Schluss als Wirtschaftsweise
Weder di Mauro wechselt zur Schweizer Großbank UBS
Volkswirtin Beatrice Weder di Mauro verlässt den Sachverständigenrat und ist bei der UBS für einen Platz im Verwaltungsrat nominiert.
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Beatrice Weder di Mauro
Foto: picture alliance / dpa/dpa
Mainz/Zürich. Die „Wirtschaftsweise“ Beatrice Weder di Mauro hat ihren Abschied aus dem Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angekündigt. Sie folgt dem früheren Bundesbank-Präsident Axel Weber zur Schweizer Großbank UBS. Dort ist sie für einen Platz im Verwaltungsrat nominiert. Um auch nur den Anschein eines Interessenkonfliktes zu vermeiden, habe sie der Bundesregierung mitgeteilt, für die in wenigen Wochen anstehende neuerliche Berufung in den Sachverständigenrat nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Das teilte ihr Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre & Internationale Makroökonomie an der Mainzer Universität am Freitag mit.
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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bedauerte den Abschied der „Wirtschaftsweisen“. Weder di Mauro sei seit 2004 eine der tragenden Säulen im Sachverständigenrat gewesen. Ihr Ausscheiden vor dem Hintergrund des Wechsels zur UBS sei Ausdruck ihrer hohen Integrität, sagte der Vizekanzler und FDP-Chef in Berlin. Weder di Mauros Expertise werde fehlen – besonders in Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, der Finanzmärkte wie auch bei den aktuellen Herausforderungen der Schuldenkrise im Euroraum. In Regierungskreisen wird davon ausgegangen, dass Rösler bald einen Kandidaten für die Nachfolge präsentiert.
Auch die Grünen bedauerten das Ausscheiden der Professorin. „Schade, dass eine so kompetente Frau an der Spitze der Wissenschaft zu einer Bank geht“, sagte der Finanzexperte der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick.
Der Chef der „Wirtschaftsweisen“, Wolfgang Franz, bezeichnete den Abschied von Weder di Mauro als „Schlag ins Kontor“. Franz sagte „Handelsblatt Online“, sie sei nicht nur fachlich eine exzellente Unterstützung gewesen, sondern habe auch sehr zu einer harmonischen Zusammenarbeit beigetragen. „Ich kann ihre Entscheidung aber verstehen – solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage“, betonte Franz.
Die UBS hatte zuvor angekündigt, dass Weder di Mauro bei der Generalversammlung im Mai in das Kontrollgremium der Bank gewählt werden soll. Der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber holt sich damit für seinen eigenen Start an der Spitze des UBS-Verwaltungsrates weiteren Sachverstand. Weber soll ebenfalls im Mai – rund ein Jahr nach seinem Abschied von der Bundesbank – zum obersten Kontrolleur der mit Verlusten und Imageproblemen kämpfenden Bank werden.
Weder di Mauro ist seit 2004 Mitglied des Rates der Wirtschaftsweisen. „Ich habe rund acht Jahre lang mit großer Freude meine Tätigkeit im Sachverständigenrat ausgeübt“, sagte die 46-jährige Professorin, die sowohl einen italienischen als auch einen Schweizer Pass hat. Sie wolle sich künftig Aufgaben widmen, die im Schnittbereich von Wissenschaft und Praxis. „Es war mir immer wichtig, auch nur den Anschein eines Konfliktes mit meiner Aufgabe im Sachverständigenrat zu vermeiden. Deshalb ziehe ich mich aus dem Rat zurück.“ (abendblatt.de/dpa)





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