06.02.13

Hamburg

Kirchentag: Bei den Preislers sind drei Betten frei

Warum sich ein Elektroniker mit der Familie beim Kirchentag engagiert. Nach 20 Jahren fand der 52 Jahre alte Hamburger zum Glauben zurück.

Von Marlies Fischer
Foto: Michael Rauhe
Sönke Preisler wird als ehrenamtlicher Helfer beim Kirchentag mitmachen
Sönke Preisler wird als ehrenamtlicher Helfer beim Kirchentag mitmachen

Hamburg. Die Hochzeit seines Bruders in der Marktkirche von Poppenbüttel hat für Sönke Preisler den Ausschlag gegeben. "Das war so eine festliche und stimmungsvolle Trauung, dass ich wieder dazugehören wollte", sagt der Energieanlagen-Elektroniker. "Dazu", das bedeutet in diesem Fall zur Kirche. Nach rund zehn Jahren Abstinenz trat er wieder ein und engagiert sich seither mit seiner Frau Antje in der Poppenbüttler Gemeinde.

Seitdem gehören Kirche und Glauben fest zum Leben des 52 Jahre alten Hamburgers. Und es ist für Sönke Preisler selbstverständlich, beim Kirchentag im Mai als ehrenamtlicher Helfer dabei zu sein. "Ich freue mich darauf, als Christ und als Hamburger dabei zu sein", sagt der Protestant. Was genau er als Einzelhelfer zu tun hat, weiß Sönke Preisler noch nicht. "Vielleicht werde ich als Fahrer eingesetzt oder an einem Info-Stand." Auf jeden Fall will er sich auch selbst beim Kirchentag umtun und Veranstaltungen besuchen. "Besonders interessieren mich die Konzerte."

Seit gut 20 Jahren findet Preisler jetzt wieder Kraft im Glauben, das regelmäßige Gebet und die Bibellektüre gehören zu seinem Alltag. Den Glauben bezeichnet er als "festen Anker, der sich nicht verändert". Die Bibel gelte seit 2000 Jahren, "alles andere ist doch dem schnellen Wandel unterworfen". Getauft und konfirmiert hatte er sich als junger Mann von der Religion entfernt und war mit Anfang 20 aus der Kirche ausgetreten. "Da war ich mit meinem Beruf und Gründung einer Familie beschäftigt, mir hat nichts gefehlt." Zehn Jahre lang engagierte sich das Ehepaar Preisler in der Marktkirche, bevor es vor wiederum zehn Jahren zur Eastside Gemeinde kam. Diese versteht sich als Projektgemeinde ökumenischer Christen. Ziel der Gemeinde, die sich nahe der früheren Trabrennbahn Farmsen eine alte Lagerhalle hergerichtet hat, ist es, "die Vision vom gemeinsamen Leben und Arbeiten geistlich umzusetzen". "Da kann man noch gestalten", sagt Sönke Preisler. Er sorgt sonntags in der Gemeinde am Mischpult für den richtigen Ton, denn im Gottesdienst gibt es immer Livemusik. Ehefrau Antje, 47, sowie die beiden Töchter Ann-Katrin, 23, und Sara-Maria, 19, engagieren sich in den Kinder- und Jugendgruppen, und Enkelin Clara besucht mit ihren anderthalb Jahren bereits die Kinderstunde. "Wir haben in der Gemeinde ein Stück Heimat gefunden", stellt Preisler fest. Und um das christliche Engagement deutlich zu zeigen, hat Familie Preisler für die Zeit des Kirchentags ein Privatquartier gemeldet. Zwei normale Betten und ein Kinderbett stehen zur Verfügung. Auch 1995 hatten die Preislers schon Kirchentagsbesucher aufgenommen.

Das Motto des Kirchentags "Soviel du brauchst" gefällt Sönke Preisler. Und als er sein eigenes Leben dazu betrachtet hat, da hat er eine große Zufriedenheit festgestellt: "Ich habe eine Familie und war nie arbeitslos, wir haben eine Wohnung, und die Kinder machen ihren Weg. Ich habe das, was ich brauche."

Diesen Eindruck hat auch Sarah Schnoor in ihrem aktuellen Lebensabschnitt. Die 24-Jährige studiert Religion und Deutsch auf Lehramt, unterrichtet schon Musik am Charlotte-Paulsen-Gymnasium in Wandsbek und singt beim Kirchentag mit ihrem Gospelchor. "Ich möchte auch hinter die Kulissen schauen. Deshalb habe ich mich als Helferin angemeldet", sagt die Studentin.

Wie Sönke Preisler fand auch Sarah Schnoor nach einer Pause zum Glauben zurück. "Ich habe den Konfirmandenunterricht besucht, aber abgebrochen, weil mir die Gruppe überhaupt nicht gefiel." In der Oberstufe hatte Schnoor dann nach eigenem Bekunden einen "ganz tollen Religionslehrer", der sie wieder an die Kirche und den Glauben heranführte. "Mit 18 habe ich mich in meiner Heimatgemeinde Barsbüttel konfirmieren lassen."

Am Kirchentag schätzt die Studentin, die auch 2009 in Bremen als Teilnehmerin dabei war, die "Auseinandersetzung mit verschiedenen Strömungen und die Vielfalt auf engstem Raum". Als Einzelhelferin hofft sie auf einen Einsatz am Info-Stand oder im Kirchentags-Shop. "Ich möchte Kontakt zu Menschen haben." Und nebenbei kann Sarah Schnoor dann auch noch Besucher zum Konzert ihres Gospelchores einladen.

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