27.11.12

Kaufrausch nach Internetpanne

Versandhaus Otto storniert 50.000 Bestellungen

Galaxy-Handy für 81 Euro und schlappe 65 Euro fürs iPad? Tausende Kunden nutzten technischen Fehler bei Otto - nicht die erste Panne.

Von Claus-Peter Tiemann
Foto: dpa
Hans-Otto Schrader
Otto-Chef Hans-Otto Schrader präsentiert Otto-App auf einem iPad. Wegen einer technischen Panne bot das Versandhaus iPads für 65 Euro an

Hamburg. Dem Hamburger Versandhändler Otto ist erneut eine Internetpanne unterlaufen, die einen Bestell-Boom auslöste und am Ende mehrere Tausend vermeintlich clevere Kunden enttäuschte, da sie doch keine Ware erhalten werden. 50.000 Männer und Frauen hatten Online-Gutschein in der Höhe von 88 bis zu 400 Euro genutzt, wie das Unternehmen mitteilte. Wegen eines "Technikproblems" waren diese Gutscheincodes aber nicht autorisiert, obwohl sie vom Otto-Computer angenommen wurden. Otto stornierte die Bestellungen.

Die Kunden hätten beliebig oft auf immer die gleichen nicht autorisierten Gutscheincodes zurückgreifen und damit per Telefon oder via Internet Waren bestellen können, teilte das Unternehmen am Montagabend in Hamburg mit. Sie bekamen zunächst korrekte Bestellbestätigungen. Kunden berichten etwa im Portal "mydealz.de" über Schnäppchen wie ein iPad für 65 Euro oder ein Galaxy-Handy für 81 Euro.

Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, waren in der Nacht von Sonntag auf Montag rund 40 verschiedene nicht autorisierte Gutscheincodes in Umlauf. Am frühen Montagmorgen sperrte das Unternehmen diese Nummern und stoppte damit die Flut vermeintlich kostenfreier Bestellungen. Bestellungen über echte Gutscheincodes, die in der Nacht zum Montag eingegangen seien, habe Otto bei den Stornierungen ausgenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu, wie es genau zu dem Problem kam.

Der Fall erinnert an eine Internetpanne bei Otto im Jahr 2009: Damals hatte ein Mitarbeiter falsche Preise eingetippt. Laptops vom Typ Apple MacBook Air und andere, die regulär bis zu 1999 Euro kosteten, wurden für 29,99 und 49,99 Euro angeboten. Über 2.500 Kunden schlugen zu, aber Otto stoppte die Auslieferung. Der Händler entschuldigte sich mit 100-Euro-Gutscheinen bei den Betroffenen.

2010 fiel der Handelsriese einen echten Internet-Ulk zum Opfer: Otto hatte auf Facebook einen Modelwettbewerb ausgeschrieben, über dessen Sieger abgestimmt werden sollte. Facebook-Nutzer sollten Bilder von sich hochladen, die von anderen Usern bewertet werden konnten. Sieger wurde aber nicht ein attraktives Nachwuchs-Model, sondern der 22-jährige BWL-Student Sascha aus Koblenz, der als "Brigitte" in Frauenkleidern und greller Perücke posierte.

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