14.12.12Volkswagen-Konzern
Autoabsatzrekord von 2012 bereits geknackt
VW legt um rund zehn Prozent zu – bis Ende November wurde bereits 8,29 Millionen Autos ausgeliefert. Audi-Tochter besonders stark.
Foto: dapd
Bereits im November 2012 hat der VW-Konzern mit 8,29 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen den Jahresrekord von 2011 geknackt
Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern hat einen Monat vor Jahresende schon den Auslieferungsrekord von 2011 geknackt: Insgesamt wurden bis Ende November 8,29 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben, ein Wachstum von 10,4 Prozent, wie Volkswagen am Freitag in Wolfsburg mitteilte.
Im Gesamtjahr 2011 lieferte der größte Autobauer Europas 8,16 Millionen Stück aus. Rechnerisch könnte der Konzern damit im laufenden Jahr auf knapp über 9 Millionen Fahrzeuge kommen.
"Trotz des neuen Auslieferungsrekords in diesem Jahr bereiten wir uns schon heute auf ein sehr anspruchsvolles Jahr 2013 vor", sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.
VW will bis 2018 der größte Autokonzern der Welt werden. Vor allem in China, Russland und den USA wächst der Konzern ungebremst und schüttelt damit die Schwäche in Westeuropa ab.
Die Marke VW lieferte bis November 5,22 Millionen Stück aus, ein Wachstum von 11,2 Prozent. Besonders positiv entwickelte sich die Marke in den USA, wo 394.100 (+35,0 Prozent) Fahrzeuge an Kunden übergeben wurden. Audi erzielte mit weltweit 1,34 Millionen Fahrzeuge ein Plus von 12,7 Prozent auch vor allem in China und den USA.
Die Marke Skoda legte rund 7 Prozent zu auf 873.000 Fahrzeuge. Positiv entwickelte sich das Unternehmen vor allem in der Region Zentral- und Osteuropa mit einem Zuwachs von 13 Prozent. Volkswagen Nutzfahrzeuge steigerte seine Auslieferungen auf 501.000 Einheiten.
Sorgenkind bleibt die spanische Tochter Seat mit einem Rückgang von gut 8 Prozent auf 294.800 Stück. Vor allem der schwache Markt in der Heimat und anderen südeuropäischen Ländern lastet auf Seat. Mut machten den Spaniern kräftige Absatzgewinne in Deutschland, England und Mexiko.
In Westeuropa ohne Deutschland übernahmen 1,71 Millionen oder 6 Prozent weniger Kunden ein neues Fahrzeug. Im Heimatmarkt Deutschland erreichte der Volkswagen Konzern mit 1,1 Millionen Einheiten ein Plus von 3,4 Prozent. Kräftiges Wachstum verzeichnete der Konzern in Zentral- und Osteuropa: 590.800 oder 19 Prozent mehr Fahrzeuge wurden hier an Kunden übergeben.
Auf dem amerikanischen Kontinent entwickelten sich die Auslieferungen positiv und stiegen in der Region Nordamerika um 26,1 Prozent auf 757.300 Fahrzeuge und in der Region Südamerika um 8 Prozent auf 923.800 Fahrzeuge. Ein Wachstum von fast 20 Prozent meldet der VW-Konzern aus der Region Asien-Pazifik auf 2,86 Millionen Fahrzeuge. Auf China als größten Einzelmarkt entfielen davon 2,53 (+20,2 Prozent) Millionen Einheiten.
Wegweiser durchs Klagedickicht bei Porsche/VW
Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche Porsche und VW 2008/2009 hat längst ein juristisches Nachspiel. Es geht um Milliardenklagen. Rückblickend fühlen sich Investoren fehlinformiert und um ihr Geld gebracht.
Dieser juristische Ballast hat nach Darstellung von VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch aber keinen Einfluss darauf, dass die Wolfsburger die Porsche AG gefahrlos eingemeinden. Das Klagerisiko bleibe bei der Porsche-Holding. Ein Überblick:
Landgericht Braunschweig:
Dort hängen fünf Investorenklagen an. Zwei richten sich gegen die Porsche-Holding SE (PSE) und wurden Ende Juni erstmals verhandelt. Zwischenergebnis: Der Vorsitzende Richter Stefan Puhle dämpfte die Erwartungen der Kläger. Dabei geht es um Forderungen nach Schadenersatz in Millionenhöhe.
Die übrigen drei Verfahren, bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt und bei denen zum Teil auch die Volkswagen AG betroffen ist, sind dagegen bisher noch nicht Gegenstand einer Verhandlung gewesen.
Die milliardenschweren Forderungen von Fondsgesellschaften in den Staaten laufen in zwei getrennten Fällen: Auf bundesstaatlicher Ebene wird darum gerungen, ob US-Gerichte überhaupt zuständig sind. Dabei hat Porsche in erster Instanz gewonnen.
Die Gegenseite hat Berufung eingelegt und das Verfahren harrt nun der Dinge. Ebene zwei ist ein Verfahren in New York, wo es auch um Zuständigkeitsfragen geht. Dort hat es in erster Instanz noch keine Entscheidung gegeben.
Die Staatsanwaltschaft in der Landeshauptstadt ermittelt gegen ehemalige Porsche-Manager, darunter Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter. Es geht um den Vorwurf des Kreditbetrugs, der Untreue und der Marktmanipulationen.
Zwischenstand in der Sache: Wegen möglichen Kreditbetruges müssen sich der ehemalige Top-Manager Härter und zwei seiner damaligen Führungskräfte vor Gericht verantworten. Wiedeking sah sich dagegen nie mit dem Vorwurf Kreditbetrug konfrontiert. Gegen ihn und Härter laufen aber weiter Prüfungen wegen angeblicher Untreue und Marktmanipulation.
Letzterer Vorwurf richtete sich anfangs auch gegen einen von Härters Abteilungsleitern, der wie erwähnt schon wegen Kreditbetruges angeklagt ist. Bis auf den Aspekt Kreditbetrug ist die Anklagebehörde noch nicht fertig mit ihrer langwierigen Arbeit.
Das Oberlandesgericht (OLG) entschied Ende Februar, dass VW-Patriarch Ferdinand Piëch seine Pflichten als Aufsichtsrat der Porsche-Holding PSE während der Übernahmeschlacht beider Unternehmen verletzte. Das OLG erklärte daher die Entlastung des Kontrollgremiums für das Geschäftsjahr 2008/09 für nichtig.
Zuvor hatte das Landgericht Stuttgart die Klage abgewiesen. Früheren Angaben zufolge wollte Piëch eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde einlegen und damit erreichen, dass er gegen das Urteil in Revision gehen kann. Denn die Richter hatten diese Art der Anfechtung nicht zugelassen. (dpa)
Der VW Golf – Bestseller aus Wolfsburg
Der VW Golf zählt zu den erfolgreichsten Autos weltweit. Mehr als 26 Millionen Fahrzeuge verkaufte der Autobauer Volkswagen.
Die Produktion der siebten Golf-Generation ist gerade in Wolfsburg und Zwickau angelaufen.
Die Serienfertigung des ersten Golf nach den Entwürfen des Italieners Giorgio Giugiaro begann am 29. März 1974 im VW-Werk in Wolfsburg.
Im Oktober 1976 waren eine Million Autos verkauft, 2002 löste der Golf den Käfer als meistgebautes VW-Modell ab.
Er wurde zum Wegbegleiter einer ganzen "Generation Golf".
Das Auto gibt es auch als leistungsstärkeren GTI, als Cabrio und als Kombi Variant.
Aktuell wird der Golf an drei Standorten in Deutschland sowie in Werken in Mexiko, Brasilien und China produziert.
Allein in Wolfsburg sind 20.000 von den 51.600 Mitarbeitern direkt in Produktion, Entwicklung und Vertrieb des Golf eingebunden. (dpa)
Volkswagen-Halbjahr in Zahlen
Der Volkswagenkonzern hat am 26. Juli 2012 seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Eckpunkte:
Umsatz: 95,4 Milliarden Euro
Operativer Gewinn: 6,5 Milliarden Euro
Nettogewinn: 8,8 Milliarden Euro
Flüssige Mittel: 15 Milliarden Euro
Gewinn allein in China: 1,8 Milliarden Euro
Operativer Gewinn Audi: 2,9 Milliarden Euro
Operativer Gewinn Marke Volkswagen: 2,2 Milliarden Euro (dapd)
(dapd/abendblatt.de)