Ägypten

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo beginnt die Normalität

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Auf dem Tahrir-Platz im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo fahren wieder Autos. Die Geschäfte sollen am Montag wieder öffnen.

Kairo/Hamburg. In Ägypten bemühen sich die Militärmachthaber nach dem Rücktritt des Präsidenten Husni Mubarak um eine Rückkehr zur Normalität. Auf dem zum Symbol für die Protestbewegung gewordenen Tahrir-Platz im Zentrum der Hauptstadt Kairo drängten Soldaten am Sonntag die verblieben Demonstranten von der Straße, so dass erstmals seit mehr als zwei Wochen der Verkehr wieder um den Platz floss. Auch die Geschäfte sollten zur Beginn der neuen Arbeitswoche in dem arabischen Land wieder öffnen und viele Ägypter an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Einige Demonstranten waren auch nach dem Rücktritt des 30 Jahre lang autokratisch herrschenden Mubarak am Freitag auf dem Tahrir-Platz geblieben, um ihren Forderungen nach mehr Demokratie Nachdruck zu verleihen. Der nun regierende Militärrat hat einen Übergang zu einer Demokratie zugesagt, aber bislang keinen Zeitrahmen dafür genannt. Mehr Klarheit dazu erhoffen sich viele Ägypter von einem Kabinettstreffen im Tagesverlauf. Der Militärrat will bis zur Bildung eines neuen Kabinetts an der bestehenden Regierung festhalten.

Leitartikel: Die Revolution beginnt jetzt

Unterdessen hat US-Präsident Barack Obama hat die von den ägyptischen Streitkräften angekündigte Verpflichtung zu einem demokratischen Übergang sowie die Einhaltung internationaler Verpflichtungen durch das Land begrüßt. Nach Mitteilung des Weißen Hauses habe Obama die Situation in Ägypten telefonisch mit dem britischen Premierminister David Cameron, dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie dem jordanischen König Abdullah II. erörtert.

Obama habe den drei Staatschefs gesagt, dass die USA dem ägyptischen Volk jede Unterstützung zukommen lassen werden, um die sie für einen geordneten Übergang zur Demokratie gebeten werden, hieß es aus dem Weißen Haus.

Insbesondere die Versicherung der ägyptischen Streitkräfte, dass sie sich auch weiterhin an das Friedensabkommen mit Israel halten würden, wurde vom US-Präsidenten begrüßt. Israel hatte sich angesichts der Unruhen in Ägypten tief besorgt gezeigt, dass das 1979 geschlossene Abkommen infrage gestellt werden könnte. (reuters/dapd)