 2005

– 2005 bis 2009 Bundesfinanzminister

– 2005 bis 2009 stellvertretender SPD-Vorsitzender

– seit Oktober 2009 Bundestagsabgeordneter

– 1. Oktober 2012 Nominierung zum Kanzlerkandidaten durch den SPD-Vorstand

– 9. Dezember 2013 Wahl zum Kanzlerkandidaten auf SPD-Parteitag in Hannover mit 93,45 Prozent

– Steinbrück ist verheiratet und hat drei Kinder

(dapd)

(dapd/abendblatt.de)
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