Heute Entscheidung

Eppendorf-Unfall: Entsteht an Kreuzung ein Kreisverkehr?

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Anfang März schleuderte ein Wagen in Eppendorf in eine wartende Menschenmenge. Initiative fordert nachhaltige Veränderungen.

Hamburg. Heute Abend entscheidet der Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude über einen Kreisverkehr an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße/Lenhartzstraße. Anfang März war Alexander S., 38, mit seinem Wagen dort mit deutlich überhöhtem Tempo erst in ein anderes Auto und dann in eine wartende Menschenmenge geschleudert. Der Schauspieler Dietmar Mues, dessen Ehefrau Sibylle, der Sozialwissenschaftler Günter Amendt und eine weitere Passantin kamen bei dem tragischen Unfall ums Leben.

Noch heute legen Trauernde täglich Blumen an der Unfallstelle nieder. Einige Eppendorfer gehen einen Schritt weiter und fordern nachhaltige Veränderungen. "Das schwere Unglück ist kein Einzelfall, auf dieser Kreuzung kommt es regelmäßig zu Beinahe-Unfällen", sagt Martina John, die die Initiative "Eppendorfer Kreisverkehr" gegründet hat. 2000 Unterschriften hat sie bereits gesammelt. "Und das ohne große Anstrengungen."

Am vergangenen Donnerstag hat sie die Unterschriftenliste der Bezirksversammlung vorgelegt. Die GAL unterstützt das Vorhaben mit einem Antrag auf einen Kreisverkehr. Doch die Koalition aus SPD und FDP verschob diesen Antrag in den heutigen Regionalausschuss. "Es ist wichtig, den Fall erst einmal genau zu analysieren und die Gesamtsituation an der Kreuzung zu beachten", sagt Wolfgang Kopitzsch (SPD), Leiter des Bezirksamts Nord.

Die Ursache für das Unglück sei schließlich ein individuelles Fehlverhalten gewesen. Der Unfallverursacher stand nachweislich unter Drogeneinfluss. Es gebe keinerlei Erkenntnisse darüber, dass die Verkehrsführung an der Kreuzung zu der Tragödie geführt habe. "Die anderen Parteien versuchen, das Thema auf die lange Bank zu schieben", sagt Kai Elmendorf (GAL). Dabei sei der Kreisverkehr von den Bürgern gewünscht und würde die Ecke sicherer machen. Dass fünf Straßen gebündelt werden müssen, sei kein Gegenargument. "Am Klosterstern funktioniert es doch auch."

Zudem wird heute über ein Denkmal gesprochen. Die aktuelle Idee sieht vor, an einem Baum an der Unfallstelle Gedenktafeln für die vier Verstorbenen anzubringen.