Stormarn
Meine Firma: Fuchs Fördertechnik in Oststeinbek

Fuchs Fördertechnik: Lob für den Chef: "Die Arbeit macht einfach Spaß"

In unserer Serie stellen wir Stormarner Unternehmen vor. Was ist das Besondere im Betrieb? Wie denken die Beschäftigten? Dieses Mal hat sich Abendblatt-Reporterin Lena Thiele in Oststeinbek bei Fuchs Fördertechnik umgesehen.

Ich kenne die Firma in- und auswendig", sagt Karin Hachmeister. Seit mehr als 38 Jahren arbeitet die Sekretärin bei der Firma Fuchs Fördertechnik, die 200 nach Oststeinbek zog. Karin Hachmeister ist die am längsten beschäftigte Mitarbeiterin. In einer leuchtend roten Jacke sitzt die Sekretärin hinter ihrem Schreibtisch in einem Büro direkt am Eingang. Sie hat miterlebt, wie das Unternehmen in den vergangenen Jahren gewachsen ist. "Mit 14 Mitarbeitern sind wir hierher gezogen", erzählt sie. Mittlerweile arbeiten 75 Menschen in der Firma. "Es hat sich viel verändert", sagt Karin Hachmeister. Doch noch immer ist sie mit den meisten Kollegen per Du. Auch mit ihrem Chef Klaus Husmann, der gerade seinen Kopf durch die offene blau-weiße Tür steckt. "Nur wegen mir ist sie so lange hier geblieben", ruft er. Karin Hachmeister muss lachen. "Die Arbeit hier macht mir einfach Spaß."

Er habe kein Interesse an kurzfristiger Beschäftigung, sagt Husmann, während er durch seinen Betrieb führt. "Man muss immer an das lange Geld denken."

Dass viele Mitarbeiter seit langem bei Fuchs seien, sei sehr wichtig für das Betriebsklima, findet Andreas Koke. Der 47-jährige Einkaufsleiter hat vor 23 Jahren als Servicetechniker in der Firma angefangen. "Mittlerweile habe ich hier alles durchlaufen." Mit der Zeit wachse man schon ein wenig zusammen. "Jetzt im Büro bin ich zwar etwas ab vom Schuss", sagt er und guckt etwas unschlüssig im Raum umher. Aber gerade in den Produktionshallen entstünden viele Freundschaften. Der Weg dorthin führt durch weiße Türen, auf die um die Türgriffe jeweils ein blaues Dreieck aufgemalt ist. "Das habe ich extra so geplant", sagt Husmann stolz und drückt seine flache Hand gegen die blaue Fläche. Auf einer weißen Tür sähe man jetzt seinen Handabdruck. Auf einer blauen aber nicht.

In der Produktion arbeitet seit drei Jahren Andrej Kenzin (35). "Ich habe schon viele Freunde gefunden", sagt der Elektriker, der gerade an einer Steuerungs-anlage baut. Mit den Kollegen treffe er sich auch manchmal nach der Arbeit. "Wir kommen gut miteinander klar", sagt er. Neben der Arbeit in den Produktionshallen sei er immer wieder auf Montage, berichtet der Elektriker. "Das macht richtig Spaß."

Eine Halle weiter stehen zwischen den Arbeitsplätzen Werkzeugschränke und Stellwände. Poster mit muskulösen Männer sind daran aufgehängt und Kalender mit leicht bekleideten Frauen. An einer Wand klebt eine Postkarte: "Hallo ich bin die gute Fee - möchtest du Cappuccino, Café au lait oder Kaffee?"

Die gute Fee, die wohl eher in Gestalt eines netten Kollegen auftritt, hat es nicht weit zur Kaffeeecke. Auf jedem Stockwerk gibt es eine Zeile mit einem Kaffeeautomaten. Die Kollegen seien sehr hilfsbereit, sagt Artjom Groß und streicht das aufgenähte Namensschild auf dem Latz seiner blauen Arbeitshose glatt. Der 19-Jährige ist im dritten Jahr seiner Lehre zum Elektroanlagenmonteur. "Wir helfen uns hier untereinander." Niemand lasse den Chef raushängen. "Man kann immer fragen", sagt der Lehrling. In der Halle arbeitet auch Stuart Morrical (44). Der Elektromonteur ist seit eineinhalb Jahren bei Fuchs. Er würde sich auch gerne nach der Arbeit mit Kollegen treffen. "Aber viele wohnen leider zu weit weg." Der Kanadier fährt jeden Tag eine halbe Stunde mit dem Fahrrad von Hamburg nach Oststeinbek. Außer, wenn er auf Montage ist. "Das gefällt mir besonders gut", sagt er. Ob es Unterschiede zu kanadischen Firmen gebe? Stuart Morrical zögert, guckt sich in der Halle um. Mit einem Augenzwinkern sagt er dann: "Also, Teamarbeit, das gibt es zu Hause etwas mehr."

Dafür gibt es bei Fuchs nicht nur Kaffee für alle, sondern auch "Toiletten wie in einem guten Hotel", wie der stolze Firmenchef erzählt. Die blitzenden Sanitäranlagen unterstreichen, dass es dem Unternehmen in den vergangenen Jahren gut gegangen ist. Sechs der Top-Ten-Yachten auf der Welt seien mit Kranen von Fuchs ausgerüstet, berichtet Husmann. Aber das kommende Jahr werde schwieriger. Schon jetzt würden keine Schiffe mehr bestellt, bald werde auch Fuchs weniger Aufträge bekommen. Aber für die Zukunft hat die Firma bereits 2007 zwei angrenzende Gründstücke gekauft. Eines ist noch nicht bebaut.

"Das ist unsere Reservefläche, wenn wir weiter expandieren wollen", sagt Husmann. Auf der stoppeligen Wiese steht ein Geländewagen mit einem Pferdeanhänger. Bei einem Blick hinter die Plane wird ein kleiner grün-gelber Traktor sichtbar. "Heute Morgen habe ich den Rasen gemäht", sagt der Firmenchef. Als Unternehmer packe er überall mit an. Nur das Sekretariat, das ist das Gebiet von Karin Hachmeister. Bei ihr schaut nicht nur der Chef ab und zu durch die Tür. Auch die Kollegen kommen zu ihr, wenn sie Fragen haben.

Was für Fragen das seien? "Ach, eigentlich kann ich mit fast allem weiterhelfen."

In der nächsten Folge stellen wir am Montag Rako-Etiketten aus Witzhave vor. Alle bisherigen Folgen stehen im Internet: www.abendblatt.de/stormarn