28.11.12

Abzug der Bundeswehr

Afghanistan-Truppe soll auf 3.300 Mann verkleinert werden

Das Bundeskabinett hat ein Abzugsmandat für Afghanistan beschlossen. Bis Februar 2014 soll die Truppenstärke um knapp ein Drittel sinken.

Von HA
Foto: dapd
Kabinett will weiteren Abzug aus Afghanistan beschliessen
Soldaten der Bundeswehr im afghanischen Faisabad (Archivfoto)

Berlin. Deutschland bereitet sich auf einen umfassenden Truppenabzug aus Afghanistan vor. Bis Februar 2014 soll die Truppenstärke von derzeit mehr als 4.600 Soldaten auf 3.300 Mann und damit um knapp ein Drittel sinken, beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. Das neue Mandat muss vom Bundestag noch gebilligt werden. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) lobte den Beschluss mit den Worten: "Das Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan rückt in greifbare Nähe." Zugleich bekräftigte die Ministerrunde das Ziel, bis Ende 2014 alle deutschen Kampftruppen aus Afghanistan abzuziehen. Auch danach werden dort jedoch weiter Bundeswehr-Soldaten stationiert sein.

Erstmals soll das neue Mandat, das noch unter Parlamentsvorbehalt steht, 13 statt wie bisher 12 Monate laufen. Bereits zum Start Anfang 2013 soll die Obergrenze auf 4.400 Soldaten sinken. Im Mandatszeitraum bis zum 28. Februar 2014 sollen weitere 1.100 Mann vom Hindukusch abgezogen werden, "soweit die Lage dies erlaubt und ohne dadurch unsere Truppen oder die Nachhaltigkeit des Übergabeprozesses zu gefährden". Die Kosten für die Mandatsverlängerung werden auf 1,07 Milliarden Euro beziffert.

Anfang des Jahres hatte die Bundeswehr die ersten 100 Soldaten aus Afghanistan zurückgeholt. Nun wird mit dem neuen Mandat der umfassende Abzug deutscher Truppen eingeläutet. "Für diesen international abgestimmten Kurs der Verantwortung für unsere Soldaten und für Afghanistan werben wir um eine breite und fraktionsübergreifende Zustimmung im Deutschen Bundestag", fügte Westerwelle hinzu.

Zehn Fakten über Afghanistan
Afghanistan grenzt an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan und hat eine Fläche von rund 652.000 Quadratkilometern.
Rund 30 Millionen Menschen leben in Afghanistan (Schätzung 2011), davon 42 Prozent Paschtunen, 27 Prozent Tadschiken, neun Prozent Usbeken, neun Prozent Hazara sowie zahlreiche kleinere ethnische Gruppen.
Offizielle Landessprachen sind Dari und Paschtu. Daneben werden zahlreiche Turksprachen, insbesondere Usbekisch und Turkmenisch, sowie weitere Sprachen gesprochen. Viele Bürger sind zweisprachig.
Die Hauptstadt ist Kabul. Rund 4,5 Millionen Menschen leben dort (Schätzung 2011).
Afghanistan ist seit dem 8. August 1919 unabhängig.
Die Regierungsform ist ein Präsidialsystem.
Staatsoberhaupt und Regierungschef ist Hamid Karsai. Der Präsident und zwei Vizepräsidenten werden auf fünf Jahre vom Volk direkt gewählt, eine Wiederwahl ist nur für eine weitere Amtszeit möglich.
Im Haushaltsjahr 2011/2012 betrug das Bruttoinlandsprodukt rund 18,2 Milliarden Dollar, pro Kopf waren dies etwa 585 Dollar.
Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 wird auf 5,7 Prozent prognostiziert.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA wurde das Taliban-Regime von einer US-geführten internationalen Koalition gestürzt. Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr startete Anfang 2002. Ende 2014 sollen die letzten Kampftruppen aus Afghanistan abgezogen werden.
Mit Material von dapd und dpa
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