13.11.12

Nach der Urwahl

Claudia Roth will Chefin der Grünen bleiben

Trotz herber Niederlage in Urwahl tritt Claudia Roth beim Parteitag wieder als Vorsitzende an. Den Ausschlag gab ein "Candystorm".

Foto: dapd
Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, gibt am Morgen bekannt, dass sie erneut als Bundesvorsitzende ihrer Partei kandidieren will
Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, gab bekannt, dass sie erneut als Bundesvorsitzende ihrer Partei kandidieren will

Berlin. Den Ausschlag gab ein "Candystorm". Auch Claudia Roth musste erst lernen, was das eigentlich ist, aber es hat ihr genützt und sehr geholfen, sich trotz ihrer Niederlage bei der Urwahl der Grünen zu entscheiden, doch als Parteichefin weitermachen zu wollen. "Besonders berührt, weil ich es noch nicht kannte bisher, hat mich ein Candystorm, in dem ich direkt aufgefordert werde, zu kandidieren", sagte Roth gestern Morgen. Von allen Ecken der Partei und darüber hinaus sei sie wie mit Zucker gelockt worden, nicht aufzugeben. Also gibt sie nicht auf und wird sich beim Parteitag am Wochenende erneut als Grünen-Chefin zur Wahl stellen.

Ein solcher Candystorm ist das Gegenteil eines Shitstorms, bei dem sich - meist nach einer umstrittenen Äußerung - eine Welle der Kritik in sozialen Netzwerken und beim Internet-Kurznachrichtendienst Twitter über einen Politiker ergießt. Als am Sonnabend jedoch das Ergebnis der Grünen-Urwahl für die Spitzenkandidatur 2013 bekannt wurde, nach dem neben Fraktionschef Jürgen Trittin Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt gewannen und nur ein Viertel der Stimmen auf Parteichefin Roth entfielen, sah so mancher schon ihren Rückzug von der Parteispitze gekommen.

Was aber nach Roths Angaben kam, war eine Welle von Lob, Zusprüchen und Durchhalteaufforderungen - in erster Linie bei Facebook und Twitter - ein süßer Candystorm. Viele sogar prominente Grüne feuerten Roth so per Internet zum Weitermachen an.

"Es geht jetzt in erster Linie nicht um mich und um meine Enttäuschung, sondern es geht um etwas Wichtigeres", sagte sie zu ihrer Entscheidung. Zweifel und große Zerrissenheit hätten sie jedoch durchgerüttelt. Für die Urwahl, die sie selbst auf den Weg gebracht hatte, würde sie jedoch immer wieder eintreten, sagte Roth. "Direkte Demokratie, das kann auch mal schiefgehen."

Die Wahl des Parteivorstands ist für diesen Sonnabend angesetzt. "Ich bin sehr sicher, dass sie ein tolles Ergebnis bekommt", sagte der Co-Chef Cem Özdemir, der auch im Amt bestätigt werden will. "Wir brauchen Claudia Roth in der Partei, in diesem Wahlkampf", sagte Göring-Eckardt.

Ihre Nominierung ließ die Debatte über eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl aufflammen. Göring-Eckardt hatte einst in der noch zu Bonner Zeiten gegründeten "Pizza Connection" das Gespräch mit jungen Abgeordneten der Union gesucht. Roth wie Özdemir betonten jedoch, in ihrer Partei werbe niemand für ein schwarz-grünes Bündnis. Allerdings gelte: "Wir wollen die Wähler der CDU/CSU", sagte Özdemir. Es sei kein Naturgesetz, dass diese für alle Ewigkeit christdemokratisch wählten.

(pau)
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