10.09.12100 Tage Jain/Fitschen
Strategiewechsel: Wohin steuert die Deutsche Bank?
Lange ließen sich Anshu Jain und Jürgen Fitschen nicht in die Karten schauen. Nun steht der Konzern vor entscheidenden Weichenstellungen.
Von Jörn Bender, Erik Nebel
Foto: dapd
Das neue Führungsduo der Deutschen Bank: Anshu Jain (l.) und Jürgen Fitschen auf der Hauptversammlung Ende Mai
Frankfurt/Main. Nach 100 Tagen im Amt muss die neue Führungsspitze der Deutschen Bank Farbe bekennen. Bislang hielten sich Jürgen Fitschen und Anshu Jain bedeckt, wohin sie den deutschen Branchenprimus führen wollen. Sie kündigten zwar bereits einen "Kulturwandel" an und wollen – vier Jahre nachdem die Finanzkrise die gesamte Wirtschaft an den Abgrund führte – neues Vertrauen aufbauen. Wie das genau gelingen soll, blieb aber bislang unklar. Am Dienstag (11. September) soll die neue Strategie vorgestellt werden.
"Ich behaupte, dass wir einsichtig sind, dass wir Konsequenzen gezogen haben und dass wir noch mehr Konsequenzen ziehen werden", betonte Fitschen vor Kurzem bei einer Bankentagung in Frankfurt. Der 64-Jährige weiß: "Schöne Broschüren, wo alles richtig beschrieben ist, werden uns nicht einen Millimeter voranbringen."
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+++ Deutsche Bank will offenbar weitere Stellen
streichen +++
Klar ist: Die Kosten sollen deutlich gesenkt werden. Langfristig wollen Jain/Fitschen drei Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Bereits im Juli kündigten sie an, 1900 Stellen zu streichen, davon 1500 im Investmentbanking. Womöglich setzt das Führungsduo auch in anderen Sparten den Rotstift an, etwa in der Vermögensverwaltung.
Klar ist aber auch: Am Modell einer Universalbank von Privatkundenangeboten bis zum Kapitalmarktgeschäft will die seit Juni amtierende Deutsche-Bank-Führung nicht rütteln. Fitschen deutete eine stärkere Orientierung am Kunden an.
+++ Investmentbanker Jain will "Kulturwandel" einläuten
+++
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Ein richtiger Ansatz, wie Bankenexperte Hans-Peter Burghof meint. Gerade im Investmentbanking müsse klar sein, dass die Kapitalmarktexperten "vor allem für ihre Kunden und nicht nur für sich selbst und die Banken arbeiten": "Der Kunde muss glauben, dass eine Bank wirklich seine Bank ist."
Aus Finanzkreisen heißt es, einen radikalen Umbruch werde es nicht geben. Vielmehr werde an vielen einzelnen Stellschrauben gedreht. Nach Informationen des "Handelsblattes" wird das Management einige komplexe Produkte streichen, in Bereichen wie dem Aktienhandel abbauen und sich auf Wachstum in ausgewählten Ländern konzentrieren.
+++ Finanzaufsicht BaFin überprüft die Deutsche Bank +++
Fitschen wehrt sich gegen Pauschalkritik am Investmentbanking: "Warum können wir nicht gemeinsam verhindern, dass mit dem Dreschflegel auf alles eingeschlagen wird, wo Derivat draufsteht?" Bewährte und für die Absicherung von Geschäften wichtige Finanzierungsmodelle würden insgesamt torpediert.
Burghof gibt zu bedenken: "Angesichts unklarer regulatorischer Rahmenbedingungen und der großen Rechtsrisiken ist es nicht einfach, eine Strategie festzulegen." Auch viele Analysten sehen in den zahlreichen Klagen gegen das Institut das größte Risiko. Die Bank selbst räumt in ihrem Halbjahresbericht ein: "Die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich der europäischen Staatsschuldenkrise und der Erholung in den USA, sowie Rechtsrisiken beeinflussen auch die Deutsche Bank."
Auf insgesamt rund drei Milliarden Euro bezifferte die Bank die rechtlichen Risiken im Geschäftsbericht 2011. Immer wieder landen Geschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise vor Gericht. Für Streit sorgen etwa US-Hypotheken oder Zinswetten. Auch der Konflikt um Schadenersatz wegen der Pleite des Kirch-Medienimperiums schwelt weiter. Zuletzt sorgten Manipulationen des Zinssatzes Libor für Unruhe, der Grundlage für Geschäfte in Billionen-Höhe ist. Nach bisherigen Erkenntnissen waren bei der Deutschen Bank nur einzelne Händler verwickelt. Ausgestanden ist das Thema aber noch nicht.
Für problematisch halten viele Analysten zudem die nach wie vor schwächere Kapitalausstattung der Deutschen Bank im Vergleich zu vielen Konkurrenten. Doch angesichts des schwachen Aktienkurses will das neue Management nach bisherigen Aussagen möglichst auf eine Kapitalerhöhung verzichten und die Lücken stattdessen durch einen beschleunigten Abbau von Risikopapieren schließen.
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Dass eine globale Bank wie die Deutsche Bank auch künftig mit ihren Geschäften kräftig verdienen will, daran zweifelt niemand. "Nur zu sagen: Wir wollen doch ein fairer Partner sein, aber mit dem Geld verdienen haben wir ein Problem, ist auch keine Lösung", sagt Fitschen. Dass Investoren sich mit weniger als den 25 Prozent Vorsteuerrendite zufriedengeben müssen, die Vorgänger Josef Ackermann anstrebte, ist allen klar. Fitschen deutete die Richtung an, die für die Branche derzeit realistisch sei: 14 bis 15 Prozent.
Burghof meint: "Die Kapitalmärkte interessieren sich nicht mehr so sehr für kurzfristige Renditeziele. Es wird vielmehr auf Risiken geschaut." Die Finanzkrise habe gezeigt, dass Banken Gewinne sofort verbuchten, während Risiken in die Zukunft verschoben wurden.
Wo die Deutsche Bank überall Ärger hat
Die Deutsche Bank sieht sich mit diversen Klagen vor allem in den USA und in Deutschland konfrontiert. Eine Übersicht über die Vorwürfe und Verfahren allein seit Anfang 2011, von denen einzelne bereits abgeschlossen sind:
18. August 2012: Die "New York Times" berichtet, dass die US-Behörden die Rolle der Deutschen Bank im Umgang mit Geldern aus dem Iran, dem Sudan und anderen von Sanktionen betroffenen Staaten prüft. Es geht um Geschäfte vor dem Jahr 2008. Die Deutsche Bank ist eine der letzten globalen Finanzfirmen, die unter die Lupe genommen wird. Die Untersuchungen sind aber noch in einem frühen Stadium. Die Bank hat nach eigenen Angaben alle Geschäfte mit dem Iran 2007 eingestellt.
6. Juli 2012: Es wird bekannt, dass die Finanzaufsicht BaFin bei der Deutschen Bank eine Sonderprüfung wegen ihrer möglichen Verwicklung in die Affäre um die Manipulation des Londoner Interbanken-Zinssatzes Libor eingeleitet hat. Weltweit wird in der Sache gegen 16 der 22 Institute ermittelt, die Daten für die Berechnung des Libor geliefert haben. Auch der Euribor-Zinssatz soll manipuliert worden sein.
11. Mai 2012: Der milliardenschwere Schadenersatzprozess um die Pleite des Münchener Medienunternehmers Leo Kirch geht auf die Zielgerade. Er hatte dem ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer die Schuld am Zusammenbruch seines Imperiums vor mehr als zehn Jahren gegeben. Nach Kirchs Tod betreiben seine Erben den Prozess weiter. Ein vom Gericht vorgeschlagener Vergleich, nach dem die Deutsche Bank rund 800 Millionen Euro gezahlt hätte, ist kurz vorher gescheitert.
10. Mai 2012: Die Deutsche Bank legt ihren wichtigsten Streit mit der US-Regierung um faule Hypotheken in den USA bei. Die Bank zahlt in einem Vergleich 202 Millionen Dollar. Die US-Regierung hatte dem Geldhaus und dessen einstiger Immobilientochter MortgageIT vorgeworfen, sich mit falschen Angaben zu faulen Krediten den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das für Hypotheken bürgte.
19. April 2012: Eine Schadenersatzklage der BayernLB gegen die Deutsche Bank wegen Verlusten mit verbrieften Häuserkrediten (RMBS) in den USA wird bekannt. Die Bank habe beim Verkauf falsche Angaben zur Qualität des Portfolios gemacht, klagt die Landesbank. Viele Banken legen Klage wegen der RMBS ein, um keine Fristen zu versäumen.
21. Dezember 2011: Sechs Händler werden wegen eines 230 Millionen Euro schweren Umsatzsteuerkarussells mit CO2-Verschmutzungszertifikaten in Frankfurt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Handel wurde über die Deutsche Bank abgewickelt. Unter den 170 Beschuldigten im Visier der Staatsanwaltschaft sind auch sieben Mitarbeiter der Bank. Gegen sie gibt es noch keine Anklagen, die Bank hat aber 310 Millionen Euro Umsatzsteuerforderungen aus dem CO2-Handel abgeschrieben.
19. November 2011: Die Pleite der US-Finanzfirma MF Global hat für die Deutsche Bank ein juristisches Nachspiel. Zwei US-Pensionsfonds verklagen Abteilungen des Frankfurter Instituts sowie sechs weiterer Geldhäuser, die MF Global bei der Erstellung von Anleihe-Angeboten unterstützt haben. Die Kläger werfen den Banken vor, in den Prospekten Probleme verschwiegen zu haben, die schließlich zum Kollaps des Brokerhauses geführt haben. Mit der Klage nehmen die Fonds vor allem finanzstarke Institute ins Visier, um ihre Verluste nach dem MF-Global-Zusammenbruch auszugleichen.
14. November 2011: Die Staatsanwaltschaft München durchsucht Vorstandsbüros und die Rechtsabteilung im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess. Gegen den damals noch amtierenden Vorstandschef Josef Ackermann werde wegen des Verdachts auf Prozessbetrug ermittelt. Auch gegen den damaligen Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstandschef Rolf Breuer und den früheren Personalchef Tessen von Heydebreck werde ermittelt. Die Bank und die Betroffenen halten die Beschuldigungen für haltlos und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für unverhältnismäßig.
5. September 2011: Laut "Financial Times" nehmen die britischen Behörden von der Deutschen Bank und anderen Instituten zusammengestellte Wertpapiere wegen Betrugsverdachts unter die Lupe. Die Untersuchung des Serious Fraud Office (SFO) solle Beweise dafür liefern, dass die Banken ihren Kunden beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren in Großbritannien falsche Informationen geliefert hätten. Laut SFO-Direktor Richard Alderman sind die Ermittlungen schwierig, da die Behörde den Instituten eine Betrugsabsicht nachweisen müsse.
2. September 2011: Die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) verklagt 17 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte, darunter die Deutsche Bank. Die Behörde wirft ihnen vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht – davon entfallen mehr als 14 Milliarden auf die Deutsche Bank. Das Geldhaus weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.
4. Mai 2011: Die Deutsche Bank bestätigt, dass die Stadt Los Angeles eine Klage gegen das Institut im Zusammenhang mit umstrittenen Zwangsräumungen eingereicht hat. Die Bank sei über Tochterunternehmen einer der größten "Slumlords" der Millionenmetropole, heißt es in der Klageschrift, die Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar nach sich ziehen könnte. Sie habe Hunderte Anwesen verfallen lassen und Menschen zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben. Nach Angaben des Instituts wurde die Klage inzwischen abgewiesen. Ob die Stadt in Berufung geht, ist aber weiterhin offen.
29. April 2011: Die EU-Wettbewerbshüter knöpfen sich den Handel für Kreditausfallversicherungen (CDS) vor, mit dem sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen absichern. Die Kartellermittlungen richten sich gegen 16 Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank.
13. April 2011: In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise erhebt ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und Goldman Sachs. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, umstrittene Finanzprodukte aufgelegt zu haben. So habe sie unter anderem einen milliardenschweren verbrieften Hypothekenkredit (CDO) namens "Gemstone 7" geschnürt und verkauft, bevor der Markt abstürzte. Der zuständige Händler habe gewusst, dass das Paket minderwertige Assets enthalte.
22. März 2011: Der Bundesgerichtshof gibt der Deutschen Bank eine schallende Ohrfeige: Sie muss an einen hessischen Mittelständler mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Diesen Betrag hatte der Kläger mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren, das die Bank nach Auffassung des BGH "bewusst zulasten des Anlegers" konstruiert hatte. In der Folge einigt sie sich mit zahlreichen Kommunen und Unternehmen nach Angaben von Anwälten auf Vergleiche. (Reuters)
Mehr als ein Dutzend Banken stehen unter dem Verdacht, den Londoner Geldmarktzins Libor zu ihren Gunsten manipuliert und damit gegen Kartellrecht verstoßen zu haben. Auch die Deutsche Bank war an den illegalen Absprachen beteiligt und hat sich der EU-Kommission und der Schweizer Wettbewerbsaufsicht als Kronzeugin zur Verfügung gestellt, wie Insider erklärten.
Die Kartellbehörden ermitteln auch zu Manipulationen des Euro-Zinssatzes Euribor und anderen internationalen Geldmarktsätzen. Unternehmen, die ihre Kartellverbündeten bei den Behörden verpfeifen, wird zur Belohnung eine drohende Geldbuße ganz oder teilweise erlassen. Nachfolgend ein Überblick über die Kronzeugenregelung in der EU:
Kartellstrafen sind nicht nur ein großer Schaden für das Ansehen eines Unternehmens, sie können die Sünder auch finanziell empfindlich treffen. Mit bis zu zehn Prozent des einschlägigen Umsatzes bestraft die EU-Wettbewerbsaufsicht Firmen, die zur Beschränkung des Wettbewerbs und zum Schaden der Kunden mit ihren Konkurrenten etwa Preise abgesprochen oder Märkte aufgeteilt haben.
In den Genuss des vollständigen Straferlasses kommt nur der Kartellverräter, der sich als erstes der Behörde offenbart. Die Informationen müssen der EU-Kommission entweder eine ausreichende Grundlage liefern, um die am Kartell beteiligten Firmen zu durchsuchen und Beweismaterial für einen Verstoß gegen Kartellrecht sicherzustellen. Auch winkt der Bußgelderlass, wenn die gelieferten Informationen selbst schon das rechtswidrige Vorgehen beweisen. Der "Whistleblower" darf die anderen Kartellbeteiligten nicht warnen.
Der Kronzeuge muss das Kartell genau beschreiben. Ziele und Aktivitäten wie heimliche Treffen zu Absprachen, die geografische Ausdehnung und die Dauer des Kartells sind gefragt. Der Informant muss eine Schätzung des betroffenen Marktvolumens abgeben. Auch sind Namen und Anschriften aller beteiligten Personen und Firmen zu offenbaren.
Die Wettbewerbshüter setzen darauf, dass die Kronzeugenregel die Firmen dazu animiert, aus dem Kartell auszusteigen und es zu verraten. So heizt sie den Wettlauf darum, sich als erstes vom Saulus zum Paulus zu wandeln, durch die sogenannte Marker-Regelung an: Auch wenn der Kartellverräter noch keine ausreichend stichhaltigen Beweise liefern kann, wird er als erster Informant registriert. Er bekommt dann eine kurze Frist, um die fehlenden Unterlagen zu beschaffen.
Doch auch wer als zweiter reuiger Sünder die EU-Kommission aufsucht, kann sich zumindest noch einen Strafnachlass sichern. Das ist möglich, so lange die Behörde noch keine ausreichenden Beweise für Durchsuchungen verdächtiger Firmen hat. Wie hoch die Ermäßigung ist, hängt von der Qualität der gelieferten Informationen ab. Das erste Unternehmen, das Beweismittel mit "erheblichem Mehrwert" vorlegt, kann mit einem "Rabatt" von 30 bis 50 Prozent rechnen. Der zweite muss 20 bis 30 Prozent weniger Geldbuße zahlen, jeder weitere Informant kann noch einen Nachlass von 20 Prozent erwarten. (Reuters)
Agrarwetten – Druck auf deutsche Banken nimmt zu
Die weltweite Lebensmittelknappheit hat die Spekulation mit Agrarrohstoffen in Verruf gebracht.
Auch wenn die Finanzlobby die Schädlichkeit von Agrarwetten konsequent bestreitet, haben sich einige deutsche Banken und Fondsanbieter mittlerweile aus dem Geschäft zurückgezogen.
Öffentlicher Druck dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Die größten Anbieter sind jedoch weiter dabei.
Zuletzt hatte eine Fonds-Tochter der Landesbank Berlin (LBB) bekanntgegeben, das Geschäft mit Agrarrohstoffen einzustellen.
Zuvor hatten bereits die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Fondsgesellschaft der Sparkassengruppe, Dekabank, ihren Rückzug bekanntgegeben.
Damit wächst der Druck auf die größten Akteure Allianz Global Investors und Deutsche Bank.
Die Deutsche Bank war wegen einer Auseinandersetzung mit der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch besonders ins Visier der Kritiker geraten.
Das größte deutsche Bankhaus will in diesem Jahr zumindest keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln auflegen.
Eine Arbeitsgruppe soll bis Jahresende zudem Ursachen und Auswirkungen steigender Preise für Agrarrohstoffe analysieren.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode reicht das bei weitem nicht: "Während die Deutsche Bank seit Monaten angeblich den Ausstieg prüft, droht Menschen der Hunger – auch aufgrund der Geschäfte der Deutschen Bank. Wenn sich eine Bank nicht sicher sei, welchen Schaden ihre Rohstoffanlagen anrichten, gebe es nur einen verantwortlichen Schritt: Diese Anlagen aus Vorsorgegründen nicht mehr anzubieten." (dpa)