10.10.12

Immer mehr Unternehmen

Hamburg ist Europas Windkraft-Hauptstadt

Windkraft boomt. Kein Land in Europa erzeugt derzeit mehr Energie durch Windkraft als Deutschland. Als Zentrum hat sich Hamburg etabliert.

Foto: dpa
Ein Windrad vor abendlichem Himmel im Hafen von Hamburg
Ein Windrad vor abendlichem Himmel im Hafen von Hamburg

Hamburg. Weltweit gibt es immer mehr Windkraftanlagen. Der Bestand hat sich im vergangenen Jahr um 20 Prozent erhöht. Deutschland liegt in Europa an der Spitze der Windenergie-Produzenten: Zwei Gigawatt wurden in Deutschland allein 2011 neu installiert. Das geht aus den Ergebnissen der Branchenstudie Windenergie der HSH Nordbank hervor. Demnach bleibt diese Energieform auch in Zukunft ein innovativer Sektor. "Der Strom aus Windkraft dürfte wegen des weiteren Preisverfalls und der stetig steigenden Effizienz der Anlagen noch billiger werden", sagte Lars Quandel, Leiter Renewable Energy der HSH Nordbank, der Zeitung "Die Welt".

Die Energieform werde in den kommenden Jahren weiter wachsen. "Die Windkraft wird langfristig einen wichtigen Beitrag zu einem bezahlbaren Energiemix leisten", so Quandel.

Als europäische Windkraft-Hauptstadt hat sich Hamburg etabliert. Hier sitzen mit mehr als 600 Unternehmen die mit Abstand meisten Windanlagenproduzenten. Zuletzt bezog die Firma Nordex im vergangenen Jahr eine neue Unternehmenszentrale im Stadtteil Langenhorn. Neben den großen Herstellerfirmen Repower, Vestas und Siemens wird im kommenden Jahr zudem der US-Konzern General Electric (GE) ein Technologiezentrum für Offshore-Windanlagen in der Hansestadt eröffnen. HSH-Experte Qandel ist sich sicher: "Trotz der Hindernisse beim Offshore-Windenergiebereich wird Deutschland voraussichtlich der wichtigste Windmarkt in Europa bleiben".

Hintergrund: Windenergie in Deutschland

In Deutschland drehen sich bisher rund 22 660 Windräder – die meisten davon in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg.

Die installierte Gesamtleistung liegt bereits bei 30.000 Megawatt, das entspricht der Leistung von mehr als 20 Atomkraftwerken, aber Windstrom ist nicht ständig verfügbar.

Wind steuerte im ersten Halbjahr bereits rund neun Prozent des deutschen Stroms bei.

In Nord- und Ostsee sollen bis zum Jahr 2020 Windparks mit einer Leistung von 10.000 Megawatt entstehen, aber die Pläne hinken mangels Anschlüssen dem Zeitplan stark hinterher. Bisher sind hier erst rund 200 Megawatt an Leistung installiert.

Trotzdem warnt Umweltminister Peter Altmaier (CDU) vor einem zu schnellen und starken Ausbau gerade an Land, da heute schon Netze fehlen und Windparks zwangsweise abgeschaltet werden müssen. Auch nicht produzierter Strom muss über den Strompreis vergütet werden.

Nach Angaben von Altmaier liegen die Länderplanungen 60 Prozent über dem Bedarf. Beim Wind gibt es an Land und auf See bis zum Jahr 2022 Vorhaben für 87 400 Megawatt, die Regierung plant aber nur mit 52 000 bis 55 000 Megawatt – sie hofft mittelfristig auf Speicher für überschüssigen Windstrom, damit die Ausbaukosten nicht aus dem Ruder laufen.

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