Furcht vor Anschlägen

Experten warnen vor Terror-Panik zur Bundestagswahl

Der Bundesnachrichtendienst widerspricht Berichten über unmittelbar bevorstehende Anschläge. „Das ist von vorn bis hinten eine Luftnummer."

Berlin. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat Berichten über unmittelbar bevorstehende Terroranschläge an Flughäfen oder in U-Bahnen widersprochen. Es gebe „weder konkrete Hinweise noch entsprechende Meldungen des US-Geheimdienstes CIA“, erklärte ein Sprecher. Es bleibe dabei, dass im Umfeld der Bundestagwahl die Gefährdungslage höher sei, aber es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Die USA mahnen Deutschlandbesucher jedoch zur Vorsicht.

Seit einigen Tagen setzen die Sicherheitsbehörden ein Konzept um, bei dem sie mit höherer Präsenz an neuralgischen Punkten wie Bahnhöfen und Flughäfen eventuellen Anschlägen vorbeugen wollen. Die „Bild“-Zeitung hatte in diesem Zusammenhang einen „hochrangigen Sicherheitsexperten“ mit den Worten zitiert: „Wir wissen nicht, wann und wo – aber es wird mit großer Wahrscheinlichkeit etwas passieren.“ Diese Schlussfolgerung habe er aufgrund von Erkenntnissen der CIA getroffen, die wiederum Funksprüche der Terrororganisation al-Qaida abgefangen habe.

Der BND-Sprecher sagte, das sei „von vorn bis hinten eine Luftnummer“. Auch für die Befürchtung, Terroristen hätten möglicherweise Boden-Luft-Raketen eingeschmuggelt, mit denen man „von jedem Parkplatz“ 18 Kilo schwere Raketen auf Flugzeuge abschießen könnte, gebe es „überhaupt keine Ansätze".

Die US-Regierung hat die amerikanischen Bürger angesichts der jüngsten Terrordrohungen der al-Qaida gegen Deutschland zur Wachsamkeit bei Reisen in die Bundesrepublik aufgerufen. Das US-Außenministerium riet in einer Mitteilung, etwa bei Besuchen von öffentlichen Plätzen oder der Auswahl von Hotels und Restaurants das „Ausmaß an vorhandener Sicherheit“ in Betracht zu ziehen. Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD) sieht jedoch keine Gefahr für Besucher aus dem Ausland. „Ich habe keinen Anlass für solche Reisewarnungen feststellen können“, sagte Steinmeier.