31.01.13

Arbeitsmarkt im Januar

Arbeitslosenzahl überspringt Drei-Millionen-Marke

Der Winter treibt die Zahl der Erwerbslosen auf 3,138 Millionen. Auch in Hamburg und in Norddeutschland sind die Quoten gestiegen.

Foto: dpa
Agentur für Arbeit
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 298.000 auf 3,138 Millionen gestiegen

Nürnberg/Hamburg. Erwartungsgemäß ist in Deutschland wegen des Winterwetters die Zahl der Menschen ohne Arbeit gestiegen: Im Januar waren 3,138 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das sind 298.000 mehr als vor einem Monat und 54.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 7,4 Prozent.

Erstmals ist damit seit März 2012 die Zahl Jobsucher wieder über die Marke von drei Millionen gestiegen – sie erreicht damit den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben auf dem Arbeitsmarkt nur wenige Spuren hinterlassen", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein saisonale Gründe."

Hamburg verzeichnet kräftigen Anstieg

In der Hansestadt ist die Arbeitslosenzahl zum Jahresbeginn stark gestiegen: Im Januar waren in Hamburg knapp 72.600 Menschen ohne Arbeit, das sind 5200 oder 7,7 Prozent mehr als im Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 7,1 auf 7,6 Prozent.

"Mit einem Anstieg hatten wir fest gerechnet, denn zum Jahreswechsel und Quartalsende laufen viele befristete Arbeitsverträge aus. Deutlich wird dies, wenn wir auf die Zugangsdaten von den Männern und Frauen schauen, die ihren Job zum Jahreswechsel verloren haben. Melden sich über das Jahr betrachtet monatlich etwa 6.600 Hamburger arbeitslos, so waren es zum Jahresbeginn 9.400, fast 30 Prozent mehr", sagte Sönke Fock von der Arbeitsagentur in Hamburg.

Verglichen mit der Lage vor einem Jahr hat sich der Hamburger Arbeitsmarkt jedoch nur wenig verändert. Im Januar des Vorjahres gab es 270 Arbeitslose mehr und die Quote lag bei 7,8 Prozent. Die Agentur wies darauf hin, dass der Wirtschaftsstandort Hamburg stark und dynamisch sei. Die Beschäftigung habe mit 872 900 Arbeitnehmern (November) einen Höchststand erreicht.

Bemerkenswert sei die Tatsache, dass im Jahresvergleich der Kundenkreis des Jobcenters von einem deutlichen Rückgang profitieren konnte: Hier hat sich der Bestand um 5,3 Prozent oder 2.392 auf 50.145 verringert, während die Zahl der Kunden der Arbeitsagentur um 2.561 oder 12,9 Prozent auf 22.434 angestiegen ist.

Sozialversicherungspflichtige Jobs in Hamburg auf Jahreshöchststand

Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 872.900 Arbeitnehmern in Hamburg im November 2012 bedeutete jedoch einen erneuten Jahreshöchststand. Dies waren 16.450 mehr als im November 2011. Die wirtschaftlichen Dienstleistungen, das Gastgewerbe, die Gesundheitswirtschaft und auch der Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation waren die großen Treiber in Hamburg, die für zusätzliche Jobs gesorgt haben.

Arbeitslosenzahl in Schleswig-Holstein deutlich gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Januar deutlich angestiegen. Ende des Monats waren im Norden 109.000 Menschen ohne festen Job und damit 10,7 Prozent mehr als noch im Dezember, berichtete die Agentur für Arbeit in Kiel. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies aber 855 Arbeitslose weniger.

Der Anstieg sei jahreszeitlich üblich, im Januar jedoch geringer ausgefallen als im Schnitt der zurückliegenden drei Jahre, sagte die Leiterin der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. Gründe für den Anstieg seien Auftragsrückgänge im Tourismus sowie im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau.

Betriebe mit Neueinstellungen vorsichtig

Angesichts der schwächeren Konjunkturerwartungen seien die Betriebe bei Neueinstellungen weiterhin vorsichtig. "Deutlich weniger Arbeitslose konnten daher einen neuen Job finden", sagte Haupt-Koopmann. Unter dem Strich traten 1000 weniger Arbeitslose eine neue Stelle an als noch im Vorjahresmonat. Andererseits versuchten viele Betriebe, ihre Fachkräfte zu halten, sagte die Regionalchefin. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen ging im Vorjahresvergleich um 9,2 Prozent zurück.

Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 7,5 Prozent, vor einem Jahr waren es 7,7 Prozent. Regionalchefin Haupt-Koopmann ist jedoch weiterhin von der Robustheit des Arbeitsmarktes zwischen Nord- und Ostsee überzeugt. Trotz aller Unwägbarkeiten der Euro-Krise gehe sie davon aus, dass der prognostizierte leichte Anstieg der Arbeitslosenzahlen verhindert werden könne.

Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bleibt weiter erfreulich. "Es sind 10.500 zusätzliche Arbeitsplätze im Vergleich zum Vorjahr entstanden", sagte Haupt-Koopmann. Mehr Jobs gibt es vor allem in den Bereichen Handel (plus 3500), verarbeitendes Gewerbe (1900) und wirtschaftliche Dienstleistungen (1000).

Niedersachsen zählt erneut mehr Jobsuchende

Zum Jahresbeginn ist die Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen erneut gestiegen. Wie die Arbeitsagentur am Donnerstag in Hannover berichtete, waren zuletzt knapp 286.000 Menschen auf der Suche nach einem Job – 9,5 Prozent mehr als im Dezember und 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Quote stieg von 6,4 Prozent im Vormonat auf 7,1 Prozent. Schon im Dezember hatte sich die Lage angespannt, im Vergleich zum November hatte es 3,1 Prozent mehr Erwerbslose gegeben. Die Dynamik habe weiter an Schwung verloren, hieß es. Im Winter ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in Branchen wie der Bau- und Landwirtschaft aber traditionell geringer.

Arbeitslosenzahl in Bremen gestiegen

In Bremen ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 40.301 gestiegen. Damit waren im kleinsten Bundesland 5,3 Prozent mehr Frauen und Männer ohne Arbeit als im Dezember 2012, teilte die Agentur für Arbeit am Donnerstag mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Steigerung bei 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,4 Prozent, das ist keine Veränderung gegenüber Januar 2012. Die Entwicklung liegt nach Angaben des Geschäftsführers der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, Götz von Einem, in einem für den Jahresbeginn zu erwarteten Umfang. Die Arbeitskräftenachfrage habe allerdings deutlich nachgelassen.

Sprunghafter Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern

Im Januar ist die Arbeitslosenzahl in Mecklenburg-Vorpommern sprunghaft um 14 Prozent gestiegen. Mit 115.500 Männern und Frauen waren 14 200 mehr ohne Job gemeldet als im Dezember, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag den Angaben zufolge mit 13,6 Prozent aber immer noch niedriger als vor einem Jahr mit 14 Prozent.

Damals waren 120.000 Erwerbslose registriert. Als Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit nannte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, vor allem jahreszeitliche Gründe, aber auch eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik zum Jahresanfang. Das bisherige Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung stagniere.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
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