24.01.13

Stellenkürzungen

Nun ist es offiziell: Commerzbank streicht bis zu 6000 Jobs

Die Ungewissheit der Mitarbeiter hat ein Ende: Die teilverstaatlichte Bank wird bis 2016 weltweit bis zu 6000 Arbeitsplätze abbauen.

Foto: REUTERS
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
Zwischen 4000 und 6000 stellen will die Commerzbank abbauen

Frankfurt/Main. Die zweitgrößte deutschen Bank will in den kommenden Jahren weitere 4000 bis 6000 Jobs streichen. "Die genaue Höhe des Abbaus wird in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmergremien vereinbart", teilte die Commerzbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Die Gespräche sollen im Februar starten.

Nach einem internen Dokument des Instituts hat sich der Gesamtbetriebsrat bereits am Mittwoch (23. Januar) getroffen. Zudem geht aus den Unterlagen hervor, dass sich der Stellenabbau auf alle Bereiche der Bank weltweit – außer den beiden Töchtern Bre Bank in Polen und der Onlinebank Comdirect - bezieht. Zuletzt beschäftigte der Konzern rund 56.000 Mitarbeiter.

Die neuen Kürzungen knüpfen an das derzeit noch laufende Sparprogramm an. Im Zuge der Dresdner-Bank-Übernahme wurde der Abbau von 9000 Arbeitsplätzen angekündigt. Hier ist die Bank fast am Ziel. Doch angesichts des weiter harten Wettbewerbs und der neuen strengeren Vorgaben für Banken reicht das nicht.

"Wenn wir unsere Ertrags- und Wachstumsziele unter anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen erreichen wollen, sind Anpassungen in der Personalstruktur notwendig", wird Personalvorstand Ulrich Sieber in dem Dokument zitiert: "Dabei bauen wir nicht nur ab. Wir werden gezielt investieren und in einigen Bereichen der Bank auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen."

Neben der Streichung von bis zu elf Prozent der Stellen prüft das Institut die Verlagerung von Leistungen, die an anderen Standorten billiger erledigt werden können. Über einen weiteren Stellenabbau bei der Commerzbank wird seit Monaten spekuliert, nachdem Unternehmenschef Martin Blessing im Sommer einen weiteren Konzernumbau angekündigt hatte.

Zuletzt war in Berichten von bis zu 6500 der 43.400 Stellen in Deutschland die Rede. Wie viele Arbeitsplätze hierzulande von der Ankündigung der Bank bedroht sind, ist offen. Wegen der Vielzahl an Themen und Komplexität der Gespräche mit dem Betriebsrat sei es noch nicht absehbar, wie lange diese dauern werden, hieß es in dem internen Dokument.

Die Commerzbank hatte sich 2008 mit der Übernahme des Konkurrenten Dresdner Bank kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise verhoben und brauchte deswegen Geld von der Regierung. Der Staat hält seitdem etwas mehr als ein Viertel der Commerzbank-Anteile.

Blessing sucht nach Wegen, um die Bank dauerhaft profitabel zu machen. Er hat die Bank bereits deutlich eingedampft, Sparten und Risiken abgestoßen, stößt aber auf immer neue Probleme. Zuletzt schwächelte vor allem das Geschäft mit Privatkunden. Hier verdiente die Bank vor allem Filialgeschäft kaum Geld. Privatkunden-Vorstand Martin Zielke kündigte zuletzt immer wieder an, dass dieser Bereich neu aufgestellt werden soll. Dabei geht es ihm vor allem um flexiblere Arbeitszeiten.

"Je besser unser Angebot ist, je zufriedener unsere Kunden sind, um so stärker sind wir damit auf der Ertragsseite und umso weniger Personal müssen wir abbauen", sagte Zielke vor kurzem der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die neue Strategie sieht vor, dass die Filialen der Bank stärker spezialisiert auftreten sollen, mit Schwerpunkten etwa auf Baufinanzierung oder das Wertpapiergeschäft. In diesem Zusammenhang würde die Bank auch gerne ihre Öffnungszeiten ausweiten, etwa auf den Samstag.

Es dürfte für Blessing aber schwierig werden, den Filialmitarbeitern Arbeit am Sonnabend zu verordnen. Der Manteltarifvertrag sieht den Sonnabend nicht als Regelarbeitstag vor, selbst mit Zustimmung des Betriebsrats lässt sich daran nach Angaben der Gewerkschaft Verdi nichts ändern.

Die Commerzbank-Aktie konnte von dem angekündigten Stellenabbau nicht profitieren, im Gegenteil: Am Morgen lagen die Papiere mit einem Minus von rund zwei Prozent an vorletzter Stelle im Leitindex Dax.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
Quelle: dapd
18.01.2013 1:30 min.
Eine Umstrukturierung hatte die Bank bereits vor wenigen Monaten angekündigt. In Deutschland sollen offenbar rund 6000 Jobs gestrichen werden. Das wären 18 Prozent der deutschen Belegschaft.
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