20.02.13

Statistisches Bundesamt Inflationsrate sinkt trotz höherer Strompreise

Die Rekordpreise an den Tanksäulen halten die April-Teuerung wie im März bei 2,1 Prozent

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Rekordpreise an den Tanksäulen halten die April-Teuerung wie im März bei 2,1 Prozent Foto: dpa / dpa/DPA

Der Wegfall der Praxisgebühr drückte die Inflationsrate um 0,2 Punkte. Preistreiber waren dagegen erneut Energie und Lebensmittel.

Berlin/Wiesbaden. Trotz deutlich gestiegener Strom- und Lebensmittelpreise ist die Inflation in Deutschland auf dem Rückzug. Waren und Dienstleistungen kosteten im Januar durchschnittlich 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Eine geringere Teuerungsrate gab es zuletzt im November 2010. Sie liegt damit wieder unter der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Im Dezember hatte sie noch exakt auf diesem Wert gelegen.

Allein der Wegfall der Praxisgebühr für Arztbesuche drückte die Inflationsrate um 0,2 Punkte, sagten die Statistiker. Seit Anfang des Jahres müssen die gesetzlich Krankenversicherten nicht mehr zehn Euro pro Quartal für den Arztbesuch bezahlen.

Preistreiber waren dagegen erneut Energie und Lebensmittel. Strom verteuerte sich um 12,1 Prozent, nachdem zahlreiche Versorger ihre Tarife zum Jahreswechsel angehoben hatten. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben 752 Stromanbieter ihre Tarife angehoben. Im Februar und März wollen weitere 79 Versorger nachziehen. Für Zentralheizung und Fernwärme mussten 6,2 Prozent mehr bezahlt werden. Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher 4,5 Prozent mehr hinblättern. Hier waren die Verbraucher vor allem für Gemüse (+8,6 Prozent) und Obst (+7,9 Prozent) gezwungen, tiefer in die Tasche zu greifen.

Nach Prognose der Bundesbank wird die Inflation im Laufe des Jahres weiter abflauen. Sie erwartet für dieses Jahr eine Teuerungsrate von durchschnittlich 1,5 Prozent. Für 2014 werden 1,6 Prozent vorhergesagt.

Im vergangenen Jahr waren die Verbraucherpreise in Deutschland um durchschnittlich 2,0 Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als stabiles Preisniveau an. Für den Euroraum gehen die Währungshüter davon aus, dass die Teuerung 2013 trotz der nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen der EZB unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird: auf 1,6 Prozent (Spanne: 1,1 bis 2,1 Prozent).