09.01.13

Kooperation

VW kappt Zusammenarbeit mit Daimler bei Transportern

Volkswagen wird die nächste Crafter-Reihe wohl alleine bauen. VW-Patriarch Ferdinand Piëch soll auf ein Ende der Partnerschaft drängen.

Foto: dpa
VW-Crafter
VW-Crafter-Lieferwagen: Der Zusammenarbeit von Daimler und VW im Segment großer Transporter droht einem Medienbericht zufolge das Aus

Hannover/Stuttgart. VW gibt die Zusammenarbeit mit Daimler beim Bau von Transportern einem Unternehmensinsider zufolge auf. Derzeit würden die Weichen dafür gestellt, das nächste Crafter-Modell alleine zu bauen, sagte ein Manager mit Kenntnis der Beratungen am Mittwoch. "Es gibt ganz klar den Auftrag an die VW-Nutzfahrzeug-Sparte, einen Crafter-Nachfolger zu entwickeln." Wo das neue Modell produziert werden solle, sei noch offen. Darüber berichtete auch die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) in ihrer Mittwochausgabe.

Bislang lässt VW den Transporter von Daimler in Düsseldorf und Ludwigsfelde bauen. Er ist technisch weitgehend identisch mit dem Sprinter von Mercedes-Benz. Der Kooperationsvertrag läuft 2016 aus.

Eine Trennung wird schon seit längerem erwartet. VW hatte nach der Übernahme von MAN zunächst eine gemeinsame Entwicklung mit dem Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenkonzern erwogen. VW-Aufsichtsrat Ferdinand Piech gilt seit längerem als Gegner der Zusammenarbeit mit Daimler. "Ich bin überzeugt, das machen MAN und VW viel besser, ohne dass man den Wettbewerber reicher macht", sagte er im Frühjahr vor MAN-Aktionären.

Allerdings stehen einer gemeinsamen Entwicklung mit der Schwestermarke aus München offenbar technische Gründe entgegen. MAN ist stark bei Lastwagen und Bussen, während Transporter eher dem Pkw-Bau nahestehen. Nun soll es – ähnlich dem Kooperationsmodell mit Daimler – eine eigene Crafter-Variante von MAN geben, bei der die Münchner die Technik von VW übernehmen und dem Wagen ein eigenes Gesicht geben, wie es in Unternehmenskreisen heißt.

Daimler hatte für eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit VW geworben und seinen Partner Renault in einen Dreierbund einbringen wollen. Mercedes verkauft jährlich mehr als 150.000 Sprinter in aller Welt, VW kommt auf knapp 50.000 Crafter und konzentriert sich dabei auf Europa.

Wegweiser durchs Klagedickicht bei Porsche/VW
Wegweiser durchs Klagedickicht bei Porsche/VW
Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche Porsche und VW 2008/2009 hat längst ein juristisches Nachspiel. Es geht um Milliardenklagen. Rückblickend fühlen sich Investoren fehlinformiert und um ihr Geld gebracht.
Dieser juristische Ballast hat nach Darstellung von VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch aber keinen Einfluss darauf, dass die Wolfsburger die Porsche AG gefahrlos eingemeinden. Das Klagerisiko bleibe bei der Porsche-Holding. Ein Überblick:
Landgericht Braunschweig:
Dort hängen fünf Investorenklagen an. Zwei richten sich gegen die Porsche-Holding SE (PSE) und wurden Ende Juni erstmals verhandelt. Zwischenergebnis: Der Vorsitzende Richter Stefan Puhle dämpfte die Erwartungen der Kläger. Dabei geht es um Forderungen nach Schadenersatz in Millionenhöhe.
Die übrigen drei Verfahren, bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt und bei denen zum Teil auch die Volkswagen AG betroffen ist, sind dagegen bisher noch nicht Gegenstand einer Verhandlung gewesen.
USA:
Die milliardenschweren Forderungen von Fondsgesellschaften in den Staaten laufen in zwei getrennten Fällen: Auf bundesstaatlicher Ebene wird darum gerungen, ob US-Gerichte überhaupt zuständig sind. Dabei hat Porsche in erster Instanz gewonnen.
Die Gegenseite hat Berufung eingelegt und das Verfahren harrt nun der Dinge. Ebene zwei ist ein Verfahren in New York, wo es auch um Zuständigkeitsfragen geht. Dort hat es in erster Instanz noch keine Entscheidung gegeben.
Stuttgart I:
Die Staatsanwaltschaft in der Landeshauptstadt ermittelt gegen ehemalige Porsche-Manager, darunter Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter. Es geht um den Vorwurf des Kreditbetrugs, der Untreue und der Marktmanipulationen.
Zwischenstand in der Sache: Wegen möglichen Kreditbetruges müssen sich der ehemalige Top-Manager Härter und zwei seiner damaligen Führungskräfte vor Gericht verantworten. Wiedeking sah sich dagegen nie mit dem Vorwurf Kreditbetrug konfrontiert. Gegen ihn und Härter laufen aber weiter Prüfungen wegen angeblicher Untreue und Marktmanipulation.
Letzterer Vorwurf richtete sich anfangs auch gegen einen von Härters Abteilungsleitern, der wie erwähnt schon wegen Kreditbetruges angeklagt ist. Bis auf den Aspekt Kreditbetrug ist die Anklagebehörde noch nicht fertig mit ihrer langwierigen Arbeit.
Stuttgart II:
Das Oberlandesgericht (OLG) entschied Ende Februar, dass VW-Patriarch Ferdinand Piëch seine Pflichten als Aufsichtsrat der Porsche-Holding PSE während der Übernahmeschlacht beider Unternehmen verletzte. Das OLG erklärte daher die Entlastung des Kontrollgremiums für das Geschäftsjahr 2008/09 für nichtig.
Zuvor hatte das Landgericht Stuttgart die Klage abgewiesen. Früheren Angaben zufolge wollte Piëch eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde einlegen und damit erreichen, dass er gegen das Urteil in Revision gehen kann. Denn die Richter hatten diese Art der Anfechtung nicht zugelassen. (dpa)
Der VW Golf – Bestseller aus Wolfsburg
Der VW Golf – Bestseller aus Wolfsburg
Der VW Golf zählt zu den erfolgreichsten Autos weltweit. Mehr als 26 Millionen Fahrzeuge verkaufte der Autobauer Volkswagen.
Die Produktion der siebten Golf-Generation ist gerade in Wolfsburg und Zwickau angelaufen.
Die Serienfertigung des ersten Golf nach den Entwürfen des Italieners Giorgio Giugiaro begann am 29. März 1974 im VW-Werk in Wolfsburg.
Im Oktober 1976 waren eine Million Autos verkauft, 2002 löste der Golf den Käfer als meistgebautes VW-Modell ab.
Er wurde zum Wegbegleiter einer ganzen "Generation Golf".
Das Auto gibt es auch als leistungsstärkeren GTI, als Cabrio und als Kombi Variant.
Aktuell wird der Golf an drei Standorten in Deutschland sowie in Werken in Mexiko, Brasilien und China produziert.
Allein in Wolfsburg sind 20.000 von den 51.600 Mitarbeitern direkt in Produktion, Entwicklung und Vertrieb des Golf eingebunden. (dpa)
(rtr)
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