Bodentruppen rücken im Irak vor

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Soldaten der USA und Großbritanniens stoßen zum Teil auf Widerstand. Briten vermelden Eroberung der Halbinsel Fao. Beim Absturz eines Hubschraubers sterben zwölf Alliierte

Hamburg. Die alliierten Streitkräfte haben offenbar die südirakische Insel Fao eingenommen. Das berichtete der arabische TV-Sender El Dschasira am Freitagmorgen unter Berufung auf einen britischen Militärsprecher in Katar. Nach mehr als zwölfstündigem Vormarsch befanden sich amerikanische Bodentruppen nach Angaben des Nachrichtensenders CNN von Kuwait aus am Freitagmorgen auf halbem Weg nach Bagdad . Unabhängige Bestätigungen gab es dafür vorerst nicht. In Bagdad selbst habe es bei Raketenangriffen in der Nacht zum Freitag insgesamt 36 Verletzte gegeben. Nach den Berichten trafen die Truppen bei dem Vormarsch ab Donnerstagabend (MEZ) vereinzelt auf Widerstand. Gleichzeitig bewegten sich amerikanische und britische Verbände in Richtung der südlichen Hafenstadt Basra . Dort seien sie auf stärkere irakische Gegenwehr gestoßen. Ein Korrespondent des deutschen Fernsehsenders n-tv berichtete unter Berufung auf das Pentagon, dass sich andererseits bereits Truppen des Irak ergeben hätten. Sprecher der irakischen Regierung in Bagdad erklärten dazu, die Bilder vom Vormarsch der Amerikaner und Briten im Südirak seien ebenso gefälscht wie die im Fernsehen gezeigten Aufnahmen von irakischen Soldaten, die sich ergeben. Irakische Truppen haben nach britischen Angaben immer noch die Kontrolle über die südirakische Hafenstadt Umm Kasr . Es werde aber erwartet, dass die Stadt an der Grenze zu Kuwait noch im Tagesverlauf erobert werde, sagte ein britischer Militärsprecher. Laut CNN gab es außerdem zwei Luftangriffe auf irakische Truppen nahe Mosul im Norden des Irak. Der Korrespondent des arabischen Fernsehsenders Al Dschasira berichtete aus der zweitgrößten Stadt des Landes von einer Serie von Explosionen. US-Marinehubschrauber stürzt ab: Zwölf Tote Unterdessen haben die amerikanisch-britischen Kräfte mehrere Tote zu verzeichnen. Ein Hubschrauber stürzte in Kuwait ab. Bei dem Absturz in der kuwaitischen Wüste sind nach offiziellen britischen Angaben acht Briten und vier Amerikaner ums Leben gekommen. Der Transporter CH-46 Sea Knight sei nicht abgeschossen worden. Die genaue Ursache des Absturzes werde ermittelt. US- Präsident George W. Bush zeigte sich zufrieden mit den ersten Ergebnissen. "Wir würdigen die Opfer unserer Soldaten", sagte er. Die USA stehen nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über verschiedene Kanäle in Kontakt mit der irakischen Militärführung. Ziele seien ein Putsch gegen Staatschef Saddam Hussein oder die Kapitulation.

( ZORZ/AP/dpa/oht )