Di, 15.01.13, 11.19

Windturbinenbauer Nordex verzeichnet Rekord bei Aufträgen

IG Metall

Foto: dpa

IG Metall

Die Hamburger Nordex-Gruppe profitierte 2012 von der großen Nachfrage. Allerdings belasten die Kosten für Sanierungen das Ergebnis.

Hamburg. Im vergangenen Jahr hat der Hamburger Windturbinenbauer Nordex so viele Bestellungen wie noch nie bekommen und konnte überraschend einen Rekord beim Auftragseingang verbuchen.

Das Neugeschäft erhöhte sich um 14,6 Prozent auf den Rekordwert von 1,23 Milliarden Euro, teilte der Hersteller am Dienstag in Hamburg mit.

Die Freude darüber wird allerdings durch hohe Restrukturierungskosten getrübt, die dem Hamburger Konzern 2012 erneut einen Verlust einbrocken.

Nordex bezifferte die Aufwendungen für die Strukturanpassungen in den USA und China am Dienstag mit 60 bis 75 Millionen Euro. In beiden Regionen seien die Kapazitäten zu gering ausgelastet, teilte der Konzern mit. Einzelheiten zu den Sanierungsmaßnahmen sollen "zeitnah" veröffentlicht werden.

Vor Einmalaufwendungen werde die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) 2012, wie zuletzt angekündigt, rund ein Prozent erreichen. Bei einem angepeilten Umsatz von ein bis 1,1 Milliarden Euro wäre das rein rechnerisch ein operativer Gewinn (Ebit) von etwa zehn (Vorjahr: minus 10,3) Millionen Euro.

Entscheidend für den Auftragsrekord sei die starke Nachfrage in Europa und Südafrika mit einem Anteil von 94 Prozent gewesen. Nur rund ein Prozent des Neugeschäfts sei aus China und etwa fünf Prozent aus Amerika gekommen.

Der Vorstand hatte bereits angekündigt, nach der erfolglosen Partnersuche in China die Rotorblattproduktion in der Volksrepublik dicht zu machen. Von den 160 Stellen fallen etwa 130 weg. Nordex ächzt seit Jahren wie die Wettbewerber Repower mit der Konzernmutter Suzlon und Vestas unter Überkapazitäten und Preisverfall.